Tsunami-Warnung nach Erdbeben auf den Philippinen aufgehoben
08.06.2026 - 07:36:13 | dpa.deNach dem schweren Erdbeben vor der KĂŒste der sĂŒdphilippinischen Provinz Sarangani haben die Behörden die Tsunami-Warnungen weitgehend aufgehoben. Das Beben der StĂ€rke 7,8 hatte am Morgen (Ortszeit) Teile der Insel Mindanao erschĂŒttert, GebĂ€ude einstĂŒrzen lassen und Menschen in Panik auf die StraĂen getrieben. Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern.
Der philippinischen Polizei zufolge kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Die Katastrophenschutzbehörde sprach von möglicherweise bis zu acht Todesopfern, betonte jedoch, die Berichte mĂŒssten noch ĂŒberprĂŒft werden. Ob und wie viele Verletzte es gab, war genauso unklar wie das genaue AusmaĂ der SchĂ€den. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte zudem zahlreiche Nachbeben.Â
Das US-Tsunami-Warnzentrum hob seine Warnung mehrere Stunden nach dem Erdeben wieder auf. Zuvor hatte die Behörde vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Das philippinische Institut fĂŒr Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte nach eigenen Angaben in sechs KĂŒstengebieten Flutwellen von bis zu 1,4 Metern Höhe und beobachtete die Lage zunĂ€chst weiter.
Kleinere Flutwellen in Indonesien
Auch in Indonesien, wo die ErdstöĂe ebenfalls deutlich zu spĂŒren waren, wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert. Der Meeresspiegel stieg nach Angaben der zustĂ€ndigen Behörde jedoch nur leicht an. Die dortige Tsunami-Warnung wurde ebenfalls aufgehoben.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erhielt derweil Berichte ĂŒber SchĂ€den an Schulen, KrankenhĂ€usern, Einkaufszentren und Kirchen. Mehrere GebĂ€ude auf Mindanao stĂŒrzten teilweise oder ganz ein. Der Flughafen von General Santos City wurde vorĂŒbergehend geschlossen.#
Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr (Ortszeit) am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt â GlĂŒck im UnglĂŒck, denn zahlreiche SchĂŒler, LehrkrĂ€fte und BeschĂ€ftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
«Wir haben nur noch geschrien»
Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen ErdstöĂe. «Ich dachte, es wĂ€re mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten», sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. «Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.» Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: «Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.»
An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stĂŒrzte nach Angaben der Schulleitung ein GebĂ€ude ein. Verletzt wurde niemand. «Zum GlĂŒck fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren drauĂen», sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das GebĂ€ude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschĂ€digt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.
Was ist der Pazifische Feuerring?
PrĂ€sident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche UnterstĂŒtzung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklĂ€rte er. Er stehe in stĂ€ndigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung hatte er zuvor aufgerufen: «Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht.» Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurĂŒcklassen mĂŒssten.Â
Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring â einem gigantischen, hufeisenförmigen VulkangĂŒrtel. Dort treten besonders hĂ€ufig starke Erdbeben und VulkanausbrĂŒche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstoĂen.
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