Ministerin: Hinweise auf FluchtplĂ€ne des flĂŒchtigen Mörders
29.11.2023 - 16:47:48Im Fall des Ende Oktober bei einem bewachten Ausflug entflohenen Mörders hat es bereits im Jahr 2021 Hinweise auf mögliche FluchtplÀne gegeben.
Wie Baden-WĂŒrttembergs Justizministerin Marion Gentges (CDU) im Landtag in Stuttgart sagte, habe ein MithĂ€ftling in der JVA in Bruchsal im Oktober 2021 mitgeteilt, der nun geflohene Mörder habe ihm gegenĂŒber geĂ€uĂert, dass es wohl am einfachsten sei, wĂ€hrend einer AusfĂŒhrung zu flĂŒchten. «Am besten, wenn eine weibliche Bedienstete als Begleitperson dabei wĂ€re, weil diese gegebenenfalls einfacher ĂŒberwĂ€ltigt werden könne», sagte Gentges. Das habe ihr die JVA Bruchsal heute mitgeteilt.
«Die Vollzugsanstalt hat diese Angaben des Mitgefangenen aber nicht als glaubwĂŒrdig eingestuft», sagte Gentges. Trotzdem seien bei weiteren AusflĂŒgen nach dem Bericht des MithĂ€ftlings die Sicherheitsvorkehrungen verstĂ€rkt worden. Vier AusfĂŒhrungen habe man deswegen mit drei statt mit wie normal zwei Begleitern durchgefĂŒhrt.
Mörder flĂŒchtete als er mit Begleitern unterwegs war
Bei dem Ausflug Ende Oktober waren dann aber nur zwei Begleiter dabei. Aus Sicht von Gentges waren diese nicht nahe genug an dem Mann. Die Begleiter seien verpflichtet, ihn stĂ€ndig und unmittelbar zu bewachen, sagte Gentges. Trotzdem hĂ€tten die Beamten ihn nicht mehr fassen können, als er davonlief. «FĂŒr mich persönlich ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass die beiden Bediensteten nicht nahe genug an dem Gefangenen dran waren, um ihn erreichen zu können.». Das sei derzeit Gegenstand von Disziplinarermittlungen, die aber noch nicht abgeschlossen seien.
Der Deutsch-Kasache war als Gefangener der JVA Bruchsal am 30. Oktober bei einem bewachten Ausflug an einen Baggersee im rheinland-pfĂ€lzischen Germersheim entkommen. Es war bereits seine achte AusfĂŒhrung in Begleitung seiner Frau und seiner Kinder. Er war 2012 vom Landgericht Karlsruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er einen 44-JĂ€hrigen erwĂŒrgt hatte. Er wird weiterhin europaweit gesucht. Das Landeskriminalamt geht nach Angaben von Gentges derzeit rund 80 Hinweisen nach.


