Kriegsfolgen, Berlin

Experten: In Berlin-Mitte entdeckte Brandbombe ungefÀhrlich

19.09.2025 - 08:46:44

Eine in der Spree entdeckte Brandbombe ist nach EinschÀtzung der Fachleute ungefÀhrlich. Im Spandau soll ein BlindgÀnger dagegen noch entschÀrft werden. Muss auch ein Krankenhaus gerÀumt werden?

Aufatmen in Berlin-Mitte: Die Weltkriegsbombe, die am Donnerstag in Berlin-Mitte in der Spree entdeckt wurde, wird als nicht gefÀhrlich eingestuft. «Wir können Entwarnung geben», sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Deutschen Presse-Agentur. «Es besteht keine Gefahr mehr. Die Bombe muss nicht entschÀrft werden.» 

Sie wurde bereits aus der Spree geholt und soll fachgerecht entsorgt werden. «Die Brandbombe wurde bei der Begutachtung als ungefĂ€hrlich eingestuft», sagte der Sprecher. In Spandau steht dagegen eine BombenentschĂ€rfung an. Aus diesem Grund mĂŒssen dort rund 12.400 Menschen raus aus den HĂ€usern. Die Evakuierung hat bereits begonnen. 

In Berlin-Mitte nahmen Taucher die Bombe am frĂŒhen Morgen in Augenschein. Der BlindgĂ€nger war bei Bauarbeiten an der MĂŒhlendammschleuse an der Fischerinsel entdeckt worden. 

Die Fischerinsel gehörte einst zum Ă€ltesten Teil der mittelalterlichen Stadt Cölln auf dem Gebiet des heutigen Berlin. Obwohl von den damaligen GebĂ€uden nur noch wenig zu sehen ist, wird das Stadtviertel im sĂŒdlichen Teil der Spreeinsel in Mitte von vielen Touristen aufgesucht.

Sperrkreis ist wieder aufgehoben

Der Fundort war von der Polizei abgesperrt worden. Rund 8.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Medizinische Einrichtungen waren nach Angaben der Polizei nicht von der Evakuierung betroffen. In dem Bereich liegen aber Botschaften sowie GebÀude der Senatsverwaltung. 

Inzwischen ist der Sperrkreis wieder aufgehoben worden. «Die Menschen können wieder in ihre Wohnungen zurĂŒck», sagte der Sprecher. Auch die Sperrung mehrere Straßen gilt nicht mehr. Es könne aber weiter zu VerkehrsbeeintrĂ€chtigungen kommen. 

 

Weitere EntschÀrfung in Spandau geplant

In Berlin-Spandau soll im Laufe des Tages eine 100-Kilo-Weltkriegsbombe entschĂ€rft werden. Die Einrichtung des Sperrkreises hat begonnen. Auch ein Teil der Havel wird gesperrt. In einer Turnhalle wurde eine Notunterkunft fĂŒr Menschen eingerichtet, die nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen können. 

Im Sperrkreis befinden sich unter anderem ein Krankenhaus, eine Pflegeeinrichtung, eine Grundschule und zwei Kitas, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben des Krankenhauskonzerns Vivantes wird das Klinikum aber nicht evakuiert. Die Patientenversorgung gehe uneingeschrÀnkt weiter, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings könne die Rettungsstelle in der Zeit nicht angefahren werden und Patienten könnten keine Besucher empfangen.

In der betroffenen Pflegeeinrichtung ist laut Polizei der Betrieb ebenfalls nicht eingeschrĂ€nkt, allerdings kann man dort – wie in der Klinik – nicht mehr hinein oder hinaus.

BlindgÀnger wurde bereits am Mittwoch gefunden

Der russische BlindgÀnger in Spandau war bei Bauarbeiten am Mittwochmorgen gefunden worden. Da von der Bombe keine unmittelbare Gefahr ausging, entschied die Polizei, die EntschÀrfung erst jetzt vorzunehmen. Der Fundort wurde abgesperrt und laut Polizei von EinsatzkrÀften rund um die Uhr bewacht.

Die Evakuierung in Spandau gehört zu den grĂ¶ĂŸten in der Hauptstadt wegen einer BombenentschĂ€rfung. Zuletzt mussten im Juli 2023 in Marzahn etwa 15.000 Menschen wegen der EntschĂ€rfung einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe ihre Wohnungen verlassen. Im Dezember 2021 waren wegen einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe ebenso viele Menschen in Gesundbrunnen von solchen Sicherheitsmaßnahmen betroffen.

@ dpa.de