Italien, Deutschland

Grab von Goethes Sohn in Rom restauriert

27.10.2025 - 17:38:24 | dpa.de

Eine neue Marmorplakette, aber immer noch ohne den Vornamen: Fast 200 Jahre nach dem Tod August von Goethes wurde dessen Grab in Rom nun so gestaltet, wie es frĂŒher einmal war.

Ein Hinweisschild - mit dem Vornamen - zeigt nun den Weg zum Grab von Goethes Sohn. - Bild: Christoph Sator/dpa
Ein Hinweisschild - mit dem Vornamen - zeigt nun den Weg zum Grab von Goethes Sohn. - Bild: Christoph Sator/dpa

Zum 195. Todestag ist das Grab von Goethes Sohn August auf einem Friedhof in Rom restauriert worden: Auf dem Grabstein ist nun wieder eine Marmorplakette mit dem Antlitz von August von Goethe (1789-1830) zu sehen. Seit vielen Jahrzehnten hing dort nur eine Kopie aus Bronze. Allerdings steht auf dem Stein noch immer nicht sein Vorname, sondern nur «Goethe Filius» («Goethe, der Sohn»). So hatte dies Goethe - der Vater - selbst verfĂŒgt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hatte mit Christiane Vulpius fĂŒnf Kinder. Eines wurde tot geboren, drei starben in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt. Das Erwachsenenalter erreichte nur August, der den Vater aber ebenfalls nicht ĂŒberlebte: Er starb am 27. Oktober 1830 wĂ€hrend einer Italien-Reise. Als Todesursache des starken Trinkers wurde HirnhautentzĂŒndung vermerkt. Sein Vater hatte von 1786 bis 1788 selbst eine Italien-Reise unternommen, die in die Literaturgeschichte einging.

Immer im Schatten des Vaters 

Der Grabstein mit der Marmorplakette wurde von dem dĂ€nischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844) gestaltet. Die Inschrift gab der Vater in Auftrag. Darauf heißt es in lateinischer Sprache: «Goethe, der Sohn, dem Vater vorausgehend, starb 40-jĂ€hrig 1830». Heute sehen darin viele eine Missachtung von August, weil dessen Vorname fehlt. TatsĂ€chlich kam der Beamte, der auch selbst ErzĂ€hlungen und Gedichte verfasste, aus dem Schatten des ĂŒbermĂ€chtigen Vaters nie heraus. 

Die Inschrift durfte bei der Restaurierung aufgrund italienischer Vorschriften nicht geĂ€ndert werden. Die Direktorin des Friedhofs, Yvonne Mazurek, begrĂŒndete dies mit dem Denkmalschutz. DafĂŒr gebe es keine Genehmigung vom Kulturministerium, das fĂŒr den Cimitero Acattolico mit seinen etwa 4.000 GrĂ€bern zustĂ€ndig sei, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nicht einmal eine Platte auf dem Grab mit Augusts Namen ist bislang in der Planung.

Immerhin ein Hinweisschild mit Augusts Namen

Immerhin gibt es auf dem Friedhof nun jedoch ein Schild mit seinem Vornamen, das auf das Grab hinweist. Dort heißt es nun, versehen mit einem Pfeil, «August von Goethe». Bis vor kurzem war auch auf dem Hinweisschild nur vom Sohn die Rede. Finanziert wurde die Restaurierung vom Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums in Weimar.

de | unterhaltung | 68299306 |

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