Angst vor Teileinsturz: Hochhaus in Manhattan evakuiert
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:26 Uhr, dpa.deMitten im dicht besiedelten New Yorker Stadtbezirk Manhattan geht die Angst vor dem befĂŒrchteten Teileinsturz eines Hochhauses um. «Zwei tragende StĂŒtzen sind eingeknickt; zudem wurden mehrere Risse und absackende Decken festgestellt», sagte BĂŒrgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz. Messungen hatten ergeben, dass sich das GebĂ€ude bewegt. Am frĂŒhen Abend sei das dann nicht mehr der Fall gewesen, erklĂ€rte die Stadtverwaltung - deshalb könnten nun temporĂ€re StĂŒtzen zur Sicherung des GebĂ€udes angebracht werden.
Der 37-stöckige GebĂ€udekomplex an der 42. StraĂe im Stadtteil Midtown wurde weitrĂ€umig abgesperrt, mit Feuerwehrdrohnen untersucht und mittels GerĂ€ten kontrolliert, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, wie die Feuerwehr mitteilte. Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handele, sei kein vollstĂ€ndiger, sondern allenfalls ein lokaler Einsturz zu erwarten. «Dennoch bleibt genau das unsere Sorge», sagte ein Feuerwehrbeamter. Die Lage sei «sehr ernst».
Verbogene StĂŒtzstreben im 21. Stockwerk
Das Problem mit der Statik betrifft maĂgeblich das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des GebĂ€udes sind ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der «New York Times» machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das GebĂ€ude evakuiert wurde.
Nach einer spĂ€teren Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die EinschĂ€tzung ab, dass die Situation «gleichbleibend, stabil und sicher sei». Auf Nachfrage wollte ein Sprecher jedoch nicht explizit sagen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes völlig gebannt sei. Auch zur Ursache des Vorfalls könne er sich vor den ausstehenden Untersuchungen nicht Ă€uĂern.
Rekordprojekt mit Statikproblemen
Das frĂŒhere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau - aus frĂŒheren BĂŒros sollen mehr als 1.600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das gröĂte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.
Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem «typischen Konstruktionsfehler» des in den 1960er Jahren errichteten GebÀudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten StahltrÀger nicht oder nicht ausreichend verstÀrkt worden, sagte er der «New York Times». Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich «perfekt», die Fertigstellung werde sich bloà um ein paar Wochen verzögern.
Hotels und Schule evakuiert
Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore erzĂ€hlte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die EinsatzkrĂ€fte erklĂ€rten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere GebĂ€ude wurden evakuiert. Auch zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten SchĂŒlern mussten laut Medienberichten gerĂ€umt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berĂŒhmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden.
Die Gegend rund um das betroffene GebÀude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, hinzu kommen unzÀhlige Touristen und zig Pendler, die den nahegelegenen Bahnhof Grand Central als Verkehrsknotenpunkt nutzen.
