Zahl, Toten

Zahl der Toten beim Hochwasser in Europa steigt

16.09.2024 - 11:59:44 | dpa.de

Es regnet weiter. Die Lage in den Hochwassergebieten in Mittel- und Osteuropa bleibt kritisch. Völlig unklar ist das Ausmaß.

  • Ganze Dörfer und StĂ€dte stehen in Tschechien unter Wasser.  - Foto: Sznapka Petr/CTK/dpa
    Ganze Dörfer und StÀdte stehen in Tschechien unter Wasser. - Foto: Sznapka Petr/CTK/dpa
  • In Österreich bleibt die Lage angespannt. - Foto: Roland Schlager/APA/dpa
    In Österreich bleibt die Lage angespannt. - Foto: Roland Schlager/APA/dpa
  • In Deutschland richten sich die Blicke auf die Hochwasserlage in den NachbarlĂ€ndern.  - Foto: Patrick Pleul/dpa
    In Deutschland richten sich die Blicke auf die Hochwasserlage in den NachbarlÀndern. - Foto: Patrick Pleul/dpa
  • In Polen kam das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen. - Foto: Marcin Obara/PAP/dpa
    In Polen kam das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen. - Foto: Marcin Obara/PAP/dpa
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Bei dem Hochwasser in Teilen Österreichs, Polens, RumĂ€niens und Tschechiens ist die Zahl der Toten auf mindestens elf gestiegen. In Österreich kamen laut Polizei zwei weitere Menschen ums Leben. In Tschechien sei ein Mensch in dem Fluss Krasovka im östlichen Landesteil MĂ€hrisch-Schlesien ertrunken, sagte PolizeiprĂ€sident Martin Vondrasek im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bislang waren acht TodesfĂ€lle in den vier LĂ€ndern bekannt. In Tschechien sprachen die Behörden zudem von mindestens sieben Vermissten. Die Lage in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten blieb zu Wochenbeginn angespannt. 

Im Osten Deutschlands steigen die WasserstĂ€nde, obgleich sich die Lage dort bislang weniger dramatisch darstellt. An der Elbe in der sĂ€chsischen Landeshauptstadt Dresden lag der Wert nach Daten des Landeshochwasserzentrums am Morgen bei 5,54 Metern. Demnach wird noch im Tagesverlauf mit einem Überschreiten der Sechs-Meter-Markierung gerechnet. Ab diesem Wert gilt die zweithöchste Alarmstufe drei. Überschwemmungen sind auch in bebauten Gebieten möglich. Der normale Pegelwert liegt bei rund zwei Metern.

Lage in Tschechien

In Deutschland richten sich die Blicke auf Tschechien - und darauf, wie viel Wasser Elbe und Oder dort fĂŒhren. Diese Wassermassen werden mit Zeitverzug Deutschland erreichen. Der tschechische Regierungschef Petr Fiala sprach in Bezug auf die Überschwemmungen im Osten des Landes bereits von einem sogenannten Jahrhunderthochwasser. Das ist ein Hochwasser, das statistisch gesehen einmal im Jahrhundert an gleicher Stelle vorkommt. Die Flutwelle an der March (Morava) erreichte Litovel, knapp 200 Kilometer östlich von Prag. Dort standen StraßenzĂŒge unter Wasser, wie die Agentur CTK berichtete. Auch an vielen anderen Orten stiegen die PegelstĂ€nde noch an.

Landesweit wurde am Montag mit weiterem Regen gerechnet, der im SĂŒden auch intensiv ausfallen kann. An vielen Orten stiegen die PegelstĂ€nde weiter an.

Gefahr von Dammbruch in Österreich

In Österreich gab es zumindest in der Nacht eine kurze Regenpause. «Es ist nicht vorbei, es bleibt kritisch, es bleibt dramatisch», sagte die MinisterprĂ€sidentin Niederösterreichs Johanna Mikl-Leitner. Am Montag wĂŒrden regional erneut bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Ein großes Problem seien inzwischen die DĂ€mme.

