Flammen rĂŒcken auf Monschau zu â Evakuierung in der Eifel
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 03:40 Uhr | dpa.deWieder mĂŒssen Menschen in der Eifel in Nordrhein-Westfalen wegen eines groĂen Waldbrandes ihre HĂ€user verlassen. Das mĂ€chtige Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rĂŒckt aus Belgien kommend auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor.Â
Die Flammen stĂŒnden etwa 300 Meter vor den GebĂ€uden, die am spĂ€ten Sonntagabend evakuiert worden sind, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell in der Nacht. Die 17 HĂ€user in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22.00 Uhr evakuiert worden.
Die BrandbekĂ€mpfer hoffen, die HĂ€user retten zu können: «Zwischen dem Feuer und den HĂ€usern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getrĂ€nkt haben.» Gegen 16.00 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der BrandbekĂ€mpfung zu helfen.Â
Applaus fĂŒr EinsatzkrĂ€fte
Im Minutentakt rauschen in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nĂ€chsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen. Nicht nur die Wiesen wĂŒrden gewĂ€ssert, sondern auch groĂe Wassertanks stĂ€ndig aufgefĂŒllt fĂŒr die Löschfahrzeuge. Einige Menschen applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.Â
Die allermeisten Bewohner der evakuierten StraĂenzĂŒge in Monschau seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen, sagte der Stellvertreter der BĂŒrgermeisterin, Franz-Karl Boden. Die eingerichtete Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von ein paar Betroffenen genutzt, hieĂ es weiter.
ZunĂ€chst war die Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau mit rund 5.000 Einwohnern erwogen worden. In der Nacht zu Sonntag waren die Bewohner der Ortsteile aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.Â
StÀndig drehender Wind erschwert Löscharbeiten
Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den EinsatzkrĂ€ften weiter groĂe MĂŒhe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und stĂ€ndig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.
Auf rund 3.000 Hektar FlĂ€che lodert jenseits der Grenze der gröĂte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Am Sonntag kamen auch deutsche EinsatzkrĂ€fte aus der Region Aachen zu Hilfe, die ins belgische KĂŒchelscheid ausrĂŒckten, einem Nachbarort von Monschau. Auch andere europĂ€ische LĂ€nder helfen.Â
Die zerklĂŒftete Landschaft des Hohen Venn erschwert die Löscharbeiten, da es nur wenige Zufahrten gibt und ausgedehnte Torfmoore die BrandbekĂ€mpfung erschweren. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll.Â
GroĂbrand im HĂŒrtgenwald unter KontrolleÂ
Erst am Freitag mussten wegen des gröĂten Waldbrandes der NRW-Geschichte im HĂŒrtgenwald etwa 2.000 Menschen ihre HĂ€user oder Wohnungen verlassen. Der von Flammen bedrohte Ortsteil Gey der Gemeinde HĂŒrtgenwald wurde gegen 4 Uhr evakuiert. Tagelang kĂ€mpfte ein GroĂaufgebot unterstĂŒtzt von Löschhubschraubern und Bergepanzern gegen den Waldbrand, der inzwischen unter Kontrolle ist. Seit Samstagabend können Bewohner nach Gey zurĂŒck.
Im HĂŒrtgenwald dauern die Löscharbeiten weiter an. Bis alles endgĂŒltig gelöscht sei, werde noch einige Zeit vergehen, teilte DĂŒrens Landrat Ralf Nolten (CDU) mit. Die Zahl der EinsatzkrĂ€fte sei deutlich reduziert worden. Ein AufklĂ€rungshubschrauber mit WĂ€rmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar groĂen Areal wieder entzĂŒnden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.
