Briefmarken, Sammler

Versteigerung der Briefmarken von Ex-Tengelmann-Chef endet

23.09.2023 - 00:53:56 | dpa.de

Ein MilliardĂ€r erwirbt einige der ersten Briefmarken, darunter den berĂŒhmten «Schwarzen Einser». Nun kommen wohl letztmals RaritĂ€ten seiner Sammlung frĂŒherer deutscher Staaten unter den Hammer.

Eine alte Postsendung mit seltenen Postwertzeichen aus der Sammlung des  Tengelmann-Chefs und MilliardÀrs Erivan Haub. - Foto: -/dpa
Eine alte Postsendung mit seltenen Postwertzeichen aus der Sammlung des Tengelmann-Chefs und MilliardÀrs Erivan Haub. - Foto: -/dpa

Eine Serie von Versteigerungen von Teilen einer der wertvollsten deutschen Briefmarkensammlungen endet nach fĂŒnf Jahren am heutigen Samstag in Wiesbaden. Unter den Hammer kommen erneut Marken und Briefe frĂŒherer deutscher Staaten des einstigen Tengelmann-Chefs und MilliardĂ€rs Erivan Haub (1932 bis 2018), wie das Auktionshaus Heinrich Köhler mitteilte.

Es ist nach eigenen Angaben das Ă€lteste Briefmarkenauktionshaus Deutschlands, gegrĂŒndet 1913. FĂŒr Haubs Sammlung wird es demnach am Ende zehn Versteigerungen von RaritĂ€ten historischer deutscher Staaten mit mehreren Tausend Losen gegeben haben. Der Gesamtwert geht in eine zweistellige Millionenhöhe.

Der berĂŒhmte «Schwarze Einser»

Haub, der einst einen der grĂ¶ĂŸten Lebensmittelfilialisten der Welt dirigierte, hatte laut dem Auktionshaus schon als Kind angefangen, Briefmarken zu sammeln. In den 1950er Jahren ersteigerte er bei seiner ersten Auktion in Hamburg den «Schwarzen Einser», Deutschlands erste Briefmarke. SpĂ€ter erwarb der damalige Tengelmann-Chef viele Seltenheiten, etwa die ersten Postwertzeichen einstiger deutscher Staaten sowie Zeppelinpost-Belege.

Bei der letzten Haub-Versteigerung mit Marken des Sammelgebiets «Altdeutschland» an diesem Samstag in Wiesbaden kommen nach den Angaben 340 Marken und Briefe unter den Hammer. Dazu zĂ€hlt mit einem Startpreis von 100.000 Euro ein Brief des Sammlers Theodore Rondel von 1864 aus Mecklenburg-Strelitz, als das damalige kleine Großherzogtum seine ersten Marken einfĂŒhrte. Rondel gilt als einer der ersten Sammler, der sich die Neuausgaben von Briefmarken verschiedener Staaten besorgte.

Altes Hobby mit neuem Glanz

Laut dem Auktionshaus Köhler machten die sogenannten Erivan-Auktionen mit RaritĂ€ten von Erivan Haub das alte Hobby Briefmarkensammeln wieder bekannter. Eine bayerische Familie beispielsweise habe sich so wieder an Schreiben ihrer Vorfahren erinnert und diese fĂŒr eine Versteigerung ĂŒbergeben: «Bei der Auktion hat ein Brief aus dieser Korrespondenz 54.000 Euro eingebracht.» Bundesweit gibt es nach SchĂ€tzung des Auktionshauses heute noch rund 60.000 ernsthafte Briefmarkensammler - und weltweit circa drei bis fĂŒnf Millionen.

Erivans Sohn, Karl-Erivan Haub, einer der reichsten Deutschen und ebenfalls einst Tengelmann-Chef, machte 2018 Schlagzeilen, weil er in den Schweizer Alpen allein zu einer Skitour aufgebrochen und nie zurĂŒckgekehrt war. Seine Familie geht von einem tödlichen Unfall aus.

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