Löwin, Kleinmachnow

Raubtier bei Berlin - Suche mit Drohnen und Hubschraubern

Veröffentlicht am: 20.07.2023 um 12:47 Uhr | dpa.de

Ein Raubtier soll im SĂŒden Berlins frei herumlaufen. Mit Drohnen und Hubschraubern suchen die EinsatzkrĂ€fte seit der Nacht nach dem Tier. Unklar ist: Wie gefĂ€hrlich ist es und wo kommt es her?

Im SĂŒden von Berlin wurde ein Raubtier gesichtet - höchstwahrscheinlich eine Löwin. Die Polizei sucht. - Bild: Fabian Sommer/dpa
Im SĂŒden von Berlin wurde ein Raubtier gesichtet - höchstwahrscheinlich eine Löwin. Die Polizei sucht. - Bild: Fabian Sommer/dpa

Die Menschen im SĂŒden von Berlin mĂŒssen derzeit bei SpaziergĂ€ngen vorsichtig sein und die Augen offen halten: Die Polizei sucht in der Region nach einem frei umherlaufenden Raubtier - möglicherweise eine Löwin. Per Warnapps wurden die Menschen in der Nacht auf die mögliche Gefahr hingewiesen.

Mit Drohnen und Hubschraubern sind die EinsatzkrĂ€fte seit Stunden auf der Suche. UnterstĂŒtzt werden sie dabei von VeterinĂ€ren und JĂ€gern.

Der Hinweis erreichte die Polizei in der Nacht auf Donnerstag aus der Gemeinde Kleinmachnow im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Ein Video zeigt dort das mutmaßliche Wildtier zischen BĂ€umen und BĂŒschen. Ersten EinschĂ€tzungen der Polizei zufolge handele es sich dabei um eine Löwin, teilten die Behörden mit. «Die geschilderte Situation wird als glaubwĂŒrdig angesehen», hieß es.

Gesucht wird in der Gegend um Kleinmachnow am sĂŒdlichen Rand der Hauptstadt - dort, wo sonst eher Wildschweine durch die WĂ€lder flitzen. Die Warnmeldung des Bundesamts fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bezieht auch den SĂŒden Berlins, etwa Steglitz, Marienfelde und Neukölln mit ein. Auch die Stadt Potsdam rief ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu Wachsamkeit auf: «Augen auf! Potsdam ist nicht weit entfernt», teilte die Stadt auf Twitter mit.

Eine Sprecherin der Potsdamer Feuerwehr sagte, fĂŒr Potsdam bestehe derzeit keine Gefahr. Die Bewegungskurve des Tieres gehe nach Angaben des Ordnungsamtes Kleinmachnow in eine andere Richtung, eher nach Berlin, sagte sie. Das Bundesamt empfiehlt, Haustiere nicht ins Freie zu lassen und sich ĂŒber den Verlauf der Suchaktion in den Medien zu informieren.

Keine Löwin vermisst

Viele Fragen sind allerdings noch offen: Bisher hat die Polizei keine Informationen, woher das Tier stammen könnte. Es seien Zoos, Tierparks, Zirkusse und Tierschutzeinrichtungen ĂŒberprĂŒft worden. Dort wird der Polizei zufolge allerdings keine Löwin vermisst. Das bestĂ€tigten am Donnerstag auch Zoo und Tierpark Berlin. Das gefilmte Raubtier stamme nicht aus den eigenen BestĂ€nden, teilten die Einrichtungen mit.

Anhand der kurzen Aufnahmen im Internet sei es nicht auszuschließen, dass es sich um eine Löwin handele, hieß es in einer Stellungnahme. «Mit Sicherheit können wir dies aufgrund der geringen QualitĂ€t der Aufnahmen aber nicht bestĂ€tigen», sagte Christian Kern, Zoologischer Leiter von Zoo und Tierpark Berlin.

Laut EinschĂ€tzungen von Expertinnen und Experten aus Zoo und Tierpark kĂ€me eine Löwin in den Sommermonaten durchaus in einem heimischen WaldstĂŒck zurecht. In einem ihr unbekannten Terrain könne davon ausgegangen werden, dass sie sich ins Unterholz zurĂŒckziehe und nicht aktiv den Kontakt zum Menschen suche. «Auch die Gefahr, dass ein Wildtier auf freier FlĂ€che wie beispielsweise im Wald, Park oder Feld einen Menschen direkt angreift ist geringer, als wenn es sich in einem Wohngebiet in die Enge getrieben und bedroht fĂŒhlt.» Bei einer Begegnung mit dem Tier gelte es, genĂŒgend Abstand zu halten, die Polizei zu informieren und den Standort durchzugeben.

In Kleinmachnow waren bereits in der Nacht Hubschrauber im Einsatz. Am Donnerstagmorgen wirkte in der Kleinstadt laut einem dpa-Reporter alles völlig normal. Von der Suche nach einem gefÀhrlichen Raubtier war kaum etwas zu merken. Radfahrer waren unterwegs, SpaziergÀnger mit Hunden, Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Auf Baustellen wurde gearbeitet.

Kita-Kinder dĂŒrfen nicht in den Garten

Eine Sprecherin der Gemeinde sagte am Morgen, die Kitas in Kleinmachnow seien geöffnet, die Kinder dĂŒrften aber nicht raus in den Garten. Auch das Rathaus bleibe geöffnet. Den HĂ€ndlern am Markt sei empfohlen worden, keine StĂ€nde aufzubauen. «Es sind kaum Leute da», sagte die Sprecherin.

Eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark sagte, es seien eine TierĂ€rztin und zwei JĂ€ger mit Waffen mit vor Ort. Wenn man das Tier finde, werde entschieden, ob man mit BetĂ€ubung arbeite oder es erschießen mĂŒsse. Die Suche nach dem Raubtier sei eine große Herausforderung.

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