Elch Bert ist tot: Brandenburg verliert bekanntes GPS-Wildtier
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der bekannte Elch Bert ist nach fast neun Jahren in Brandenburg gestorben und hinterlÀsst einen umfangreichen wissenschaftlichen Datensatz.
Seit 2018 in Deutschland
Bert lebte seit Februar 2018 in Deutschland. Wissenschaftler beobachteten ihn seit 2019 kontinuierlich mit einem GPS-Halsband und hielten nahezu tÀglich fest, wo er sich aufhielt.
âSein Tod macht uns sehr traurigâ, sagte Wildtierexperte Frank-Uwe Michler von der Hochschule fĂŒr nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Bert habe Daten geliefert, die die Forschung noch lange begleiten wĂŒrden.
Heimat im Naturpark Nuthe-Nieplitz
Der Elch hatte im Naturpark Nuthe-Nieplitz in den Landkreisen Teltow-FlĂ€ming und Potsdam-Mittelmark eine dauerhafte Heimat gefunden. AuĂerhalb der Brunftzeit bewegte er sich als EinzelgĂ€nger in einem Gebiet von rund 10.000 Hektar.
WĂ€hrend der Brunft hielt er sich auf einer Rinderweide auf. Ăber die Jahre entwickelte er sich nach Angaben der Wissenschaftler zu einem regelrechten Maskottchen.
Todesursache bleibt offen
Bert starb am vergangenen Samstag. Die genaue Ursache ist auch nach einer Sektion im Leibniz-Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung in Berlin nicht endgĂŒltig geklĂ€rt.
Nach Angaben Michlers hatte der Elch schwere Verletzungen an der Flanke. Ein stumpfes Trauma habe ein etwa fuĂballgroĂes HĂ€matom verursacht. Als mögliche Ursache kommen die Rinder auf der Weide oder ein weiterer Elchbulle infrage, der zeitweise in Berts Streifgebiet aufgetaucht war.
Nur noch vier wilde Elche
Nach EinschĂ€tzung von Wildtierexperten lebten zuletzt fĂŒnf wilde Elche in Brandenburg. Mit Berts Tod sind es nun noch vier.
Ein ungewöhnlich langes Monitoring
Bert gehörte zu den wenigen wild lebenden Elchen, die sich dauerhaft in Brandenburg etabliert haben. Die Verbindung aus GPS-Ortung und mehrjĂ€hriger Verhaltensbeobachtung machte ihn fĂŒr die Forschung besonders wertvoll: Ăber nahezu neun Jahre entstand ein detailliertes Bild davon, wie sich ein einzelner Elch in einer vom Menschen geprĂ€gten Landschaft bewegt und welche Gebiete er nutzt.
Sein Streifgebiet von rund 10.000 Hektar zeigt, dass groĂe Wildtiere auch in dicht besiedelten Regionen LebensrĂ€ume finden können. Zugleich verdeutlicht der Fall, wie stark solche Tiere auf unterschiedliche Landschaftselemente angewiesen sind. WĂ€lder, offene FlĂ€chen, landwirtschaftlich genutzte Bereiche und saisonale RĂŒckzugsorte bilden dabei ein zusammenhĂ€ngendes Habitat.
Vier Elche bleiben in Brandenburg
Mit Berts Tod sinkt die von Experten geschĂ€tzte Zahl wilder Elche in Brandenburg auf vier. FĂŒr die kleine Population bedeutet jeder Verlust ein erhebliches Gewicht, ohne dass sich daraus allein eine Entwicklung fĂŒr den gesamten Bestand ableiten lĂ€sst. Die ungeklĂ€rten Verletzungen unterstreichen zudem, dass die Bedingungen fĂŒr groĂe Wildtiere auch auĂerhalb klassischer Schutzgebiete Risiken bergen.
FĂŒr die Wissenschaft bleibt Berts Datensatz dennoch erhalten. Er kann helfen, Bewegungsmuster, saisonale Lebensraumnutzung und mögliche Konfliktbereiche zwischen Elchen, Landwirtschaft und Verkehr langfristig besser zu verstehen.
