El Niño 2026, Weltwetterorganisation

El Niño: WMO erwartet Rekordwert von 3,8 Grad im Pazifik

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Weltwetterorganisation erwartet für Ende 2026 ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis. Es könnte Dürren, Überschwemmungen und wirtschaftliche Schocks in zahlreichen Regionen verschärfen.

El-Niño-Folgen für betroffene Regionen

  • Die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik erreichen laut WMO seit Beginn systematischer Messungen vor 40 Jahren einen Höchststand.
  • Von November bis Januar könnte die Temperaturabweichung 3,8 Grad über dem langjährigen Mittel liegen.
  • Der Höhepunkt des El Niño wird im Dezember 2026 erwartet.
Die WMO rechnet mit einem beispiellos starken El Nino. (Archivbild) - Bild: Jake Lee Green/ZUMA Press Wire/dpa

WMO erwartet stärksten El Niño seit Messbeginn

Die Welt muss sich nach UN-Angaben auf ein El-Niño-Ereignis von beispielloser Stärke und womöglich verheerende Folgen einstellen. Die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik seien seit Beginn systematischer Messungen vor 40 Jahren noch nie so hoch gewesen, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo in Genf.

Globale Wetterfolgen

Je nach Region drohen starke Dürren, heftige Regenfälle, Überschwemmungen und außergewöhnliche Hitze. Das natürliche Phänomen beginnt mit der Erwärmung des Oberflächenwassers im Pazifik und verändert dadurch weltweite Wind- und Luftströmungen.

Europa ist von den direkten Auswirkungen weniger betroffen. Die regionalen Folgen fallen dennoch unterschiedlich aus und können Landwirtschaft, Wasserversorgung und Infrastruktur stark belasten.

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Schocks für die Weltwirtschaft

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher warnte vor wirtschaftlichen Schocks für die Weltwirtschaft sowie vor zusätzlichen Konflikten, Vertreibungen und Migration. Die Folgen würden damit auch Länder erreichen, die nicht unmittelbar vom El Niño betroffen sind.

Prognose mit neuer Größenordnung

Nach Modellrechnungen könnte die Meerestemperatur im Pazifik von November bis Januar 3,8 Grad über dem langjährigen Mittel liegen. Die bislang höchste Abweichung habe bei etwa drei Grad gelegen; als El Niño gilt bereits eine Abweichung von 0,5 Grad.

Der Höhepunkt wird im Dezember 2026 erwartet. In Ostafrika und Teilen Zentralamerikas drohen Dürren, während unter anderem das südliche Afrika, Teile Südostasiens, der Nordwesten Nordamerikas und die Westseite Südamerikas mit heftigeren Regenfällen rechnen müssen.

Vorbereitung auf Extremwetter

Saulo und Fletcher forderten rasche Vorbereitungen, damit Menschen in bereits von Konflikten und Armut betroffenen Regionen schnell unterstützt werden können. Fletcher appellierte zugleich, in Resilienz zu investieren, weil sich El Niño nicht verhindern lasse.

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt. Diese Erwärmung verändert großräumige Luft- und Meeresströmungen und verschiebt dadurch die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen in weit entfernten Regionen.

Die erwartete Abweichung von 3,8 Grad über dem langjährigen Mittel würde deutlich über der bisherigen Höchstmarke von etwa drei Grad liegen. Für die betroffenen Staaten bedeutet das vor allem höhere Risiken für Ernteausfälle, Wasserknappheit, Überschwemmungen und hitzebedingte Schäden. Besonders verwundbar sind Regionen, in denen Armut, Konflikte oder schwache Infrastruktur die Bewältigung von Extremwetter erschweren.

Globale Folgen, begrenzter Deutschland-Effekt

Die Auswirkungen verteilen sich nicht gleichmäßig: Ostafrika und Teile Zentralamerikas könnten stärker von Dürren betroffen sein, während unter anderem das südliche Afrika, Teile Südostasiens und der Nordwesten Nordamerikas mit mehr Regen rechnen müssen. Solche Muster sind Wahrscheinlichkeiten und keine präzisen Wettervorhersagen für jeden einzelnen Ort.

Für Deutschland und Europa fällt der unmittelbare Einfluss in der Regel schwächer aus. Indirekte Folgen können jedoch über Lebensmittelpreise, Lieferketten, Energie- und Versicherungsmärkte ankommen, wenn Ernten, Infrastruktur oder Verkehrswege in besonders betroffenen Regionen ausfallen. Die aktuelle Debatte rückt deshalb weniger eine einzelne Wetterlage in Deutschland als die Vorbereitung auf globale wirtschaftliche und humanitäre Belastungen in den Mittelpunkt.

Vorbereitung entscheidet über Schäden

Die Vorwarnzeit eröffnet Handlungsmöglichkeiten: Regierungen und Hilfsorganisationen können Vorräte, Frühwarnsysteme, Wassermanagement und Katastrophenschutz stärken. Ob daraus geringere Schäden entstehen, hängt von der Umsetzung vor Ort und von der Fähigkeit ab, besonders gefährdete Haushalte schnell zu erreichen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „El Niño legt weltweit Sehenswürdigkeiten lahm und lässt Vieh verhungern“ (20.10.2026)

Der Beitrag beschreibt bereits beobachtete Auswirkungen in mehreren Weltregionen, darunter Dürre, Überschwemmungen und Belastungen für Landwirtschaft und Korallenriffe. Anders als die dpa-Meldung legt er einen Schwerpunkt auf konkrete Beispiele und betont zugleich, dass die Einstufung als Rekordereignis von der jeweiligen Messmethode abhängt.

Frankfurter Rundschau: „Wetter-Extreme: Super-El-Niño 2026“ (19.10.2026)

Der Artikel ordnet die erwarteten Folgen für Deutschland ein und hebt hervor, dass der direkte Einfluss auf das europäische Wetter begrenzt sei. Zugleich beschreibt er mögliche weltweite Konsequenzen und verweist auf die Unsicherheit, wie stark das Ereignis im historischen Vergleich letztlich ausfallen wird.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Einschätzung erheblicher globaler Wetterrisiken. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: Die dpa-Meldung betont die WMO-Prognose und humanitäre Folgen, während die anderen Beiträge konkrete Schadensbilder beziehungsweise die Bedeutung für Deutschland hervorheben.

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