Tod, Messerstichen

Tod nach hundert Messerstichen - Frau rÀumt Tötung ein

29.07.2024 - 12:19:52 | dpa.de

Eine Frau gesteht, einen Mann erstochen zu haben - aus Angst, das Opfer könnte ihren Ehemann wieder mit einem frĂŒheren Trinkkumpan in Kontakt bringen. Zum Prozessauftakt bleiben dennoch Fragen offen.

Die 52 Jahre alte Angeklagte hat die Tötung des Mannes zum Prozessauftakt gestanden. - Foto: Bernhard Hiergeist/dpa
Die 52 Jahre alte Angeklagte hat die Tötung des Mannes zum Prozessauftakt gestanden. - Foto: Bernhard Hiergeist/dpa

Im Prozess um die Tötung eines 76-JĂ€hrigen hat die Angeklagte eingerĂ€umt, die Tat begangen zu haben. Die Verteidigerin der heute 52-JĂ€hrigen aus MĂŒnchen verlas beim Auftakt vor dem Landgericht MĂŒnchen I eine ErklĂ€rung: Die Frau wolle «ohne Wenn und Aber» zur AufklĂ€rung beitragen und habe diese bereits in der Vergangenheit getan. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Mord aus HeimtĂŒcke und niederen BeweggrĂŒnden vor.

Laut Anklage hat die 52-JĂ€hrige im Januar 2023 einem Bekannten der Familie mindestens einhundert Messerstiche zugefĂŒgt, vor allem am Kopf. Der 76-JĂ€hrige verblutete. Sie habe dies aus Angst getan, der Mann könnte den Kontakt zu einem ehemaligen Trinkkumpan ihres Ehemannes wiederherstellen. Dieser habe laut der ErklĂ€rung von Mitte der 1990er Jahre bis Anfang der 2000er versucht, die Ehe zu zerstören. 

Verteidigung spricht von Handgemenge

Die Angeklagte habe den 76-JĂ€hrigen darum mehrfach zu ĂŒberzeugen versucht, die Handynummer des Freundes nicht weiterzugeben. Wie die Verteidigung darstellte, kam es bei einem Treffen in der Wohnung des Mannes zu einem Handgemenge. An Messerstiche und ob sie das Messer bereits zum Treffen mitgebracht habe, könne sich die Frau nicht erinnern. Vorerst sind bis Ende September zwölf weitere Verhandlungstermine angesetzt.

In Bayern wurden im zuletzt erhobenen Jahr 2022 insgesamt 39 Menschen wegen Mordes oder versuchten Mordes verurteilt, darunter waren lediglich vier Frauen. Auch bei Verurteilungen wegen Totschlags waren mit 10 von 64 Verurteilungen (15 Prozent) Frauen deutlich in der Unterzahl. Die Zahlen entsprechen in etwa der bundesweiten Quote – demnach waren Frauen in 55 von insgesamt 502 FĂ€llen von Mord und Totschlag die TĂ€terinnen.

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