Ein Monat nach Erdbeben: Rund 5.400 Tote in Venezuela
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:13 Uhr | dpa.deEinen Monat nach den schweren Erdbeben in Venezuela rĂŒckt neben der Versorgung der Betroffenen zunehmend der Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur in den Mittelpunkt. «Jetzt ist der Moment, in dem es von der akuten Nothilfe zur Ăbergangshilfe, also in Richtung Wiederaufbau, geht», sagte Katja Dombrowski von der Welthungerhilfe der Deutschen Presse-Agentur.
Die Zahl der bestĂ€tigten Todesopfer liegt nach Angaben des PrĂ€sidenten der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge RodrĂguez, nun bei 5.398. Mehr als 16.740 Menschen wurden verletzt, wie RodrĂguez mitteilte. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 1,3 Millionen Menschen infolge der Erdbeben humanitĂ€re Hilfe benötigen.
Wasser und Wohnraum fehlen
Besonders dringend ist nach EinschĂ€tzung von Dombrowski die Wiederherstellung der Wasserversorgung. In den schwer betroffenen Gebieten sei die Wasserinfrastruktur teilweise zerstört. Die Menschen wĂŒrden deshalb unter anderem mit Flaschenwasser versorgt, was auf Dauer keine Lösung sei.
Daneben mĂŒssten WohnhĂ€user, Schulen, Gesundheitsversorgung und andere Infrastruktur wiederhergestellt werden. Viele Menschen hĂ€tten zudem ihre ArbeitsplĂ€tze verloren, etwa im vom Tourismus geprĂ€gten KĂŒstengebiet La Guaira.
FĂŒr den Wiederaufbau werde Venezuela auf internationale UnterstĂŒtzung angewiesen sein, sagte Dombrowski. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes und der weltweiten KĂŒrzungen bei der humanitĂ€ren Hilfe sei die Finanzierung eine zentrale Herausforderung.
Sorge um Schwangere und Hygiene
Auch andere Hilfsorganisationen berichten von anhaltend groĂen BedĂŒrfnissen. Save the Children zufolge benötigen besonders Schwangere und MĂŒtter medizinische Versorgung, nĂ€hrstoffreiche Lebensmittel und sichere UnterkĂŒnfte. Nach UN-SchĂ€tzungen sind rund 36.700 Schwangere von den Erdbeben betroffen, etwa 4.000 von ihnen sollen im kommenden Monat entbinden. Viele Familien leben in Zelten, die ihnen kaum Schutz vor Hitze und Regen bieten. Die Malteser warnten vor den Folgen schlechter hygienischer Bedingungen in den NotunterkĂŒnften.
SchÀden in Milliardenhöhe
Die beiden Erdbeben der StĂ€rke 7,2 und 7,5 erschĂŒtterten Venezuela am 24. Juni. Nach SchĂ€tzungen der Weltbank verursachten sie unmittelbare SachschĂ€den in Höhe von fast 20 Milliarden US-Dollar. Fast die HĂ€lfte der SchĂ€den entfiel demnach auf WohngebĂ€ude. Besonders betroffen waren der Bundesstaat La Guaira und der Distrito Capital mit der Hauptstadt Caracas.
