Deutschland, Berlin

11 Stunden im Zug - So lÀuft es nach der Bahn-Störung

24.06.2026 - 10:30:54 | dpa.de

FahrgĂ€ste sind Ärger mit der Deutschen Bahn gewohnt. Doch am Dienstagabend ging zwei Stunden lang gar nichts - deutschlandweit. Wie lĂ€uft es fĂŒr Reisende am Morgen danach?

  • Mit Kaffee oder Koffer in der Hand geht es in Berlin am Morgen entspannt zu. - Bild: Michael Ukas/dpa
    Mit Kaffee oder Koffer in der Hand geht es in Berlin am Morgen entspannt zu. - Bild: Michael Ukas/dpa
  • Dieser Zug hatte fast sechs Stunden VerspĂ€tung.  «War interessant auf jeden Fall», sagt Fahrgast Cziczi. - Bild: Michael Ukas/dpa
    Dieser Zug hatte fast sechs Stunden VerspÀtung. «War interessant auf jeden Fall», sagt Fahrgast Cziczi. - Bild: Michael Ukas/dpa
  • Einige ZĂŒge sind am Morgen verspĂ€tet. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Einige ZĂŒge sind am Morgen verspĂ€tet. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Mit Kaffee oder Koffer in der Hand geht es in Berlin am Morgen entspannt zu. - Bild: Michael Ukas/dpa Dieser Zug hatte fast sechs Stunden VerspĂ€tung.  «War interessant auf jeden Fall», sagt Fahrgast Cziczi. - Bild: Michael Ukas/dpa Einige ZĂŒge sind am Morgen verspĂ€tet. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa

Am Morgen nach der deutschlandweiten Störung bei der Deutschen Bahn (DB) haben einige FahrgÀste eine ziemlich lange Nacht hinter sich. «Wir waren jetzt mehr als elf Stunden in dem Zug drin», sagt Cziczi, als er am Berliner Hauptbahnhof aus dem ICE steigt. In Mannheim sei er am Dienstagabend mit seinen Freunden in den Zug gestiegen. 

«Wir hÀtten um 1.54 Uhr ankommen sollen und sind jetzt um 7.38 Uhr angekommen.» Das Zugpersonal hÀtte sie auf dem Laufenden gehalten. Was wirklich passiert sei, hÀtten sie aber im Internet durch eine kurze Google-Suche erfahren.

Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der DB am Dienstagabend fĂŒr rund zwei Stunden Stillstand verursacht. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass ein fehlerhaftes Software-Update das Problem verursacht hat. Hinweise auf einen Cyberangriff als Ursache wurden nach dpa-Informationen nicht festgestellt. 

Die Deutsche Bahn habe einen Angriff schon relativ frĂŒh fĂŒr sehr unwahrscheinlich gehalten, hieß es. Etliche Reisende waren von den AusfĂ€llen betroffen. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten ZĂŒge wieder. Danach lief der Verkehr am frĂŒhen Morgen Schritt fĂŒr Schritt wieder an.

Manche haben von der Störung nichts mitbekommen

An vielen deutschen Bahnhöfen ist am Morgen nicht viel von der massiven Störung zu spĂŒren, obwohl es - wie auch sonst hĂ€ufig - einige VerspĂ€tungen gibt. Am Berliner Hauptbahnhof herrscht entspanntes Treiben ohne volle Bahnsteige und GetĂŒmmel. Gegen 7 Uhr gibt es einige wenige AusfĂ€lle. Er habe nichts von dem Ausfall mitbekommen, sagt ein Fahrgast aus Berlin, der nach Baden-WĂŒrttemberg will. 

Ein Mitarbeiter am Serviceschalter berichtet, seine Kollegen in der Nacht hĂ€tten viel zu tun gehabt. Seit seinem Schichtbeginn um 5.30 Uhr sei es relativ ruhig, aber einige Menschen hĂ€tten sich natĂŒrlich nach AusfĂ€llen und VerspĂ€tungen im Kontext der Bahnstörung erkundigt.

In Karlsruhe bilden sich statt am DB-Infocenter Schlangen vor den BĂ€ckerei-BĂŒdchen. Laut Anzeigetafel hat nur ein Zug VerspĂ€tung - der dafĂŒr gehörig.

«War interessant auf jeden Fall.»

Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen lĂ€uft wieder weitgehend normal. Am Duisburger Hauptbahnhof waren einige ZĂŒge leicht verspĂ€tet, AusfĂ€lle gab es aber fast keine. «Alles lĂ€uft wie immer», sagte eine Pendlerin. Von dem Ausfall in der Nacht hatte sie noch gar nichts gehört. 

An den anderen Bahnhöfen im bevölkerungsreichsten Bundesland war das Bild Ă€hnlich: In Köln und DĂŒsseldorf lief der Betrieb völlig normal, wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichten. In Köln gab es einige VerspĂ€tungen von bis zu 15 Minuten und ganz wenige ZugausfĂ€lle. In Dortmund waren laut Abfahrtsmonitor noch einige ICE aus der Nacht mit mehreren Stunden VerspĂ€tung unterwegs, der Regionalverkehr am Morgen lief aber ohne große Probleme an.

FĂŒr Cziczi und seine Freunde am Berliner Hauptbahnhof geht es wie fĂŒr viele andere an diesem Morgen weiter zum Fusion-Festival an die Mecklenburgischen Seenplatte. NatĂŒrlich sei er mĂŒde, sagt der 29-JĂ€hrige. Gut drauf ist er trotzdem. Kurze Bilanz fĂŒr seine elfstĂŒndige Stop-and-go-Fahrt nach Berlin? «War interessant auf jeden Fall.»

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