USA, Iran

Gestrandet in Kriegszone: Urlauber sitzen in Golfregion fest

01.03.2026 - 14:14:29 | dpa.de

Flüge fallen aus, Kreuzfahrten werden gestoppt: Nach Raketenangriffen sitzen Tausende Touristen in Nahost fest. Unter Reisenden macht sich Unmut breit. Und niemand weiß, wie lange die Krise anhält.

  • Rauch steigt auf nach iranischem Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpa
  • Eine Rauchwolke im Hintergrund, während Flugzeuge auf dem geschlossenen Dubai International Airport geparkt sind. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Viele Menschen sitzen fest. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
  • Gestrandete Passagiere warten auf dem Flughafenparkplatz in Dubai. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Emirates-Flugzeuge werden nach der Schließung des Dubai International Airport geparkt. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Feuerwehrleute und Rettungskräfte inspizieren Schäden im Fairmont The Palm Hotel in Dubai. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
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Geplant war ein erholsamer Urlaub - nun sitzen Tausende Reisende in einer Krisenregion fest, die unter Raketenbeschuss steht. Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sind am Wochenende auch viele deutsche Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging nichts mehr.

Etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten: An den beiden großen Flughäfen von Dubai - am internationalen Flughafen DXB und am Al Maktoum Airport (DWC) - wurde der Flugverkehr bis auf weiteres ausgesetzt. Die Stimmung unter den Reisenden war einem Medienbericht zufolge angespannt. «Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos», zitierte die «Bild» einen deutschen Urlauber. «Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.» 

Einzige Info: Auch in nächsten 24 Stunden geht's nicht weiter

Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen – betroffen waren neben Dubai auch etwa Abu Dhabi und Doha. Die Lufthansa hat dem «Bild»-Bericht zufolge ihre Flüge von und nach Dubai gestrichen. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv fallen demnach bis zum 7. März aus.

Eine Reisende aus Hamburg strandete auf dem Rückflug von Malaysia mit der Airline Emirates bereits am Samstagvormittag in Dubai. Sie sei mit ihrem Mann in einem Hotel untergekommen, sagt die 46-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die einzige Information bisher sei, dass es auch in den nächsten 24 Stunden nicht weitergehe.

Von ihrem Hotel aus sehe sie Rauchsäulen über der Stadt, berichtet sie. Mehrere Menschen hätten ihr erzählt, es habe am Flughafen Trümmer gegeben.

Vereinigte Arabische Emirate übernehmen Unterbringungskosten

Am Abend kündigte die Generalbehörde für Zivilluftfahrt an, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Kosten für Unterkünfte von gestrandeten Passagieren im Land übernehmen. Dies betreffe «alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere», teilte die Behörde laut staatlicher Nachrichtenagentur WAM mit.

Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben nach bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten. Es wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt, zudem die Umbuchung der Flüge nach den genehmigten Betriebsplänen erleichtert.

In Saudi-Arabien teilte das Außenministerium mit, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

Planmäßige Kreuzfahrt derzeit nicht verantwortbar

Möglicherweise bei Angriffen wurde das Luxushotel Fairmont The Palm Dubai getroffen, bei dem folgenden Feuer wurden nach Behördenangaben vier Menschen verletzt. Auf Social Media verbreitete Videos sollen zeigen, wie ein Geschoss nahe dem Hotel vom Himmel fällt. Auf anderen Videos ist zu sehen, wie der Eingangsbereich in Flammen steht, während dichter schwarzer Rauch aufsteigt. Eine offizielle Bestätigung zur Ursache des Vorfalls gab es zunächst nicht.

Betroffen sind auch Kreuzfahrten: So lag etwa die «MSC Euribia» der Schweizer Reederei MSC Cruises mit einer Kapazität für mehr als 6.000 Passagiere einem Bericht zufolge in Dubai fest. Die Orient-Kreuzfahrt, die eigentlich am Sonntag starten sollte, wurde kurzfristig abgesagt.

Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende fest. «Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität», hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar. Die Gäste befänden sich weiterhin an Bord der beiden Kreuzfahrtschiffe, hieß es.

Die in Dubai lebende Influencerin Fiona Erdmann schrieb in einer Story auf Instagram: «Uns geht es gut. Wir sind zu Hause. Die Kinder schlafen.» Eine solche Situation habe sie in ihren neun Jahren in Dubai noch nicht erlebt.

Auswärtiges Amt: Betroffene sollen Krisenvorsorgeliste nutzen

Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.

«Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen», berichtete ein deutscher Reisender aus Sydney. «Dann wurden die Flüge gestrichen.» Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. «Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend», sagte der Urlauber.

Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntagnachmittag, in der Krisenvorsorgeliste habe sich bislang eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Golfregion registriert - also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein, aber auch im Ausland lebende Deutsche.

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