Rauchen, Kinder

LĂ€nder starten neuen Anlauf fĂŒr Rauchverbot im Auto

18.09.2025 - 16:41:15

Eine Zigarette im Auto – und schon droht Kindern ein Vielfaches der Rauchbelastung wie in verrauchten Kneipen. Aus den BundeslĂ€ndern kommt jetzt erneut ein Vorstoß fĂŒr ein Rauchverbot im Auto.

Mehrere LĂ€nder unternehmen einen neuen Anlauf fĂŒr ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Der Antrag werde am 26. September ohne Änderungen erneut in die LĂ€nderkammer eingebracht, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfĂ€lischen Gesundheitsministeriums. Zuvor hatte die «Rheinische Post» berichtet.

«Es ist unverantwortlich, wenn Menschen in Gegenwart von Kindern oder Schwangeren in Autos rauchen», sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf dpa-Anfrage. Ungeborene Kinder und MinderjĂ€hrige könnten sich nicht vor den Gefahren des Passivrauchens schĂŒtzen. SchĂ€digungen der Lunge, erhöhtes Krebsrisiko und Wachstumsstörungen seien nur einige Gefahren. Der Staat habe daher eine besondere Schutzpflicht gegenĂŒber denjenigen, die sich nicht selbst schĂŒtzen könnten. 

Um das Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von MinderjĂ€hrigen oder Schwangeren zu erreichen, haben unter anderem NRW und Niedersachsen erneut eine Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes eingebracht. Erwartungen, dass auf freiwilliger Basis auf das Rauchen im Auto in Anwesenheit verzichtet werde, hĂ€tten sich nicht erfĂŒllt, heißt es in dem Gesetzentwurf. 

Erhöhtes Krebsrisiko durch Passivrauchen

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg schĂ€tze, dass derzeit rund eine Million MinderjĂ€hrige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien. Außerdem erhöhe Passivrauchen das Krebsrisiko. So erkrankten MinderjĂ€hrige, deren Eltern rauchen, beispielsweise hĂ€ufiger an Lebertumoren oder LeukĂ€mie. 

Gerade in geschlossenen RĂ€umen seien MinderjĂ€hrige und auch ungeborene Kinder dem Passivrauchen verstĂ€rkt ausgesetzt, heißt es weiter in dem Entwurf. «Die Tabakrauchbelastung in geschlossenen FahrgastrĂ€umen erreicht bereits beim Rauchen einer einzigen Zigarette innerhalb weniger Minuten ein Vielfaches einer stark verrauchten GaststĂ€tte», heißt es in dem Entwurf. 

Rauchverbot in Autos schon seit Jahren Thema

Wenn der Bundesrat den Gesetzentwurf zustimmt, ist der Bundestag am Zug. Schon seit Jahren gibt es Initiativen der BundeslĂ€nder fĂŒr die Erweiterung des Nichtraucherschutzgesetzes. Zuletzt entschied der Bundesrat im MĂ€rz 2022, einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Im Sommer 2023 lag auch ein Referentenentwurf aus dem Haus des damaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) vor. Die GesetzesĂ€nderung kam aber wegen des Ampel-Aus auf Bundesebene in der letzten Legislaturperiode nicht mehr zustande.

@ dpa.de