Angriff, Bar

Angriff vor Bar in Bielefeld: Was wir wissen - und was nicht

20.05.2025 - 12:41:08 | dpa.de

Eine Gruppe steht vor einer Bar in Bielefeld. Plötzlich greift ein Mann mehrere Menschen brutal an. Der TatverdÀchtige ist in Untersuchungshaft. War die Tat religiös motiviert?

  • Bei dem Angriff auf die Bielefelder Fußballfans wurden mehrere Menschen verletzt. (Archivbild) - Foto: Christian MĂŒller/Christian MĂŒller TV/dpa
  • Nach dem Angriff in Bielefeld gab es einen SEK-Einsatz in Heiligenhaus. - Foto: Tim Oelbermann/dpa
  • In Heiligenhaus bei DĂŒsseldorf haben Polizisten einen verdĂ€chtigen Mann festgenommen. - Foto: Tim Oelbermann/dpa
  • Der TatverdĂ€chtige hatte vor einer Bar mehrere Menschen angegriffen und verletzt. - Foto: Friso Gentsch/dpa
Bei dem Angriff auf die Bielefelder Fußballfans wurden mehrere Menschen verletzt. (Archivbild) - Foto: Christian MĂŒller/Christian MĂŒller TV/dpa Nach dem Angriff in Bielefeld gab es einen SEK-Einsatz in Heiligenhaus. - Foto: Tim Oelbermann/dpa In Heiligenhaus bei DĂŒsseldorf haben Polizisten einen verdĂ€chtigen Mann festgenommen.  - Foto: Tim Oelbermann/dpa Der TatverdĂ€chtige hatte vor einer Bar mehrere Menschen angegriffen und verletzt.  - Foto: Friso Gentsch/dpa

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht nach dem blutigen Angriff auf feiernde Menschen in Bielefeld von einer «Schock-Tat». 

Was wir wissen: 

Der Tatablauf:

Am frĂŒhen Sonntagmorgen griff ein TĂ€ter nach Polizeiangaben mehrere feiernde Menschen in Bielefeld an. Er stach mit einem Messer und einem Stab mit einer daran befestigten Klinge auf mindestens vier Menschen ein, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld mitteilte. Die Opfer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren hatten in einer grĂ¶ĂŸeren Gruppe vor einer Bar am Nordwestrand der Bielefelder Innenstadt gestanden.

FrĂŒheren Angaben der Ermittler zufolge hatten bei dem Geschehen fĂŒnf Menschen Verletzungen davon getragen. Vier Verletzte hĂ€tten allerdings sicher Stichverletzungen erlitten, erklĂ€rte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Nachmittag. Unter den Verletzten sollen Fußballfans gewesen sein. Der ostwestfĂ€lische Fußballclub Arminia Bielefeld hatte nach dem letzten siegreichen Saisonspiel am Samstag mit seinen Fans die Meisterschaft in der 3. Liga gefeiert. Die Attackierten setzten sich mit SchlĂ€gen zur Wehr und verletzten dabei auch den Angreifer. Dieser flĂŒchtete. Beamte stellten am Tatort mehrere Messer sicher. 

Der TatverdÀchtige:

Die Polizei hat einen 35-jĂ€hrigen Syrer als mutmaßlichen TĂ€ter festgenommen. Er wohnt den Angaben zufolge in der rund 26.000 Einwohner zĂ€hlenden Stadt Harsewinkel westlich von Bielefeld. Er war ĂŒber die TĂŒrkei nach Europa eingereist. Im Dezember 2023 stellte das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge ihm einen befristeten Schutzstatus aus, nachdem er in Deutschland Asylantrag gestellt hatte. Er war nach ersten Behördenangaben bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten. 

Fahndung und Festnahme:

Beamte fanden am Tatort in Bielefeld eine vom mutmaßlichen TĂ€ter zurĂŒckgelassene Tasche mit Personaldokumenten sowie eine Flasche mit einer nach Benzin riechenden FlĂŒssigkeit. Zeugenhinweise brachten die Ermittler auf die Spur des flĂŒchtigen TatverdĂ€chtigen, die von Bielefeld ins etwa 170 Kilometer entfernte Heiligenhaus in der NĂ€he von DĂŒsseldorf fĂŒhrte. Bei seiner Festnahme leistete der Mann Widerstand und wurde leicht verletzt. 

Der Tatvorwurf:

Ein Richter am Amtsgericht Bielefeld erließ am Nachmittag Haftbefehl. Die Ermittler werfen dem VerdĂ€chtigen versuchten Mord in Tateinheit mit gefĂ€hrlicher Körperverletzung in vier FĂ€llen vor. 

Was wir nicht wissen: 

Das mögliche Motiv:

Die Bundesanwaltschaft hat dazu die Ermittlungen ĂŒbernommen. Es bestehe der Verdacht, dass die Tat religiös motiviert war und als Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verstehen sei, teilte die Karlsruher Behörde mit. Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Strafverfolgungsbehörde Deutschlands und wird unter anderem bei Straftaten aus dem Bereich Terrorismus, Spionage oder Kriegsverbrechen tĂ€tig. Laut Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) haben sich inzwischen die Hinweise verdichtet, dass der TĂ€ter aus einer islamistischen Motivation gehandelt hat.

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