ZugunglĂŒck in Spanien - Details zu Opfern erwartet
20.01.2026 - 03:00:06Nach dem schweren ZugunglĂŒck in Spanien lĂ€uft die Identifizierung der zahlreichen Todesopfer auf Hochtouren. «Wir rechnen mit baldigen Ergebnissen», sagte der Leiter der zustĂ€ndigen Abteilung der Polizeieinheit Guardia Civil, Juan Serrano, im Interview des Radiosenders RNE. Auch Deutsche sollen unter den Opfern sein.Â
Mindestens 40 Menschen kamen am Sonntagabend bei der Entgleisung von zwei entgegen fahrenden HochgeschwindigkeitszĂŒgen bei Adamuz in der andalusischen Provinz CĂłrdoba ums Leben. Die Behörden befĂŒrchten allerdings, dass die Opferzahl noch steigen könnte.
Aus dem AuswĂ€rtigen Amt in Berlin hieĂ es auf Anfrage: «Leider mĂŒssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Ăber die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlĂ€sslichen Angaben.» Man stehe mit den Behörden im engen Austausch, um AufklĂ€rung zu betreiben.
Alle Verletzten inzwischen auĂer Lebensgefahr
Bei der Identifizierung könnten Informationen nĂŒtzlich sein, die Angehörige von Vermissten beisteuern können, sagte Serrano. Dazu zĂ€hlte er Fotos, Ausweisdokumente, Angaben zu TĂ€towierungen oder zahnĂ€rztliche Röntgenaufnahmen. Laut Medienberichten waren am Abend fĂŒnf Tote identifiziert. Weitere Informationen dazu wurden zunĂ€chst allerdings nicht bekannt.
Bei dem Unfall gab es mehr als 170 Verletzte. Zuletzt wurden 39 noch in KrankenhĂ€usern behandelt, wie der Notdienst Andalusiens in der jĂŒngsten Bilanz mitteilte. Zwölf von ihnen lagen demnach am Montagabend auf der Intensivstation. Alle seien aber inzwischen auĂer Lebensgefahr, wurde betont.
Ein tragischer Zufall
Die Tragödie ereignete sich am Sonntag gegen 19.40 Uhr. Die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleisten bei einem Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde aus noch unbekannter Ursache und gerieten ins benachbarte Gleis, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte.
Just zu diesem Zeitpunkt passierte dort ein Hochgeschwindigkeitszug von Renfe. Er krachte frontal in die entgleisten Waggons und wurde aus den Schienen geworfen. Teile des Zuges, dessen LokfĂŒhrer starb, stĂŒrzten eine vier Meter hohe Böschung hinab. Insgesamt waren mehr als 500 Passagiere an Bord beider ZĂŒge.
Andalusiens Regierungschef Juanma Moreno hatte mehrfach betont, man könne nicht ausschlieĂen, dass in den «TrĂŒmmerhaufen aus Metall» weitere Leichen liegen. Die Bergung der abgestĂŒrzten und völlig zerstörten Waggons gestalte sich sehr schwierig. Am Montagabend zeigte er sich aber etwas optimistischer und verwies auf die Ăbereinstimmung zwischen den 40 bestĂ€tigten Todesopfern und den 40 eingegangenen Vermisstenanzeigen. Das lasse hoffen und wĂŒnschen, dass es keine weiteren Todesopfer gebe.
Unter den Todesopfern sind Medienberichten nach fĂŒnf Mitglieder einer Familie aus Punta UmbrĂa im SĂŒden des Landes: Der Vater, die Mutter, der Sohn, eine Tochter und ein Neffe. Nur die sechsjĂ€hrige Tochter des Paares habe ĂŒberlebt, hieĂ es.
Ursache muss ermittelt werden
Unterdessen rĂ€tselten Behörden und Experten ĂŒber die möglichen Ursachen der Katastrophe, deren KlĂ€rung voraussichtlich Wochen und Monate in Anspruch nehmen werde. Menschliches Versagen schloss Renfe aus.
Bei den Ermittlungen wurden zwar Hinweise auf einen «Bruch oder eine VerĂ€nderung der Schiene» gefunden. Verkehrsminister Ăscar Puente wies aber alle Spekulationen zurĂŒck und betonte, man mĂŒsse noch herausfinden, ob der Schaden ĂŒberhaupt Ursache oder Folge der Entgleisung sei. «Alle Hypothesen sind offen», betonte er am Montagabend im Fernsehen.
Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien werde aller Voraussicht nach bis zum 2. Februar unterbrochen bleiben, sagte Minister Puente. Spaniens MinisterprÀsident Pedro Sånchez rief von Dienstag bis Donnerstag eine dreitÀgige Staatstrauer aus.







