Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Minister: Bergung von Buckelwal möglichst bis zum Abend

28.04.2026 - 11:14:22 | dpa.de

Es geht los: Helfer besteigen Boote, um zum gestrandeten Wal hinauszufahren. Die Behörden haben grĂŒnes Licht fĂŒr den Transport des Wals gegeben. Doch nichts sei berechenbar, sagt Minister Backhaus.

  • Helfer besteigen ein Boot, um zum Wal hinauszufahren.  - Foto: Helena Dolderer/dpa
    Helfer besteigen ein Boot, um zum Wal hinauszufahren. - Foto: Helena Dolderer/dpa
  • Die Behörden haben grĂŒnes Licht fĂŒr die Benutzung von Gurten gegeben, um den Wal zum Transportschiff zu fĂŒhren. - Foto: Helena Dolderer/dpa
    Die Behörden haben grĂŒnes Licht fĂŒr die Benutzung von Gurten gegeben, um den Wal zum Transportschiff zu fĂŒhren. - Foto: Helena Dolderer/dpa
  • Der rund zwölf Meter lange Buckelwal soll möglichst bis zum Abend geborgen werden. (Archivbild) - Foto: Bernd WĂŒstneck/dpa
    Der rund zwölf Meter lange Buckelwal soll möglichst bis zum Abend geborgen werden. (Archivbild) - Foto: Bernd WĂŒstneck/dpa
Helfer besteigen ein Boot, um zum Wal hinauszufahren.  - Foto: Helena Dolderer/dpa Die Behörden haben grĂŒnes Licht fĂŒr die Benutzung von Gurten gegeben, um den Wal zum Transportschiff zu fĂŒhren. - Foto: Helena Dolderer/dpa Der rund zwölf Meter lange Buckelwal soll möglichst bis zum Abend geborgen werden. (Archivbild) - Foto: Bernd WĂŒstneck/dpa

Der Bergungsversuch des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee ist angelaufen. Helfer haben am Vormittag im Hafen von Kirchdorf auf Poel Boote bestiegen und sind zum Wal hinausgefahren, der seit vier Wochen in einer flachen Bucht der Insel vor Wismar feststeckt. Sie begannen, dem Tier Gurte anzulegen, um ihn durch eine ausgebaggerte Rinne zu einem bereitliegenden Lastkahn zu fĂŒhren, wie in Livestreams zu erkennen war. Der Wal ließ die Prozedur zunĂ€chst ruhig ĂŒber sich ergehen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus gab sich optimistisch. «Bis Sonnenuntergang sollte es möglichst gelungen sein, den Wal auf der Barge zu haben», sagte er in Kirchdorf. Auch Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, sagte: «Wir wollen heute fertig werden.»

GrĂŒnes Licht fĂŒr Gurte

Die Behörden gaben Backhaus zufolge grĂŒnes Licht, den rund zwölf Tonnen schweren MeeressĂ€uger mit Hilfe von Gurten durch eine rund 100 Meter lange, in den letzten Tagen ausgebaggerte Rinne zu dem mit Wasser gefĂŒllten Lastkahn zu fĂŒhren. Wenn das gelingt, soll der Buckelwal auf der Barge wie in einem riesigen Aquarium in die Nordsee gebracht werden. Auf Bargen werden sonst unter anderem Schiffe transportiert.

Es sei der «Tag der Entscheidung», hatte Backhaus zuvor betont. «Wir brauchen heute Ruhe, wir brauchen heute GlĂŒck.» Mit Blick auf einen möglichen Erfolg fĂŒgte er hinzu: «FĂŒr mich wĂ€re es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.»

Backhaus gab jedoch zu bedenken, das es sich bei dem Wal um ein Wildtier handele, dessen Reaktion etwa auf das Anlegen des Gurtsystems nicht absehbar sei. Die TierÀrzte der privaten Initiative sehen den Buckelwal als transportfÀhig an, wie der Minister erklÀrte. Der Gesundheitszustand sei der EinschÀtzung zufolge gut, die Atmung tief und ohne GerÀusche. 

UnabhÀngige Experten raten ab

Wal-Experten kommen hingegen zu einem anderen Schluss und raten von der Aktion ab: Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, das Tier sollte vielmehr grĂ¶ĂŸtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden. «Von weiteren Manipulationen am Wal» sei abzusehen. «Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert» und die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie «ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken fĂŒr den Wal verbunden», erklĂ€rten die Forscher und verwiesen auf Ă€hnliche EinschĂ€tzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue. 

Wal seit vier Wochen in der Bucht

Der rund zwölf Meter lange MeeressĂ€uger steckt seit dem 31. MĂ€rz in der Bucht fest. Schon zuvor hatte das Tier sich mehrmals in flachem Wasser nahe der KĂŒste festgesetzt, sich zwischenzeitlich aber wieder freischwimmen können. 

Bereits Anfang MĂ€rz war der Buckelwal nach Angaben der Behörden in KĂŒstennĂ€he aufgetaucht, zunĂ€chst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. MĂ€rz strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser ĂŒber eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.

Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden spĂ€ter am Ausgang der Bucht wieder fest.

Vorheriges Konzept verworfen

Backhaus hatte Mitte April trotz aller Warnungen aus der Wissenschaft entschieden, die Versuche der privaten Initiative zu dulden. Sie wird neben der Unternehmerin Karin Walter-Mommert vom Mediamarkt-GrĂŒnder Walter Gunz finanziert. Die Initiative hat den Lastkahn, eine sogenannte Barge, herangeschafft, um den Wal damit in die Nordsee zu bringen. Ein vorheriges Konzept der Gruppe gelang nicht und wurde verworfen.

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