«Es besteht höchste Dammbruchgefahr», hieß es von den Behörden. Das öffentliche Leben ruhe weitgehend. Mehr als 200 Straßen in Niederösterreich seien gesperrt, 1.800 GebĂ€ude gerĂ€umt, viele SchĂŒler und Kinder seien zu Hause geblieben, sagte Mikl-Leitner. Rund 3.500 Haushalte waren demnach am Vormittag ohne Strom. Die Höhe der SchĂ€den sei momentan nicht abzuschĂ€tzen. «Den Hochwasser-Opfern wird auf alle FĂ€lle geholfen», sagte sie. 

In Niederösterreich waren in den vergangenen Tagen regional bis zu 370 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - ein Mehrfaches der ĂŒblichen Monatsmenge. Die Hauptstadt Wien war auch am Montag von massiven Problemen im öffentlichen Verkehr betroffen. Indes wurden in Gemeinden in Niederösterreich ein 70-JĂ€hriger und ein 80-JĂ€hriger jeweils tot in ihren HĂ€usern gefunden. Die beiden MĂ€nner seien im Inneren der GebĂ€ude den Wassermassen zum Opfer gefallen, teilten die Behörden mit. Bereits am Sonntag war ein Feuerwehrmann beim Auspumpen eines Kellers gestorben.

Krisensitzung in Polen

In Polen berief Regierungschef Donald Tusk sein Kabinett zu einer Krisensitzung ein. Er habe ein Dekret zur Ausrufung des Katastrophenzustands vorbereitet, teilte Tusk mit. Die Entscheidung darĂŒber muss aber vom Kabinett abgesegnet werden. Anhaltende RegenfĂ€lle haben im SĂŒdwesten Polens an der Grenze zu Tschechien zu Hochwasser gefĂŒhrt. In der niederschlesischen Kleinstadt Klodzko standen ganze StraßenzĂŒge unter Wasser, hier gab es auch ein Todesopfer. Das Dorf Glucholazy in der Region Oppeln im SĂŒdwesten des Landes wurde von Wassermassen verwĂŒstet.

In der Nacht war besonders die Kleinstadt Nysa in der Region Oppeln betroffen. Das Wasser aus der Glatzer Neiße, einem Nebenfluss der Oder, drang in die Notaufnahmestation des örtlichen Kreiskrankenhauses ein, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. 33 Patienten wurden von dort mit Schlauchbooten in Sicherheit gebracht, darunter auch Kinder und Schwangere. 

Ausmaß unklar

Noch ist das Ausmaß in den Hochwassergebieten völlig unklar. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Toten weiter steigt. 

In Bayern bleibt die Hochwasserlage in Bayern an einigen Orten angespannt - und neuer Regen ist angesagt. In der Nacht habe sich die Situation in den betroffenen Gebieten nicht groß verĂ€ndert, teilten die PolizeiprĂ€sidien mit. Eine Entwarnung gibt es vorerst aber nicht: Der Hochwassernachrichtendienst (HND) erwartete mit dem regnerischen Start in die Woche erneute Anstiege der WasserstĂ€nde.

Ein Hochwasser wie im Juni in Bayern sei aber nicht zu befĂŒrchten. Unter anderem erwartet der HND, dass die PegelstĂ€nde der Donau bei Passau, der Vils bei Vilshofen und der Isar bei MĂŒnchen erneut ansteigen. Von Mittwoch an dĂŒrfte sich die Lage den Angaben zufolge allmĂ€hlich entspannen.

Im Osten Sachsens gingen die Hydrologen mit dem im Tagesverlauf erwarteten Ende des Dauerregens von einer Entspannung der Lage aus. «In der Lausitzer Neiße in Görlitz ist der Scheitel durch, dort geht das Wasser leicht zurĂŒck», sagte ein Sprecher des Landesamtes fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. In Spree, Schwarzer Elster und den NebenflĂŒssen der Oberen Elbe setze sich der Anstieg leicht und moderater fort. 

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