Welterbe-Entscheid, Unesco

Welterbe-Entscheid der Unesco zu Bayerns Schlössern erwartet

12.07.2025 - 05:00:48 | dpa.de

Ein Vierteljahrhundert lang trieb Bayern die Bewerbung voran. Nun entscheidet die Unesco darĂŒber, ob die MĂ€rchenschlösser von König Ludwig II. zum Welterbe ernannt werden.

Die Unesco entscheidet am Samstag ĂŒber die Aufnahme der bayerischen MĂ€rchenschlösser ins Welterbe. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Unesco entscheidet am Samstag ĂŒber die Aufnahme der bayerischen MĂ€rchenschlösser ins Welterbe. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Unesco berĂ€t am Samstag in Paris ĂŒber die Aufnahme der bayerischen MĂ€rchenschlösser in das Welterbe. Die Chancen stehen gut, dass die Welterbekommission der UN-Kulturorganisation das Schloss Neuschwanstein, die Schlösser Herrenchiemsee und Linderhof sowie das Königshaus am Berg Schachen in die Welterbeliste aufnimmt. 

In Bayern war seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf diese Auszeichnung hingearbeitet worden. Die prachtvollen Schlösser in idyllischer Umgebung in Oberbayern sind seit nahezu 140 Jahren Touristenmagneten. Die Prunkbauten von Ludwig II. (1845-1886) lockten im vergangenen Jahr ĂŒber 1,7 Millionen Besucher, darunter viele Urlauber aus dem Ausland.

Ludwigs Schlösser sollen Fantasien wecken

Die in der zweiten HÀlfte des 19. Jahrhunderts errichten Königsschlösser sollen den Eindruck historischer Bauten erwecken und Mittelalter-TrÀume und Fantasien wecken. Schloss Neuschwanstein im AllgÀu etwa wurde wie eine mittelalterliche Ritterburg erbaut und Schloss Herrenchiemsee nach dem Vorbild von Versailles errichtet.

Das begehrte Welterbe-Siegel ist zwar nicht mit einer finanziellen Förderung verbunden, erhöht aber die weltweite Bekanntheit und das Ansehen der ausgezeichneten KulturstĂ€tten, was dem Tourismus zugutekommt. Der Staat verpflichtet sich, WelterbestĂ€tten langfristig zu erhalten und zu schĂŒtzen und muss der Unesco darĂŒber regelmĂ€ĂŸig Bericht erstatten.

Massentourismus in Kritik

Und wie wĂŒrde es mit den Schlössern nach der erwarteten Aufnahme ins Welterbe nun weitergehen? Dass mit dem neuen PrĂ€dikat die Werbetrommel gerĂŒhrt wird, um noch mehr Touristen anzulocken, ist wenig wahrscheinlich. Denn schon jetzt steht der Massentourismus insbesondere rund um Neuschwanstein in der Kritik, auch wenn er fĂŒr die angrenzenden Kommunen ein Wirtschaftsfaktor ist.

FrĂŒher konnte Neuschwanstein jĂ€hrlich teils mehr als 1,4 Millionen Menschen anlocken, doch wĂ€hrend der jĂŒngst abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wurden die Besucherzahlen gedeckelt. Nach dem Ende der Arbeiten sind in Neuschwanstein nun dauerhaft noch 45 Besucherinnen und Besucher pro Gruppe erlaubt. Damit soll sichergestellt werden, dass das Bauwerk nicht unter dem Ansturm leidet. Das bayerische Finanzministerium in MĂŒnchen, das fĂŒr die Schlösser im Freistaat zustĂ€ndig ist, betont, dass auch darĂŒber hinaus eine Überbelastung des Denkmals vermieden wird.

Bislang 54 WelterbestÀtten in Deutschland

Weltweit gibt es bisher nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission vor der diesjÀhrigen Sitzung 1.223 WelterbestÀtten in 168 LÀndern. Die meisten sind KulturdenkmÀler wie das mittelalterliche Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Es gibt aber auch NaturerbestÀtten, wie die Grube Messel in Hessen, die durch ihre zahlreichen Fossilienfunde bekannt ist. Insgesamt gab es in Deutschland bislang 54 WelterbestÀtten, darunter die AltstÀdte von Stralsund und Wismar, der Kölner Dom, das Wattenmeer und die römischen Grenzanlagen des Limes.

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