UV-Strahlung, Sommeranfang

Sommer-Zeit ist Sonnenschutz-Zeit

31.05.2023 - 08:12:10

Ein Spaziergang in der Sonne tut nicht nur der Seele, sondern auch der Vitamin-D-Bildung gut. UV-Strahlung kann aber auch schwere Gesundheitsfolgen haben. Steigt die Gefahr durch den Klimawandel?

Der bevorstehende Sommer lĂ€dt zu AusflĂŒgen an der frischen Luft und zum Sonnenbaden ein - doch intensive UV-Strahlung kann zur Gefahr werden. «Das Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen, ist abhĂ€ngig vom Sonnenstand und in den Sommermonaten von Juni bis August sowie in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr besonders hoch», sagte der Dermatologe Mark Berneburg der Deutschen Presse-Agentur.

Je intensiver und hĂ€ufiger die Haut UV-Strahlen ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko fĂŒr eine Hautkrebserkrankung. Steigt im Zuge des Klimawandels die IntensitĂ€t der UV-Strahlung sogar noch? «WĂ€rmeres Klima fĂŒhrt nicht automatisch zu höherer UV-Strahlung», erklĂ€rte Andreas Matzarakis vom Zentrum fĂŒr Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Es sei derzeit noch nicht klar, wie genau sich die Strahlung durch den Klimawandel verĂ€ndern werde.

Klimawandel ohne Einfluss auf UV-Strahlung

«Generell muss man sagen, dass die UV-Strahlung sehr starken Schwankungen unterworfen ist.» Die IntensitĂ€t hĂ€nge von verschiedenen Faktoren wie der Bewölkung, der geografischen Lage und der Höhenlage ab. Durch den Klimawandel verĂ€ndere sich demnach nicht zwangslĂ€ufig die IntensitĂ€t der Strahlung - sehr wohl aber das Freizeitverhalten der Menschen: Wenn es zunehmend wĂ€rmer werde, verbrĂ€chten die Menschen mehr Zeit draußen und in der Sonne.

UV-Strahlen können im Erbgut von Hautzellen schĂ€dliche VerĂ€nderungen hervorrufen, die langfristig das Risiko fĂŒr weißen und schwarzen Hautkrebs erhöhen, wie Berneburg erklĂ€rte. Mit verantwortlich sind blasige SonnenbrĂ€nde, lange und regelmĂ€ĂŸige Aufenthalte in der Sonne, aber auch Solariumbesuche, wie der GeneralsekretĂ€r der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft sagte.

Eincremen, Kopfbedeckung tragen

Bei Menschen mit hellem Hauttyp sei das Risiko fĂŒr Hautkrebs besonders hoch. Und auch Kinder seien in hohem Maße gefĂ€hrdet: «Schließlich tragen die Kleinsten ein besonders hohes Risiko, da bei Kindern die Schutzmechanismen der Haut gegenĂŒber UV-Strahlen wie Pigmentbildung und Lichtschwielenbildung noch nicht ausreichend entwickelt sind.» Deswegen rĂ€t der Dermatologe: eincremen, Kopfbedeckung tragen und SonnenbĂ€der in der sonnenintensivsten Zeit meiden.

Das Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz (BfS) fordert in seiner aktuellen Kampagne weitreichendere UV-Schutz-Maßnahmen durch StĂ€dte und Gemeinden wie die Schaffung zusĂ€tzlicher SchattenplĂ€tze. Sonnenschutz sei gerade im Zuge der Klimakrise eine Aufgabe fĂŒr die ganze Gesellschaft, fĂŒr jede Großstadt und jede Gemeinde, sagte BfS-PrĂ€sidentin Inge Paulini. Mehr SchattenplĂ€tze könnten etwa durch mehr StadtgrĂŒn oder Sonnensegel in Schulen geschaffen werden. Sport- oder Kulturveranstaltungen sollten verstĂ€rkt so gelegt werden, dass Menschen sich nicht in den Mittagsstunden in der prallen Sonne aufhalten mĂŒssen.

Zunahme bei Hautkrebsbehandlungen

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Hautkrebs in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen hat. 2021 wurden demnach 105 700 Menschen mit der Diagnose Hautkrebs im Krankenhaus stationÀr behandelt - knapp 75 Prozent mehr als 2001.

Zu dem Trend trĂ€gt Gesundheitsexperten zufolge unter anderem die steigende Lebenserwartung bei. Auch mangelnder Sonnenschutz und mangelndes Bewusstsein fĂŒr das Problem vor Jahrzehnten sowie ein verĂ€ndertes Freizeitverhalten gelten als Faktoren.

Im Jahr 2021 starben nach den Destatis-Daten etwa 4100 Menschen, 55 Prozent mehr als im Jahr 2001 (2600 TodesfÀlle). Wie bei den meisten Krebserkrankungen sind vor allem Àltere Menschen betroffen: Die HÀlfte der 2021 an Hautkrebs Verstorbenen war 80 Jahre oder Àlter.

@ dpa.de