USA, Notfall

Angst vor Teileinsturz: Hochhaus in Manhattan evakuiert

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:26 Uhr, dpa.de

Eingeknickte StĂŒtzpfeiler, abgesackte Decken: Mitten in einem der am dichtesten bevölkerten Stadtgebiete der Welt muss ein Hochhaus mit Dutzenden Stockwerken gerĂ€umt werden. Wie konnte das passieren?

  • BefĂŒrchtet wurde, dass zumindest Teile des GebĂ€udes einstĂŒrzen könnten. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    BefĂŒrchtet wurde, dass zumindest Teile des GebĂ€udes einstĂŒrzen könnten. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
  • Ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler ist durch ein Fenster zu sehen. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler ist durch ein Fenster zu sehen. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
  • Die Gegend um das GebĂ€ude wurde weitrĂ€umig abgesperrt. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Die Gegend um das GebÀude wurde weitrÀumig abgesperrt. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
BefĂŒrchtet wurde, dass zumindest Teile des GebĂ€udes einstĂŒrzen könnten. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa Ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler ist durch ein Fenster zu sehen. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa Die Gegend um das GebĂ€ude wurde weitrĂ€umig abgesperrt. - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa

Mitten im dicht besiedelten New Yorker Stadtbezirk Manhattan geht die Angst vor dem befĂŒrchteten Teileinsturz eines Hochhauses um. «Zwei tragende StĂŒtzen sind eingeknickt; zudem wurden mehrere Risse und absackende Decken festgestellt», sagte BĂŒrgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz. Messungen hatten ergeben, dass sich das GebĂ€ude bewegt. Am frĂŒhen Abend sei das dann nicht mehr der Fall gewesen, erklĂ€rte die Stadtverwaltung - deshalb könnten nun temporĂ€re StĂŒtzen zur Sicherung des GebĂ€udes angebracht werden.

Der 37-stöckige GebĂ€udekomplex an der 42. Straße im Stadtteil Midtown wurde weitrĂ€umig abgesperrt, mit Feuerwehrdrohnen untersucht und mittels GerĂ€ten kontrolliert, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, wie die Feuerwehr mitteilte. Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handele, sei kein vollstĂ€ndiger, sondern allenfalls ein lokaler Einsturz zu erwarten. «Dennoch bleibt genau das unsere Sorge», sagte ein Feuerwehrbeamter. Die Lage sei «sehr ernst».

Verbogene StĂŒtzstreben im 21. Stockwerk

Das Problem mit der Statik betrifft maßgeblich das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des GebĂ€udes sind ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der «New York Times» machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das GebĂ€ude evakuiert wurde.

Nach einer spĂ€teren Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die EinschĂ€tzung ab, dass die Situation «gleichbleibend, stabil und sicher sei». Auf Nachfrage wollte ein Sprecher jedoch nicht explizit sagen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes völlig gebannt sei. Auch zur Ursache des Vorfalls könne er sich vor den ausstehenden Untersuchungen nicht Ă€ußern.

Rekordprojekt mit Statikproblemen

Das frĂŒhere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau - aus frĂŒheren BĂŒros sollen mehr als 1.600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das grĂ¶ĂŸte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.

Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem «typischen Konstruktionsfehler» des in den 1960er Jahren errichteten GebĂ€udes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten StahltrĂ€ger nicht oder nicht ausreichend verstĂ€rkt worden, sagte er der «New York Times». Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich «perfekt», die Fertigstellung werde sich bloß um ein paar Wochen verzögern.

Hotels und Schule evakuiert

Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore erzĂ€hlte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die EinsatzkrĂ€fte erklĂ€rten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere GebĂ€ude wurden evakuiert. Auch zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten SchĂŒlern mussten laut Medienberichten gerĂ€umt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berĂŒhmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden.

Die Gegend rund um das betroffene GebÀude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, hinzu kommen unzÀhlige Touristen und zig Pendler, die den nahegelegenen Bahnhof Grand Central als Verkehrsknotenpunkt nutzen.

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