Europa, Italien

Tausende Tonnen TextilmĂŒll illegal in TĂŒrkei gebracht

25.06.2026 - 13:36:18 | dpa.de

Ein mutmaßliches Netzwerk in Italien soll mehr als 26.000 Tonnen TextilmĂŒll illegal verschoben haben - auch in die TĂŒrkei. Eine EU-Behörde wird aufmerksam. Das Netzwerk fliegt auf.

Nach Angaben der EU-Behörde fallen Millionen Tonnen TextilabfÀlle an, von denen aber nur ein Teil recycelt wird. (Archivfoto) - Bild: Antonio Cossio/dpa
Nach Angaben der EU-Behörde fallen Millionen Tonnen TextilabfÀlle an, von denen aber nur ein Teil recycelt wird. (Archivfoto) - Bild: Antonio Cossio/dpa

Ermittler haben einen groß angelegten illegalen Export von TextilabfĂ€llen von Italien in die TĂŒrkei aufgedeckt. Nach Angaben des EuropĂ€ischen Amts fĂŒr BetrugsbekĂ€mpfung (Olaf) mit Sitz in BrĂŒssel wurden mehrere tausend Tonnen TextilmĂŒll sichergestellt. In Italien beschlagnahmten die Behörden zudem Vermögenswerte in Höhe von rund zwölf Millionen Euro.

Bei den AbfÀllen handelt es sich nach Angaben der EU-Behörde um schwer recycelbare Textilien mit hohem Anteil an Acrylfasern, die nicht biologisch abbaubar sind und bis zu 200 Jahre in der Umwelt verbleiben können. Um teure Recycling- und Umweltauflagen zu umgehen, sollen die Lieferungen fÀlschlicherweise als wiederverwertbares Material deklariert worden sein.

Die Lieferungen in die TĂŒrkei sollen Teil eines deutlich grĂ¶ĂŸeren Systems gewesen sein. Nach Angaben der italienischen Carabinieri steht dahinter ein mutmaßliches Netzwerk, das insgesamt mehr als 26.000 Tonnen TextilabfĂ€lle illegal entsorgt und gelagert haben soll. Gegen 20 Personen wird ermittelt.

Gemeinsam mit italienischen Carabinieri und tĂŒrkischen Behörden identifizierte die Olaf-Behörde verdĂ€chtige Transporte anhand von Handels- und Zolldaten. In der TĂŒrkei wurden daraufhin mehrere Lieferungen kontrolliert. Nach Angaben der Behörde wurden dabei rund 4.200 Tonnen TextilabfĂ€lle sichergestellt.

Der Fall betrifft einen Bereich, der in der EU zunehmend im Fokus steht. Nach Angaben der EU-Behörde fallen Millionen Tonnen TextilabfĂ€lle an, von denen aber nur ein Teil recycelt wird. Seit Ende 2025 gelten strengere Regeln fĂŒr die Behandlung und den Export von Textilien. Damit soll verhindert werden, dass Abfall als wiederverwertbare Ware deklariert und ins Ausland geschafft wird.

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