Tsunami-Warnung nach schwerem Erdbeben vor den Philippinen
08.06.2026 - 05:31:40 | dpa.deEin schweres Erdbeben hat die sĂŒdlichen Philippinen erschĂŒttert und Tsunami-Warnungen in mehreren LĂ€ndern ausgelöst. GebĂ€ude stĂŒrzten ein, Menschen liefen in Panik auf die StraĂen. Das Beben der StĂ€rke 7,8 ereignete sich am Montagmorgen vor der KĂŒste der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao, wie das philippinische Institut fĂŒr Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mitteilte.
Die Behörden riefen die Bewohner mehrerer KĂŒstengebiete auf, sich umgehend in höher gelegene Regionen zu begeben. Auch im benachbarten Indonesien wurden Tsunami-Warnungen ausgegeben, speziell auf der Insel Sulawesi. Japan warnte ebenfalls vor möglichen Flutwellen an Teilen seiner PazifikkĂŒste.
SchÀden an vielen GebÀuden
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde teilte mit, Berichte ĂŒber mögliche Todesopfer und Verletzte wĂŒrden noch ĂŒberprĂŒft. Zudem gingen Meldungen ĂŒber schwere SchĂ€den an Schulen, KrankenhĂ€usern, Einkaufszentren und Kirchen ein. Das AusmaĂ der SchĂ€den war aber zunĂ€chst unklar.
Das Epizentrum lag sĂŒdwestlich der Gemeinde Maasim in der Provinz Sarangani. Besonders stark waren die ErschĂŒtterungen in der Stadt General Santos City zu spĂŒren. Dort wurde der Flughafen vorĂŒbergehend geschlossen.
Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt â GlĂŒck im UnglĂŒck, denn zahlreiche SchĂŒler, LehrkrĂ€fte und BeschĂ€ftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Was sagen Augenzeugen?
Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen ErdstöĂe. «Ich dachte, es wĂ€re mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten», sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. «Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.» Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: «Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.»
An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stĂŒrzte nach Angaben der Schulleitung ein GebĂ€ude ein. Verletzt wurde niemand. «Zum GlĂŒck fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren drauĂen», sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das GebĂ€ude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschĂ€digt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.
US-Geologen registrierten zahlreiche Nachbeben. Nach EinschĂ€tzung der US-Erdbebenwarte USGS könnten an einigen KĂŒstenabschnitten Wellen von bis zu drei Metern Höhe auftreten. Die philippinischen Behörden erklĂ€rten jedoch, zunĂ€chst seien keine ungewöhnlich hohen Wellen beobachtet worden. Die Entwicklung werde weiter ĂŒberwacht.
Was ist der Pazifische Feuerring?
PrĂ€sident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche UnterstĂŒtzung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklĂ€rte er. Er stehe in stĂ€ndigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung rief er auf: «Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht.» Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurĂŒcklassen mĂŒssten.Â
Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring â einem gigantischen, hufeisenförmigen VulkangĂŒrtel. Dort treten besonders hĂ€ufig starke Erdbeben und VulkanausbrĂŒche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstoĂen.
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