Erster Schultag nach «schrecklichen Stunden» in Oberbayern
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:00 Uhr, dpa.deNach der mutmaĂlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht dort heute die Schule weiter. Zur Tagesordnung ĂŒbergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zustĂ€ndigen Landratsamtes. Kriseninterventionsteams sollen fĂŒr GesprĂ€che vor Ort sein und den SchĂŒlern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist.Â
«Die Bilder dieses Tages werden uns noch lange begleiten», schrieb der Erste BĂŒrgermeister, Thomas Schleich, auf Instagram: «Ein Tag, der uns alle verĂ€ndert hat». Die Erlebnisse am Welfen-Gymnasium seien «das, wovor wir uns alle immer am meisten gefĂŒrchtet haben», schrieb Schleich, dankte den EinsatzkrĂ€ften und versprach SchĂŒlern, Eltern und Lehrern: «Wir lassen Euch jetzt nicht allein.»
«Wir werden Zeit brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten», schrieb der BĂŒrgermeister. «Aber wir werden diesen Weg gemeinsam gehen.»
Einige der SchĂŒler erlebten hautnah, wie ein ehemaliger MitschĂŒler das SchulgelĂ€nde betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf zwei 13-JĂ€hrige losging. Die SchĂŒlerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. Inzwischen sind beide auĂer Lebensgefahr.Â
Wie gehen der Ort und die Schule mit der Tat um?Â
Doch das Geschehene dĂŒrfte nachwirken in dem 12.000 Einwohner-Ort und vor allem in der Schule mit ihren 800 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern und 80 LehrkrĂ€ften.Â
LehrkrĂ€fte waren es auch, die die Polizei dabei unterstĂŒtzten, den mutmaĂlichen TĂ€ter zu ĂŒberwĂ€ltigen. Dabei handelt es sich um einen 16-JĂ€hrigen, der laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung war und schon vorher Drohungen ausgesprochen haben soll.Â
Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klĂ€ren sind. Ebenso, wie es den SchĂŒlern und Lehrern geht, die nach der Tat unter Schock standen und betreut werden mussten. Der Jugendliche soll sich in einer «psychischen Ausnahmesituation» befunden haben.
Wie das PolizeiprĂ€sidium Oberbayern bestĂ€tigte, wurde die Wohnung des 16-JĂ€hrigen, der bei seinen Eltern lebt, durchsucht. Dabei gehe es vor allem um die Suche nach dem Motiv fĂŒr die Tat. Seine Hardware soll ausgewertet werden. Wie genau der Tatvorwurf lautet und ob wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen ihn ermittelt wird, das sei nun Sache der Staatsanwaltschaft.Â
«Schreckliche Stunden» in Schongau
«Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau», hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach einem Besuch in der Schule gesagt, die in seinem Bundestagswahlkreis liegt. «Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.»
