Mördersuche, Hologramm

Mördersuche mit Hologramm: Wer tötete Betty in Amsterdam?

11.11.2024 - 12:20:20 | dpa.de

Februar 2009: Eine junge Frau wird im Amsterdamer Rotlichtviertel brutal ermordet. Trotz aller Ermittlungen gibt es vom TÀter keine Spur. Jetzt greift die Polizei zu einem ungewöhnlichen Mittel.

 Die Amsterdamer Polizei hofft, mit Hilfe des Hologramms den 15 Jahre alten Mord an der damals 19-jÀhrigen Szabo aufzuklÀren. - Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa
Die Amsterdamer Polizei hofft, mit Hilfe des Hologramms den 15 Jahre alten Mord an der damals 19-jÀhrigen Szabo aufzuklÀren. - Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa

Die Amsterdamer Polizei setzt ein ungewöhnliches Mittel ein, um einen 15 Jahre alten Mordfall zu lösen: ein Hologramm. In einem Fenster im Rotlichtviertel bittet eine tÀuschend echt wirkende junge Frau Passanten um Mithilfe. 

Es sei ein sehr ergreifender Fall, sagt Anne Dreijer-Heemskerk vom Cold-Case-Team der Amsterdamer Polizei. «Ein junges MÀdchen, erst 19 Jahre alt, wurde auf schreckliche Weise ums Leben gebracht.» Ihr Sohn habe sie nie kennengelernt, er wurde in einer Pflegefamilie untergebracht.

Wenige Monate nach der Geburt ihres Kindes ist sie tot

Die aus Ungarn stammende Betty SzabĂł kam als 18-JĂ€hrige nach Amsterdam und arbeitete als Sexarbeiterin in der niederlĂ€ndischen Hauptstadt auf den weltberĂŒhmten «Wallen» - dem Rotlichtviertel - wo Frauen in rot erleuchteten Fenstern offen ihre Dienste anbieten. Betty wurde schwanger, doch arbeitete weiter. Kurz nach der Geburt kehrte sie zurĂŒck. Drei Monate spĂ€ter wurde Betty ermordet. 

Am 19. Februar 2009 machen sich zwei von Bettys Kolleginnen Sorgen. Sie haben sie nicht gesehen und hören auch keine Musik aus ihrem Zimmer. Gegen ein Uhr nachts schauen sie nach und finden Betty in einer großen Blutlache - sie wurde mit Dutzenden Messerstichen ermordet. Eine große Untersuchung der Polizei bleibt erfolglos. Vom TĂ€ter fehlt jede Spur. 

Hologramm Ă€hnelt der Toten aus RĂŒcksicht auf Angehörige kaum

Nun unternimmt das Cold-Case-Team der Polizei einen letzten Versuch. Auf den Fenstern des GebĂ€udes, in dem der Mord geschah, informieren Sticker ĂŒber Betty und den Fall. Vor allem aber erregt das lebensgroße Hologramm Aufmerksamkeit. Mit 3D-Technik entstand eine Computersimulation. Eine junge Frau mit einer großen TĂ€towierung auf dem Barhocker im Fenster. Mit RĂŒcksicht auf die Angehörigen Ă€hnelt sie Betty aber kaum. 

Die Polizei ist davon ĂŒberzeugt, dass jemand mehr wissen muss. «Betty wurde an einem der lebhaftesten Orte von Amsterdam ermordet. Menschen mĂŒssen etwas gesehen oder gehört haben.» Die Belohnung fĂŒr den entscheidenden Tipp betrĂ€gt 30 000 Euro.

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