Cyberangriff auf FlughÀfen in Europa - auch Berlin betroffen
20.09.2025 - 09:46:34Ein Cyberangriff hat VerspĂ€tungen am Berliner Flughafen BER und an weiteren europĂ€ischen FlughĂ€fen zur Folge. Ein Dienstleister fĂŒr Systeme zur Passagierabfertigung ist am Freitagabend angegriffen worden, wie der Flughafen BER mitteilte. Die Verbindungen zu den Systemen habe der Flughafen daraufhin gekappt. Passagiere mĂŒssen nun seit dem Morgen mit lĂ€ngeren Wartezeiten beim Check-in und Boarding und mit VerspĂ€tungen rechnen.
«Aufgrund einer technischen Störung bei einem europaweit eingesetzten Systemanbieter kommt es zu lÀngeren Wartezeiten beim Check-In. Wir arbeiten an einer technischen Lösung», teilte der Flughafen den Reisenden in einem Laufband auf seiner Internetseite mit.
Laut den FlughĂ€fen BER und London Heathrow ist die Firma Collins Aerospace betroffen, das Unternehmen bestĂ€tigte der Deutschen Presse-Agentur «eine cyberbedingte Störung» an einigen FlughĂ€fen. «Wir arbeiten aktiv daran, das Problem zu beheben und die volle FunktionalitĂ€t fĂŒr unsere Kunden schnellstmöglich wiederherzustellen. Die Auswirkungen beschrĂ€nken sich auf den elektronischen Check-in und die GepĂ€ckabgabe und können durch manuelle Check-in-VorgĂ€nge abgemildert werden», schrieb Collins Aerospace.
Das US-Unternehmen ist in verschiedenen Bereichen der Luft- und Raumfahrttechnologie tĂ€tig. Neben der Herstellung von Komponenten fĂŒr die Luftfahrindustrie entwickelt Collins Aerospace eigenen Angaben auf der Homepage zufolge unter anderem Systeme fĂŒr militĂ€rische Anwendungen und ist in der Raumfahrttechnologie tĂ€tig.Â
Papierlisten zum Abhaken
Auf der Internetseite des Flughafens BER war am Morgen zu sehen, dass viele FlĂŒge ohne VerspĂ€tung starten konnten, bei manchen kam es aber zu kurzen und zum Teil auch lĂ€ngeren VerspĂ€tungen.Â
«Derzeit versuchen wir, mit Papierlisten und Bleistift zum Abhaken zu arbeiten und bemĂŒhen uns um eine schnelle Behebung. Daher dauert es alles lĂ€nger», sagte ein Sprecher des Hauptstadt-Airports. Wie lange die EinschrĂ€nkung andauere, könne er nicht sagen. Ein Krisenstab sei eingerichtet worden. Der Online-Check-in funktioniere aber.
Zugleich wurde mitgeteilt: «Der Flughafen selbst ist nicht Ziel des Cyber-Angriffs gewesen und davon nur indirekt betroffen.» Der Systemanbieter wird europaweit an FlughĂ€fen eingesetzt. Neben Berlin sind noch andere europĂ€ische FlughĂ€fen betroffen, eine BestĂ€tigung dafĂŒr gab es vom Flughafen BrĂŒssel in Belgien und Heathrow in GroĂbritannien.Â
Weitere groĂe deutsche FlughĂ€fen wohl nicht betroffen
Die FlughĂ€fen Frankfurt, MĂŒnchen, Hamburg, Hannover, Dresden, Leipzig/Halle, DĂŒsseldorf, Bremen und Köln berichteten am Morgen, nicht betroffen zu sein. Der Betrieb laufe normal, es gebe keine EinschrĂ€nkungen.
Der Flughafen in MĂŒnster sei am Freitagabend gegen 22.00 Uhr betroffen gewesen, sagte eine Sprecherin. Allerdings habe man innerhalb von 30 Minuten auf die eigene IT umstellen können. Auswirkungen fĂŒr FluggĂ€ste habe es nicht gegeben. Zuvor hatte der WDR darĂŒber berichtet.
Erhebliche Auswirkungen möglich
Der Flughafen BrĂŒssel teilte mit, es sei mit erheblichen Auswirkungen auf den Flugbetrieb zu rechnen - es wurden bislang zehn FlĂŒge gestrichen und 17 weitere hatten mehr als eine Stunde VerspĂ€tung. Die Schlangen an den Check-in-Schaltern seien lĂ€nger als ĂŒblich.Â
Derzeit sei aufgrund der Attacke nur manuelles Einchecken und Boarding möglich, heià es weiter. Der Dienstleister versuche so schnell wie möglich, das Problem zu beheben. Passagiere sollten ihren Flugstatus bei der Airline checken, bevor sie anreisten, und ausreichend Zeit am Flughafen einplanen.
Auch der Flughafen London Heathrow erklĂ€rte, es könne zu VerspĂ€tungen kommen, sprach aber von technischen Problemen, die zu VerspĂ€tungen fĂŒr abfliegende Passagiere fĂŒhren können.
Ob und welche weiteren FlughÀfen betroffen sind, ist unklar. Bislang meldeten andere europÀische FlughÀfen keine Probleme.





