TÀter hÀlt Bankmitarbeiterin stundenlang fest - Motiv unklar
07.01.2025 - 14:18:36SpezialkrĂ€fte der Polizei im Einsatz in einem kleinen Ort: Im sĂŒdhessischen Rimbach hĂ€lt ein Mann drei Stunden lang eine Bankmitarbeiterin fest, bevor Beamte ihn festnehmen können. Der Mann bedrohte die Frau nach Polizeiangaben mit einem Werkzeug. Warum, war zunĂ€chst unklar. Der 36-JĂ€hrige und sein 21 Jahre altes Opfer blieben Ă€uĂerlich unverletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.Â
Im Internet kursierte ein mutmaĂliches Video der Tat, auf dem ein Mann eine völlig verĂ€ngstigte und weinende Frau mit einem Gegenstand bedroht. Dabei umklammert er sie von hinten mit einem Arm um den Hals. Die Polizei bat darum, Videos und Fotos der Tat weder zu teilen noch zu veröffentlichen und gegebenenfalls wieder zu löschen. Aufgenommen wurde das Video mutmaĂlich von einem Augenzeugen per Handy.
Mann dringt gegen 8 Uhr ins GebÀude ein
Der Mann war nach Polizeiangaben am Morgen gegen 8.00 Uhr in das BankgebĂ€ude eingedrungen und hatte die Frau festgehalten. Die Polizei sprach dabei nicht von einer Geiselnahme. Vor Ort waren nicht nur PolizeikrĂ€ften aus ganz SĂŒdhessen, sondern auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK).
Der Bereich um die Bankfiliale, die in einer HĂ€userzeile liegt, wurde weitrĂ€umig mit rot-weiĂem Flatterband abgesperrt. «Es war ungewöhnlich still», erzĂ€hlte eine Passantin von ihren EindrĂŒcken. Durch die Absperrungen kam auch der Verkehr in Teilen der Gemeinde zum Erliegen. Zahlreiche Polizeiautos waren zu sehen, auch in den SeitenstraĂen. SchlieĂlich konnte der TĂ€ter widerstandslos festgenommen werden.
Sprecher: Unblutig beendet
Zu Einzelheiten der Tat hielt sich die Polizei zunÀchst bedeckt. Ein Sprecher erklÀrte, es lÀgen keine Erkenntnisse vor, dass der Mann Geld in der Bankfiliale erbeuten wollte. Ob er andere Forderungen stellte, blieb zunÀchst unklar.
Eine Verhandlungsgruppe nahm Kontakt zu dem TĂ€ter auf, wie ein Polizeisprecher nach der Festnahme sagte. Details zur Festnahme gegen 11.00 Uhr nannte der Sprecher nicht. «Die Lage wurde unblutig beendet, und das ist unterm Strich fĂŒr uns immer das Entscheidende.» FĂŒr Angehörige und weitere unmittelbar von der Tat betroffene Menschen wurde eine Betreuung im Rathaus von Rimbach angeboten.
«Ich hĂ€tte nie gedacht, dass so etwas in so einem kleinen Ort passieren kann», sagte eine Passantin in dem rund 8.800 Einwohner und Einwohnerinnen zĂ€hlenden Ort im Odenwald, der nicht weit entfernt von der Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-WĂŒrttemberg liegt. Neugierige kamen zum Absperrband und beobachteten den Polizeieinsatz im Schneeregen. SpĂ€ter waren in dem GebĂ€ude Ermittler der Polizei zu sehen.
Wohnungsdurchsuchung angedacht
Bei den Ermittlungen wĂŒrden jetzt neben dem TatverdĂ€chtigen und der Bankmitarbeiterin auch Zeugen vernommen, sagte eine Polizeisprecherin. Spuren wĂŒrden ausgewertet, zudem sei eine Wohnungsdurchsuchung bei dem VerdĂ€chtigen angedacht. Ăber das weitere Vorgehen werde dann die Staatsanwaltschaft entscheiden.Â
«Wir mĂŒssen erst mal AufklĂ€rung betreiben, und dann wird entschieden, ob Untersuchungshaftbefehl beantragt wird», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt. NĂ€here Informationen zu dem 36 Jahre alten Mann waren zunĂ€chst nicht zu erhalten.Â
Die Polizei sprach in ihren Mitteilungen nicht von einer Geiselnahme. Dabei erheben TÀter Forderungen oder versuchen, etwas zu erpressen, indem sie eine andere Person gegen ihren Willen an einem Ort festhalten. Juristisch gesehen handelt es sich erst einmal um eine Freiheitsberaubung, die Geiselnahme wÀre eine besondere Form davon.
BĂŒrgermeister spricht von «Schock»
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) dankte der Polizei und dem Spezialeinsatzkommando fĂŒr den «umsichtigen und erfolgreichen» Einsatz. «Sie haben dazu beigetragen, dass Schlimmeres verhindert werden konnte und es vor allem keine Verletzten gab», hieĂ es in einer Mitteilung des Ministeriums. Er hoffe, dass das Opfer das Geschehene so gut und so schnell wie möglich verarbeiten könne, ergĂ€nzte Poseck.
Auch der Rimbacher BĂŒrgermeister Holger Schmitt (unabhĂ€ngig) zeigte sich am Nachmittag sehr erleichtert darĂŒber, dass die Tat unblutig zu Ende gebracht werden konnte. «Deswegen gilt mein Dank natĂŒrlich vor allem der Polizei und den EinsatzkrĂ€ften», erklĂ€rte Schmitt. Die Nachricht ĂŒber die Lage am Morgen sei zunĂ€chst ein «Schock» fĂŒr die Gemeinde und ihn selbst an seinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr gewesen. «Auf sowas ist man nicht vorbereitet», sagte Schmitt. Umso wichtiger seien in einer solchen Situation SolidaritĂ€t und Hilfsbereitschaft, die sich «von allen Seiten in der Gemeinde» und auch darĂŒber hinaus gezeigt habe.
So seien Angehörige und weitere Betroffene, darunter auch die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bankfiliale, im Rimbacher Rathaus betreut worden. Ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger, aber auch Verwaltungsmitarbeitende hĂ€tten sich um die Menschen gekĂŒmmert, RĂ€umlichkeiten sowie Verpflegung zur VerfĂŒgung gestellt.Â
Die Kriminalpolizei habe das Rathaus zudem genutzt, um Zeugenaussagen aufzunehmen, und auch die Feuerwehr und der Bauhof seien an den MaĂnahmen beteiligt gewesen und hĂ€tten unter anderem StraĂensperrungen vorgenommen oder unterstĂŒtzt. Seine Gedanken seien jetzt vor allem bei der betroffenen Mitarbeiterin der Bank und ihrer Familie, sagte Schmitt.





