Ermittlungen nach Brand in Kopenhagens historischer Börse
17.04.2024 - 04:28:03Am Morgen nach dem zerstörerischen Brand in der historischen Börse in Kopenhagen ist die Ursache des Feuers noch immer unklar. Die Feuerwehr kĂ€mpfte am Dienstag beinahe einen Tag lang gegen die lodernden Flammen. Die 56 Meter hohe Turmspitze stĂŒrzte nach kurzer Zeit vom Dach der 400 Jahre alten Touristenattraktion. Am Nachmittag konnten die EinsatzkrĂ€fte das Feuer unter Kontrolle bringen. Etwa die HĂ€lfte des einzigartigen GebĂ€udes und wichtige, tragende Strukturen waren da bereits zerstört.
Im nĂ€her zum Parlament liegenden Teil des wegen Restaurierungsarbeiten eingerĂŒsteten Bauwerks wĂŒtete das Feuer besonders schlimm. Ein Ăbergreifen auf den anderen GebĂ€udeteil konnten die EinsatzkrĂ€fte aber verhindern. Die Polizei ermittelt weiterhin zur Brandursache.
DÀnemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen schrieb am Dienstag bei X: «Schreckliche Bilder aus BÞrsen. So traurig. Ein ikonisches GebÀude, das uns allen viel bedeutet. Unser eigener Notre-Dame-Moment.»
Damit bezog er sich auf das verheerende Feuer in der weltberĂŒhmten Pariser Kathedrale. Dort war vor fast genau fĂŒnf Jahren - am 15. April 2019 - ein Brand ausgebrochen, der das Dach von Notre-Dame fast vollstĂ€ndig zerstörte. Die Bilder davon gingen um die Welt.
Höhe des Schadens noch nicht zu beziffern
Die alte Börse beherbergt eine groĂe Kunstsammlung. In dem GebĂ€ude - einem der Ă€ltesten und bekanntesten der Stadt - befindet sich heute die dĂ€nische Handelskammer, die auch EigentĂŒmerin des Bauwerks ist. «Wir haben mit unserem Vorstand beschlossen, dass wir die BĂžrsen auf jeden Fall wieder aufbauen werden», sagte Handelskammer-Chef Brian Mikkelsen.
Die Höhe des Schadens ist noch nicht zu beziffern. Das dĂ€nische Nationalmuseum mĂŒsse den Verlust von KulturschĂ€tzen aus der historischen Börse erst kartieren, hieĂ es. Nach Angaben der Feuerwehr versuchten die EinsatzkrĂ€fte mit UnterstĂŒtzung der royalen Armee die KulturschĂ€tze in Sicherheit zu bringen. Auch Mitarbeiter halfen bei der Rettung der Kunstobjekte.
Die historische Börse mit ihrem markanten Kirchturm liegt auf der östlichen Spitze der Insel Slotsholmen und wurde 1625 fertiggestellt. Sie wurde auf Anordnung von König Christian IV. im Stil der niederlĂ€ndischen Renaissance errichtet, um Kopenhagen in ein Finanz- und Handelszentrum zu verwandeln. Als Börse im eigentlichen Sinne wird das GebĂ€ude schon lange nicht mehr genutzt. Die laufende Restaurierung sollte eine unsachgemĂ€Ăe Renovierung des GebĂ€udes im 19. Jahrhundert korrigieren und der Fassade ihr ursprĂŒngliches Aussehen wiedergeben.


