Gefangenentransport, HĂ€ftling

Nach Überfall auf Gefangenentransport: HĂ€ftling flĂŒchtig

15.05.2024 - 13:10:59 | dpa.de

Es klingt wie ein Gangsterfilm: Vermummte Gestalten attackieren einen Gefangenentransport, erschießen zwei Beamte und befreien den HĂ€ftling. Nun sucht Frankreich die TĂ€ter.

Gerichtsmediziner und Polizisten am Ort des Angriffs an einer Mautstelle in Nordfrankreich. - Foto: Alain Jocard/AFP/dpa
Gerichtsmediziner und Polizisten am Ort des Angriffs an einer Mautstelle in Nordfrankreich. - Foto: Alain Jocard/AFP/dpa

Nach dem Überfall auf einen Gefangenentransport mit zwei Toten in Frankreich wird weiter nach den TĂ€tern und dem befreiten HĂ€ftling gesucht. Es wĂŒrden «beispiellose Mittel der internationalen Zusammenarbeit und der Kriminalpolizei» mobilisiert, versicherte Innenminister GĂ©rald Darmanin im Sender RTL.

Am Dienstag war in der Region Eure in der Normandie ein Gefangenentransport an einer Mautstelle ĂŒberfallen und beschossen worden. Ein Auto rammte den Transporter von vorne und zwang ihn so zum Stopp. Ein anderes Fahrzeug kam von hinten. Die Angreifer schossen mit Maschinengewehren auf den Transporter und töteten zwei Beamte. Drei weitere wurden schwer verletzt. Einer der beiden getöteten Beamten hinterlĂ€sst zwei Kinder, der andere eine Frau, die im fĂŒnften Monat schwanger ist. 

Der HĂ€ftling konnte daraufhin zusammen mit den vier Angreifern fliehen. Der 30-JĂ€hrige mit dem Spitznamen «Die Fliege» wurde zuvor unter anderem wegen Einbruchs und schweren Diebstahls zu 18 Monaten GefĂ€ngnis verurteilt. Außerdem wird ihm in anderen FĂ€llen vorsĂ€tzliche Tötung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Medienberichten zufolge hat er Kontakte zum organisierten Verbrechen. Kurz zuvor hatte er demnach versucht, in seiner Zelle die GitterstĂ€be durchzusĂ€gen, um sich zu befreien.

Wenige Kilometer entfernt wurden inzwischen zwei Autos aufgefunden, bei denen es sich um die Fluchtfahrzeuge handeln könnte. Von den TÀtern fehlte allerdings jede Spur. Interpol schrieb den Mann am Mittwoch zur Fahndung aus. Der Gefangenentransport wurde nicht von der Polizei eskortiert - Gewerkschaften fordern nun besseren Schutz von Strafvollzugsbeamten und mehr Personal und protestierten vor GefÀngnissen landesweit. 

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