So hat sich die Zahl der WaldbrÀnde in Deutschland verÀndert
14.06.2023 - 10:59:13In Deutschland hat es zuletzt wieder mehr WaldbrĂ€nde gegeben. Experten warnen angesichts des Klimawandels schon lĂ€nger vor steigender Feuergefahr - und das auch schon frĂŒher im Jahr. FĂŒr Somidh Saha, der am Karlsruher Institut fĂŒr Technologie dazu eine Forschungsgruppe leitet, ist Deutschland «jetzt ein Waldbrandland».
Der Waldbrandstatistik des Bundesministeriums fĂŒr Landwirtschaft (BMEL) zufolge wurden in den Jahren 2018, 2019 und 2020 die meisten WaldbrĂ€nde seit 2010 in Deutschland verzeichnet. Brannte es im Jahr 2018 insgesamt 1708 Mal auf einer GesamtflĂ€che von 2349 Hektar, waren es ein Jahr spĂ€ter 2711 Hektar bei weniger BrĂ€nden (1523). 2020 gab es zwar 1360 Feuer, dabei war aber eine vergleichsweise geringe WaldflĂ€che mit nur 368 Hektar betroffen.
Das Jahr 2021 lag mit 548 WaldbrĂ€nden dagegen unter dem langjĂ€hrigen Mittelwert (seit 1991) von jĂ€hrlich 1120 BrĂ€nden. Auch die verbrannte FlĂ€che in heimischen WĂ€ldern war mit 148 Hektar niedriger als der Durchschnittswert (knapp 776 Hektar). Neuere Daten fĂŒr 2022 will das BMEL voraussichtlich ab Mitte/Ende Juli vorlegen.
Aktuellere Zahlen gibt es bereits auf europĂ€ischer Ebene - wenn auch nur fĂŒr groĂe WaldbrĂ€nde, die jeweils auf einer FlĂ€che von mindestens 30 Hektar wĂŒteten. Nach Angaben der EU-Datenbank Copernicus gab es 2022 insgesamt 32 solcher GroĂbrĂ€nde in Deutschland. Den Flammen zum Opfer fielen dabei insgesamt knapp 4300 Hektar. Obwohl nur groĂe BrĂ€nde aufgelistet sind, ist das etwa ein Drittel mehr FlĂ€che als alle WaldbrĂ€nde im Jahr 2019 (2711 Hektar). 2023 sind es demnach bisher bereits drei Feuer dieser Kategorie mit einer Ausdehnung von 739 Hektar.
Das BMEL nennt etwa die Trockenheit in den vergangenen FrĂŒhjahren als Grund fĂŒr die erhöhte Waldbrandgefahr. Auch die meteorologischen Hinweise des Deutschen Wetterdienstes (DWD), ob BrĂ€nde drohen könnten, erfolgen immer zeitiger. Dem Waldbrandgefahrenindex zufolge, der etwa Behörden vor Ort bei ihrer GefahreneinschĂ€tzung unterstĂŒtzen soll, wurde zuletzt frĂŒher im Jahr eine hohe Warnstufe 4 berechnet als im Vergleich zum langjĂ€hrigen Mittel von 1961 bis 1990. Und auch im Laufe der vergangenen Jahre lag der Index immer ĂŒber diesem Durchschnittswert.


