SCHWABEN, Bayern

Ex-Justizbeamtin gibt Handy-Schmuggel ins GefÀngnis zu

26.07.2023 - 15:02:43

Eine ehemalige Justizbeamtin hat fĂŒr einen HĂ€ftling Mobiltelefone ins GefĂ€ngnis geschmuggelt. Der Fall landete jetzt vor Gericht.

Eine frĂŒhere Justizbeamtin des GefĂ€ngnisses im schwĂ€bischen Kaisheim hat vor Gericht zugegeben, zehn Mobiltelefone fĂŒr einen HĂ€ftling in die Justizvollzugsanstalt geschmuggelt zu haben. Die 30-JĂ€hrige rĂ€umte auch ein, dass sie zu diesem HĂ€ftling eine Liebesbeziehung unterhalten und in einem BĂŒro des GefĂ€ngnisses mit ihm Sex hatte. Die Handys wurden an andere Gefangene weiterverkauft.

In dem Prozess vor dem Amtsgericht Augsburg mĂŒssen sich seit Mittwoch auch der 34 Jahre alte HĂ€ftling sowie dessen Eltern verantworten, weil sie an dem Handy-Schmuggel beteiligt waren. Auch die drei Mitangeklagten legten in dem Prozess GestĂ€ndnisse ab, wobei sich die Aussagen teilweise widersprachen. Die Richterin sagte, dass sich die Familienmitglieder dadurch wohl gegenseitig schĂŒtzen wollten.

Die ehemalige Beamtin, die inzwischen gekĂŒndigt hat und aus dem Staatsdienst ausgeschieden ist, ist wegen sexuellen Missbrauchs von Gefangenen und wegen Bestechlichkeit angeklagt. Der HĂ€ftling und seine Mutter sowie der Stiefvater, die die Handys besorgt und die Zahlungen abgewickelt haben, mĂŒssen sich wegen Bestechung verantworten.

Nach den GesprĂ€chen, die die Prozessbeteiligten hinter verschlossenen TĂŒren fĂŒhrten, können die Ex-Justizbeamtin und die Eltern mit BewĂ€hrungsstrafen rechnen. FĂŒr den HĂ€ftling, der wegen der VorwĂŒrfe nach VerbĂŒĂŸung seiner frĂŒheren Strafe wieder in Untersuchungshaft kam, war eine GefĂ€ngnisstrafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren im GesprĂ€ch.

@ dpa.de