Ukraine: Rund 250 kriegsbedrohte BaudenkmÀler dokumentiert
03.12.2023 - 04:06:23Wissenschaftler aus Marburg und Hannover haben zusammen mit ukrainischen Fotografen bereits 250 durch den russischen Angriffskrieg bedrohte oder beschÀdigte BaudenkmÀler fotografisch dokumentiert.
Seit dem Start des Projekts im Oktober 2022 hĂ€tten die Fotografinnen und Fotografen insgesamt rund 3700 AuĂen- und Innenaufnahmen historisch und kulturell bedeutsamer Bauwerke in StĂ€dten wie Kiew, Odessa, Mykolajiw und Saporischja angefertigt, sagte Christian Bracht, Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums Kunstgeschichte (DDK) - Bildarchiv Foto Marburg, der Deutschen Presse-Agentur.
Dazu gehört auch die VerklÀrungskathedrale in der Altstadt von Odessa, die im Sommer dieses Jahres bei russischen Angriffen beschÀdigt worden war. Diese und andere Zerstörungen zeigten, wie brisant und wichtig die Arbeit sei.
Bilder als Grundlage fĂŒr Wiederaufbau
Im Rahmen des Projekts arbeitet das DDK seit gut einem Jahr mit Wissenschaftlern um Ina BlĂŒmel vom Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften (TIB) sowie 17 ukrainischen Fotografinnen und Fotografen zusammen. Wie viele der erfassten BaudenkmĂ€ler bislang tatsĂ€chlich zerstört wurden, ist nicht bekannt, doch sei absehbar, dass ihre Zahl zunimmt, da bisher kein Ende des Krieges in Sicht sei, sagte Bracht.
Die mit digitalen Kameras und speziellen Objektiven erstellten Bilder werden in einer Datenbank auf Grundlage wissenschaftlicher und technischer Standards hinterlegt. Im Falle einer Zerstörung der GebĂ€ude sollen die Bilder als fundierte Grundlage fĂŒr den Wiederaufbau, als wissenschaftliche Dokumentation und kulturelle Erinnerung dienen.
Ein weiterer zentraler Baustein des Projekts ist zudem die spezielle Open Source Software Wikibase, die ermöglicht, dass auch BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, Aktivisten und Fotografen vor Ort langfristig zu einer Not-Dokumentation der GebĂ€ude beitragen können - dafĂŒr zeichnet das Team von BlĂŒmel am Open Science Lab des TIB Hannover verantwortlich.


