Flughafen Leipzig: Zwei MĂ€nner stellen sich nach Zaunbruch
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen nach dem Zaundurchbruch
- Der 20-JĂ€hrige soll den Wagen ohne gĂŒltige Fahrerlaubnis gesteuert haben.
- Die MĂ€nner meldeten sich am Sonntagabend bei Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei.
- Ein Bereitschaftsrichter ordnete Beschlagnahme und Durchsuchung des Autos an.
Zaun am Flughafen Leipzig/Halle nach Autofahrt durchbrochen
Zwei MĂ€nner haben sich nach dem Durchbruch eines Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle bei den Behörden gestellt. Nach Polizeiangaben hatten sie am Samstagabend mit einem Auto fĂŒr eine FahrprĂŒfung geĂŒbt und dabei die Kontrolle ĂŒber den Wagen verloren.
Der 20-JĂ€hrige soll am Steuer gesessen haben, obwohl er keine gĂŒltige Fahrerlaubnis besaĂ. Der 32-jĂ€hrige Halter machte nach Polizeiangaben keine nĂ€heren Angaben.
Fahrzeug in Autohandel gefunden
Die beiden MĂ€nner meldeten sich am Sonntagabend mit ihren AnwĂ€lten bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und der Kriminalpolizei. Der 20-JĂ€hrige lieĂ ĂŒber seinen Anwalt mitteilen, dass er den Zaun durchbrochen und sich anschlieĂend von der Unfallstelle entfernt habe.
Das Auto war auf private Veranlassung abgeschleppt und auf dem GelÀnde eines Autohandels gefunden worden. Ein Bereitschaftsrichter ordnete die Beschlagnahme und Durchsuchung des Fahrzeugs an.
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Kostenlose Trading-Webinare fĂŒr Privatanleger
Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese fĂŒr Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.
Ermittlungen gegen beide MĂ€nner
Gegen den 20-JĂ€hrigen wird wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Gegen den 32-JĂ€hrigen prĂŒfen die Ermittler, ob er das Fahren ohne Fahrerlaubnis zugelassen haben könnte.
Die Ermittlungen zu den konkreten AblÀufen, den Tatbeteiligungen und einer möglichen Motivlage dauern an.
Keine Eindringlinge auf dem GelÀnde
Der Flughafensicherheitsdienst hatte den beschĂ€digten Zaun am Samstag kurz vor 23.00 Uhr bei einer routinemĂ€Ăigen Streife entdeckt. EinsatzkrĂ€fte durchsuchten das GelĂ€nde mehrfach, auch mit einem Polizeihubschrauber und Drohnentechnik.
Sie fanden weder unberechtigte Personen noch verdÀchtige GegenstÀnde. Die Nordpiste blieb zunÀchst gesperrt und wurde am Sonntag gegen 14.00 Uhr wieder freigegeben.
Vorfall erinnert an Drohnenfund im August
Der Fall sorgt auch wegen eines frĂŒheren Sicherheitsereignisses fĂŒr Aufmerksamkeit. Anfang August war am Flughafen eine mit Sprengstoff prĂ€parierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden.
Die Bundesregierung machte Russland fĂŒr den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Einen Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall gibt es bislang nicht.
Russische Antonows im Nordbereich
Drei russische Antonow-Frachtflugzeuge stehen wegen der EU-Sanktionen gegen Russland seit 2022 am Flughafen. Sie befinden sich wie der beschÀdigte Zaun im Nordbereich, jedoch nicht in unmittelbarer NÀhe, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart.
Ukrainische Antonow-Frachtflugzeuge stehen im SĂŒdbereich und damit deutlich weiter entfernt.
Der Vorfall fĂ€llt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit fĂŒr die Sicherheitslage am Flughafen Leipzig/Halle. Ausschlaggebend ist dabei insbesondere der Fund einer prĂ€parierten Drohne im August neben ukrainischen Frachtflugzeugen. Der damalige Vorgang hatte eine politische Dimension, die ĂŒber den Flughafen hinausreichte.
Der aktuelle Fall stellt sich nach den Angaben der Polizei dagegen als Verkehrsunfall dar. Dennoch berĂŒhrt das Durchbrechen eines Sicherheitszauns zentrale Fragen des Flughafenschutzes: Entscheidend sind nun die Rekonstruktion der Fahrt, die KlĂ€rung der Verantwortlichkeiten und die Bewertung, wie schnell der beschĂ€digte Bereich gesichert werden konnte.
Ermittlungen und Sicherheitsfragen
FĂŒr Reisende und den Flugbetrieb hatte der Vorfall nach den vorliegenden Angaben begrenzte direkte Folgen. Die Nordpiste wurde vorĂŒbergehend gesperrt und am Sonntagnachmittag wieder freigegeben. Dass die SuchmaĂnahmen ohne Fund von Eindringlingen oder verdĂ€chtigen GegenstĂ€nden blieben, spricht im konkreten Fall gegen einen weiteren unbefugten Aufenthalt auf dem GelĂ€nde.
Juristisch richtet sich der Verdacht gegen den 20-JÀhrigen wegen des möglichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Beim 32-jÀhrigen Halter geht es um die Frage, ob er das Fahren ohne Fahrerlaubnis ermöglicht haben könnte. Die weiteren Ermittlungen sollen zudem klÀren, ob sich aus dem Ablauf zusÀtzliche sicherheitsrelevante Erkenntnisse ergeben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDF: âFlughafen Leipzig: Zwei MĂ€nner stellen sich nach Vorfallâ (19.10.2026)
Der Bericht bestĂ€tigt die Selbststellung der beiden MĂ€nner und die Darstellung, sie hĂ€tten fĂŒr eine FahrprĂŒfung geĂŒbt. Im Mittelpunkt steht damit die polizeiliche Einordnung als Unfall.
Tagesschau: âLoch im Flughafenzaun Leipzig/Halle: Zwei TatverdĂ€chtige stellen sich der Polizeiâ (19.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt ebenfalls die Selbststellung und hebt stĂ€rker die offenen Ermittlungen zu den Verantwortlichkeiten hervor. Gemeinsam bleibt der Bezug zum frĂŒheren Drohnenfund ein wichtiger Sicherheitskontext, ohne dass daraus ein Zusammenhang abgeleitet wird.
Die Berichte stimmen beim Kern des Vorgangs ĂŒberein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung zwischen Unfallhergang, strafrechtlichen Fragen und dem sicherheitspolitischen Hintergrund.
