Behörden: Wolf beiĂt Jungen in den Niederlanden
01.08.2025 - 17:00:37 | dpa.deHöchstwahrscheinlich ein Wolf hat in den Niederlanden ein spielendes Kind angegriffen und in einen Wald geschleift. «Alle Beteiligten gehen davon aus, dass es sich um einen Wolf handelt, und wir handeln entsprechend», sagte der Sprecher der Provinz Utrecht, Cor van der Leemputten. Nach dem Angriff vom Mittwoch in einem groĂen Naturpark bei Utrecht war ein SechsjĂ€hriger mit Bisswunden in eine Klinik gekommen.
Die Provinz rief Eltern auf, die WĂ€lder dort mit Kindern zu meiden. Ein Problemwolf hat in dem Gebiet bereits mehrfach Menschen angegriffen und soll mit behördlicher Genehmigung abgeschossen werden. Die Provinz erlieĂ fĂŒr die WĂ€lder in dem Naturgebiet Utrechtse Heuvelrug ein nĂ€chtliches Betretungsverbot. Auch tagsĂŒber wurde angeraten, lieber in Gruppen in dem Gebiet unterwegs zu sein und sich nicht abseits der Wege aufzuhalten.
Warnung vor Verfolgungstrieb des Wolfes
«Seien Sie besonders wachsam, wenn Sie im Wald joggen, reiten oder Mountainbike fahren; diese AktivitÀten können den Verfolgungstrieb des Wolfes auslösen», wurde gewarnt. «Seien Sie wachsam und passen Sie auf!» Auch das Landgut Den Treek Henschoten, wo es zu dem Angriff kam, riet Besuchern zu höchster Vorsicht, solange der Problemwolf nicht getötet sei.
Wie der Vater des angegriffenen Jungen dem Sender RTL sagte, hÀtten seine drei und sechs Jahre alten Söhne im Bereich der Pyramide von Austerlitz, einem rege besuchten Wahrzeichen, gespielt, als ein hundeÀhnliches Tier angelaufen sei. Er habe zunÀchst gedacht, dass es sich um den Hund eines in der NÀhe sitzenden Mannes handelte, der spielen wollte.
Wolf springt von Bank aus auf den Jungen
Dann aber sei das Tier auf eine Bank gesprungen und habe sich von dort aus auf den SechsjĂ€hrigen gestĂŒrzt, ihn an der Achselhöhle gepackt und ins GebĂŒsch gezerrt. Umstehende hĂ€tten mit Stöcken auf den Wolf geschlagen. «Der zögerte wegzulaufen, gab aber schlieĂlich auf. Es brauchte wirklich physische Kraft, um den Wolf zu vertreiben.»
Im Krankenhaus habe sich gezeigt, dass die Verletzungen schlimmer gewesen seien als gedacht. Neben der Bisswunde an der Achsel, die genĂ€ht wurde, sei das Kind an Brust, RĂŒcken und am Gesicht verletzt worden.
Vor Wölfen in dem Naturgebiet wird seit LÀngerem gewarnt. Vor gut einer Woche wies ein Richter einen Einspruch gegen die Erlaubnis zum Abschuss des Problemwolfs, der Bram genannt wird, ab. Im vergangenen Jahr hatte es bereits mehrere ZwischenfÀlle mit dem Problemwolf gegeben, der eine Frau ins Bein biss und ein Kind bei einem Schulausflug in die Seite biss.
Wegen des auffĂ€lligen Verhaltens wurde schlieĂlich das AbschieĂen dieses Wolfes erlaubt. Laufende DNA-Untersuchungen mĂŒssen zeigen, ob auch der SechsjĂ€hrige von Problemwolf Bram angegriffen wurde. Wie der Provinzsprecher sagte, werden Ergebnisse in rund zwei Wochen erwartet.
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