Weihnachtsamnestie fĂŒr ĂŒber 670 HĂ€ftlinge
19.12.2023 - 10:31:22Mehr als 670 HĂ€ftlinge in Deutschland kommen vorzeitig auf freien FuĂ und können so Weihnachten zu Hause feiern. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Justizministerien der LĂ€nder. Diesmal dĂŒrften aber weit weniger von der sogenannten Weihnachtsamnestie profitieren. Gleich mehrere BundeslĂ€nder nannten eine geringere Zahl Freigelassener als noch vor einem Jahr.
In den Genuss der Weihnachtsamnestie kommen HĂ€ftlinge, die ohnehin rund um den Jahreswechsel entlassen wĂŒrden. Allerdings gibt es auch Gefangene, die eine vorzeitige Entlassung ablehnen und Weihnachten lieber im GefĂ€ngnis verbringen. Zum Beispiel in Niedersachsen verzichteten laut Justizministerium in Hannover vier Gefangene.
Die gröĂte Zahl an Freigelassenen entfĂ€llt - wie im Vorjahr - auf Baden-WĂŒrttemberg. Dort durften bereits Mitte November etwa 200 MĂ€nner und Frauen vorzeitig die Haftanstalten verlassen.
So verteilt es sich in ausgewĂ€hlten LĂ€ndern: In Hessen werden mindestens 93 Gefangene vorzeitig entlassen. In Rheinland-Pfalz sind es 77 HĂ€ftlinge, in Schleswig-Holstein 31, in Brandenburg sind es 29, in Hamburg 31. In Berlin kommen 90 HĂ€ftlinge frei - die endgĂŒltige Bilanz zum Gnadenerweis, wie die Weihnachtsamnestie korrekt heiĂt, liegt laut der Berliner Justizsenatsverwaltung erst Anfang 2024 vor.
Gefangene in Sachsen können noch auf Freilassung hoffen
Auch in Sachsen können Gefangene noch hoffen: Das zustĂ€ndige Ministerium in Dresden teilte mit, bis Heiligabend könnten sich die Tore noch fĂŒr weitere Inhaftierte frĂŒher als gedacht öffnen. Seit Mitte November kamen demnach bisher 19 Erwachsene vorfristig frei.
Angaben zur Weihnachtsamnestie lagen aus den meisten BundeslĂ€ndern vor. Bayern begnadigt prinzipiell nie zum Jahresende, ThĂŒringen will erst im neuen Jahr Zahlen veröffentlichen. Nordrhein-Westfalen hat ebenfalls noch keine Statistik vorgelegt. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 1000 Menschen vorzeitig freigelassen.
Die Weihnachtsamnestie verfolgt einen weiteren Gedanken: «Durch die vorzeitige Entlassung anlĂ€sslich des Weihnachtsfestes soll die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden», hatte die baden-wĂŒrttembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) gesagt.
Hessens Justizminister Roman Poseck (CDU) sagte: «Zudem sollen die Inhaftierten die Möglichkeit bekommen, Hilfsangebote zu nutzen und Beratungsstellen aufzusuchen sowie BehördengÀnge zu erledigen, bevor diese wegen der Feiertage gar nicht oder kaum zu erreichen sind.»
Die Voraussetzungen sind streng: Es kommen nur Gefangene infrage, die in der Haft nicht negativ aufgefallen sind und die keine langjĂ€hrige Haftstrafe verbĂŒĂen mussten. Ăblicherweise saĂen die nun vorzeitig entlassenen HĂ€ftlinge zum Beispiel wegen Diebstahls- oder Drogendelikten oder wegen Beleidigung ein.


