FĂŒnf Menschen sterben bei Krankenhausbrand
05.01.2024 - 21:11:47Nach dem verheerenden Feuer in einer Klinik in der niedersĂ€chsischen Stadt Uelzen ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf fĂŒnf. Der Patient sei nach dem Brand zunĂ€chst in ein anderes Krankenhaus gebracht worden und dort dann am Nachmittag an seinen lebensgefĂ€hrlichen Verletzungen gestorben, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion LĂŒneburg. ZunĂ€chst hatte der NDR berichtet.
Drei der Opfer starben nach Polizei-Angaben in dem Klinikum, ein weiterer Mensch war ebenfalls in ein anderes Krankenhaus gebracht worden und dann dort gestorben. Bei allen Opfern handelte es sich um Patientinnen und Patienten, wie die Helios Kliniken Schwerin GmbH und die Polizei mitteilten. Alter und Geschlecht wurden zunÀchst nicht genannt. Die Polizei sprach zudem von einer zweistelligen Zahl von Verletzten, nach Angaben des Klinikums wurden sechs Menschen schwer sowie 16 weitere leicht und mittelschwer verletzt.
Das Feuer war am spĂ€ten Donnerstagabend im dritten Stock der Klinik ausgebrochen und griff auf mehrere Patientenzimmer ĂŒber. Betroffen war die Station 3.4 fĂŒr Innere Medizin, Kardiologie, Pulmologie und Angiologie. Das Klinikum Uelzen sei ein Grundversorger mit 303 Betten, sagte ein Sprecher des niedersĂ€chsischen Gesundheitsministeriums.
Rauchvergiftungen und Brandwunden
Als die RettungskrĂ€fte eintrafen, waren Flammen und starker Rauch sichtbar und Hilferufe zu hören, wie die Polizei mitteilte. Feuerwehr und Polizei retteten mehrere Patienten aus ihren Zimmern, teils ĂŒber Leitern. Etwa 140 RettungskrĂ€fte waren im Einsatz, wie ein Sprecher der Feuerwehr in der Nacht sagte. Die Verletzten erlitten Rauchvergiftungen und Brandwunden. Das Feuer wurde gelöscht.
«Wir sind tief bestĂŒrzt, unser MitgefĂŒhl und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen und bei den verletzten Patienten», sagte ein Sprecher des Klinikums. Mehrere Stationen des Klinikums seien vorerst nicht nutzbar. Rund 50 Patientinnen und Patienten sollten daher in umliegende KrankenhĂ€user verlegt werden. Bis einschlieĂlich 12. Januar zudem keine Patienten aufgenommen werden, auch in der Notaufnahme könne derzeit niemand behandelt werden.
Der Brand in dem Krankenhaus sei ein «tragisches und schockierendes Ereignis», sagte ein Ministeriumssprecher. Das schnelle Eingreifen der Retter habe «noch Schlimmeres verhindert». Höchste PrioritĂ€t habe es, die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Uelzens BĂŒrgermeister JĂŒrgen Markwardt Ă€uĂerte sich «zutiefst erschĂŒttert». Der parteilose Politiker betonte, die BeschĂ€ftigten des Klinikums und die Retter hĂ€tten Â«ĂŒberragende Arbeit geleistet, um Menschen in schwierigster und lebensbedrohlicher Situation zu helfen».
PatientschĂŒtzer fordern besseren Schutz
PatientenschĂŒtzer forderten nach dem Brand in Uelzen Sprinkleranlagen in Kliniken. SelbststĂ€ndige Löschanlagen mĂŒssten in jedem Patienten- und Personalzimmer gesetzlich vorgeschrieben werden, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. «Sogar MöbelhĂ€user und Lagerhallen verfĂŒgen hierzulande ĂŒber einen besseren Brandschutzstandard als KrankenhĂ€user.»
BrĂ€nde in Kliniken hĂ€tten deutlich zugenommen, die Brandschutzregelungen in den rund 1900 KrankenhĂ€usern in Deutschland stieĂen an Grenzen, betonte er: «SchlieĂlich können sich die meisten Patienten nicht selbst retten. Auch riechen schlafende Menschen den Brandrauch nicht.» Nach Angaben der niedersĂ€chsischen Krankenhausgesellschaft halten sich die Kliniken an die Anforderungen des Brandschutzes, die in der Bauordnung festgehalten seien.
Nach ersten SchÀtzungen der Polizei könnte der Gesamtschaden des Feuers in der Klinik bei mehr als einer Million Euro liegen. Ein Brandgutachter sollte beauftragt werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Es werde in alle Richtungen ermittelt.





