Mutter, Baby und Jugendliche an Ostern von Baum erschlagen
06.04.2026 - 13:45:24 | dpa.deEs sollte ein fröhliches Ostereiersuchen werden, aber endet in einer Tragödie: Es ist gegen 11 Uhr am Ostersonntag, als in einem WaldstĂŒck in Schleswig-Holstein ein rund 30 Meter hoher Baum umstĂŒrzt. Vier Menschen werden unter ihm eingeklemmt, drei von ihnen sterben. Darunter sind eine Mutter und ihr Baby.
Rund um den umgestĂŒrzten Baum in der Gemeinde Mittelangeln sĂŒdöstlich von Flensburg liegen am Sonntagabend zerdrĂŒckte Schoko-Ostereier, unter dem Stamm klemmte ein kleines Plastikrad, womöglich von einem Kinderwagen.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hielt sich eine Gruppe aus einer nahegelegenen Wohneinrichtung in dem WĂ€ldchen in Satrupholm auf, um Ostereier zu suchen. Insgesamt sollen es rund 50 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betreuungspersonen gewesen sein. Sie werden nach dem UnglĂŒck von Notfallseelsorgern betreut.
Zehn Monate altes Baby stirbt im Krankenhaus
Eine 16 Jahre alte Jugendliche und eine 21-jĂ€hrige Frau sterben noch an der UnglĂŒcksstelle. Die zehn Monate alte Tochter der 21-JĂ€hrigen wird lebensgefĂ€hrlich verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel geflogen, wo sie spĂ€ter ihren schweren Verletzungen erliegt. Eine 18-JĂ€hrige wird bei dem Unfall schwer verletzt, am Sonntag schwebt sie nach Erkenntnissen der Polizei aber nicht in Lebensgefahr. Weitere Personen werden leicht verletzt.Â
Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. «Zur Ursache können wir noch keine verlĂ€sslichen Angaben machen», sagt ein Sprecher der Polizei. Der groĂe Baum sei vermutlich durch starke Böen umgestĂŒrzt. Die Landesforsten, die fĂŒr die WaldflĂ€che verantwortlich sind, seien ĂŒber den Vorfall bereits informiert worden. Noch ist unklar, ob der umgestĂŒrzte Baum VorschĂ€den hatte oder eine Krankheit aufwies.
Vereine raten zu Vorsicht â auch nach dem Sturm
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war es ĂŒber Ostern im Norden stĂŒrmisch. Am Sonntagvormittag hatte der DWD tagsĂŒber Windböen bis stĂŒrmische Böen zwischen 55 und 65 Kilometern pro Stunde vorhergesagt. In exponierten Lagen war von vereinzelten Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde die Rede. Das entspricht WindstĂ€rke neun.
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald warnt davor, sich bei stĂŒrmischem Wetter im Wald aufzuhalten: «Bei Sturm oder Gewitter sollten Sie den Wald so rasch als möglich verlassen», heiĂt es auf der Website. Bereits bei mĂ€Ăigem Wind könnten Ăste und Zapfen herunterfallen, die Menschen schwer verletzen oder töten könnten.
Auch der Deutsche Alpenverein warnt auf seiner Website: «Immer wieder treten auch in Deutschland Tornados auf, also sehr lokale WirbelstĂŒrme.» Diese könnten selbst starke und eigentlich gut verwurzelte BĂ€ume wie Zahnstocher umknicken. Auch noch Tage spĂ€ter könnten umgeknickte BĂ€ume, die unter starker Spannung stehen, lose ĂŒberhĂ€ngen oder an andere BĂ€ume lehnen, plötzlich herunterfallen.Â
Landesregierung reagiert erschĂŒttert
Mitglieder der Landesregierung zeigten sich nach dem WaldunglĂŒck entsetzt. «Das furchtbare UnglĂŒck bei Satrupholm am Ostersonntag erschĂŒttert uns zutiefst», erklĂ€rten Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther, Innenministerin Magdalena Finke (beide CDU) sowie Jugend- und Familienministerin Aminata TourĂ© (GrĂŒne). Aus einem gemeinsamen, freudigen Feiertag sei binnen weniger Augenblicke eine entsetzliche Tragödie geworden.Â
Ausflug eines Wohnheims fĂŒr junge Eltern und ihre Kinder
Ganz in der NĂ€he des tödlichen Unfalls betreibt der private KitatrĂ€ger Sternipark eine Mutter-Vater-Kind-Wohneinrichtung und eine Jugendhilfe. Sternipark sprach in einer Stellungnahme von einem tragischen UnglĂŒck wĂ€hrend eines Ausflugs. «Ein umstĂŒrzender Baum hat das fröhliche Ostereiersuchen fĂŒrchterlich beendet.»Â
Feuerwehren, Polizei, Notfallseelsorger und Mitarbeiter hĂ€tten vor Ort alles Menschenmögliche unternommen, um zu helfen, zu retten und im Schmerz beizustehen, hieĂ es. Die Bewohner, Kinder, Jugendliche, Angehörige und Mitarbeiter brĂ€uchten jetzt Zeit und volle UnterstĂŒtzung, das furchtbare UnglĂŒck zu verarbeiten.
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