Britische, Polizei

Britische Polizei schlÀgt Alarm wegen Gewalt an Frauen

23.07.2024 - 11:17:01 | dpa.de

Einem Bericht zufolge werden allein in England und Wales tÀglich 3000 Gewalttaten an Frauen und MÀdchen begangen. Die Polizei sieht auch Internet-Konzerne in der Pflicht.

Die britische Polizei spricht von einem
Die britische Polizei spricht von einem "nationalen Notstand" wegen Gewalt an Frauen. (Symbolbild) - Foto: Peter Byrne/Press Association/dpa

Gewalt an Frauen und MĂ€dchen hat in Großbritannien drastische Ausmaße angenommen. Das geht aus einem Bericht des Verbands der PolizeiprĂ€sidenten NPCC (National Police Chiefs' Council) hervor.

Demnach wurden in einem Zeitraum von zwölf Monaten in den Jahren 2022 und 2023 allein in den Landesteilen England und Wales mehr als eine Million Gewalttaten an Frauen und MÀdchen registriert. Dazu gehören demnach unter anderem sexualisierte Gewalt, hÀusliche Gewalt, Stalking und Kindesmissbrauch.

Polizei spricht von «nationalem Notstand»

Das entspreche beinahe 3000 Taten pro Tag und 20 Prozent aller Straftaten, wenn man Betrug herausrechne. Mindestens eine von zwölf Frauen werde pro Jahr zum Opfer, so der Bericht. Die Dunkelziffer dĂŒrfte zudem hoch sein.

Und die Gewalt nimmt zu: Im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2019 sei die Zahl der Straftaten um 37 Prozent gestiegen. Es handle sich um einen «nationalen Notstand», so der Bericht.

Strafjustizsystem ist ĂŒberlastet

Der Verband forderte die Regierung auf, ein nationales Zentrum fĂŒr öffentliche Sicherheit einzurichten, um das Problem auf verschiedenen Ebenen anzugehen. Mit den bisherigen Institutionen und Strafverfolgung allein sei es nicht möglich, mit der Situation fertig zu werden. 

«Eine zentrale Anlaufstelle innerhalb der Polizei, die spezialisierte FĂ€higkeiten und Kompetenzen bĂŒndelt, wĂŒrde die PolizeikrĂ€fte dabei unterstĂŒtzen, ihre Reaktion auf Gewalt gegen Frauen und MĂ€dchen zu verbessern», sagte die stellvertretende PolizeiprĂ€sidentin Maggie Blyth, die fĂŒr das Thema zustĂ€ndig ist.

Tech-Konzerne sollen frauenfeindliche Inhalte bekÀmpfen

Der Verband forderte eine gesellschaftsĂŒbergreifende Reaktion auf das «beĂ€ngstigende AusmaĂŸÂ» der Gewalt. Die Regierung mĂŒsse einen Plan vorlegen, wie alle Formen sexuellen Missbrauchs verhindert werden können und sichergestellt werde, dass Opfer ein Recht auf therapeutische Hilfe erhalten. 

Auch Tech-Konzerne sollen in die Pflicht genommen werden. Diese mĂŒssten verhindern, dass Jungen mit frauenfeindlichem Material im Internet konfrontiert seien. Als Beispiel nannte Blyth der BBC zufolge den amerikanisch-britischen Influencer Andrew Tate, der Jungen mit frauenverachtenden Einstellungen radikalisiere.

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