BĂ€der, Sommer

Schwimmen mit Ausweiskontrolle nach Gewalt in FreibÀdern

14.07.2023 - 19:08:29

Eines der beliebtesten FreibĂ€der in Berlin ist nach wiederholter Gewalt geschlossen. Die Politik verspricht sich durch eine Reihe von Maßnahmen mehr Sicherheit. Doch wie schnell kann das gehen?

Nach wiederholter Gewalt in Berliner FreibĂ€dern setzen Betreiber und Landesregierung auf schĂ€rfere Sicherheitsmaßnahmen. Ab diesem Samstag (15.7.) ist der Eintritt in die BĂ€der nur noch mit einem Ausweis möglich, wie die Berliner BĂ€der-Betriebe (BBB) mitteilten.

Neben dem Personalausweis könnten Besucherinnen und Besucher ihren FĂŒhrerschein oder einen SchĂŒlerausweis vorzeigen. Um ĂŒberfĂŒllte BĂ€der zu vermeiden, sollten zudem kĂŒnftig deutlich frĂŒher als bislang Einlass-Stopps verhĂ€ngt und das Sicherheitspersonal aufgestockt werden, hieß es weiter.

Ziel der Maßnahmen sei, «die Sommer- und FreibĂ€der sicherer und damit attraktiver fĂŒr Besucherinnen und Besucher zu machen und zugleich die BeschĂ€ftigten der BĂ€der zu entlasten», erklĂ€rte eine Sprecherin der BĂ€der-Betriebe. Zuvor hatte eine neue Arbeitsgruppe getagt mit Vertretern von Badbetreiber, Polizei und Senatsinnenverwaltung.

Columbiabad als Auslöser

Auslöser waren Auseinandersetzungen in FreibĂ€dern in Neukölln und Kreuzberg, die fĂŒr bundesweite Schlagzeilen gesorgt haben. Das Columbiabad in Neukölln wurde am vergangenen Sonntag zum wiederholten Mal gerĂ€umt. Seither ist das beliebte Bad wegen hohen Krankenstandes geschlossen.

Es soll erst an diesem Montag (17.7.) wieder öffnen, wie die BĂ€der-Betriebe mitteilten. Das Freibad ist ĂŒberregional bekannt, weil es dort öfter Randale und Probleme mit Jugendlichen und jungen MĂ€nnern gibt. Der Bezirk Neukölln gilt in Teilen als sozialer Brennpunkt.

Kanzler plĂ€diert fĂŒr Polizei

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach sich dafĂŒr aus, mit Polizei gegen die Randalierer vorzugehen. «Es ist völlig richtig, wenn daraus die Konsequenz gezogen wird, jetzt auch Polizei einzusetzen», sagte der SPD-Politiker in Berlin bei seiner Sommer-Pressekonferenz. Derartige VorfĂ€lle dĂŒrften nicht «achselzuckend» zur Kenntnis genommen werden, betonte Scholz.

Es mĂŒsse klar werden, «dass wir als Staat das nicht dulden». Zur Frage, ob die VorfĂ€lle auf Integrationsdefizite zurĂŒckzufĂŒhren seien, Ă€ußerte sich Kanzler Scholz ausweichend: «Wer sowas macht, verhĂ€lt sich nicht so, wie unsere Regeln sind.»

Die Berliner Polizei wird kĂŒnftig an vier Standorten mit mobilen Wachen vertreten sein, teilte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung am Freitag mit. Als Standort nannte er Columbiabad, Prinzenbad, das Sommerbad am Insulaner und das Sommerbad Pankow. Die Landespolitik plant auch eine VideoĂŒberwachung an den EingĂ€ngen vom Columbiabad und dem Prinzenbad. Wann diese eingerichtet werden soll, war zunĂ€chst offen.

@ dpa.de