KriminalitÀt, Louvre

Museen im Visier: Weiterer Einbruch im Nordosten Frankreichs

22.10.2025 - 10:30:49

Frankreich erlebt seit September eine Welle von MuseumseinbrĂŒchen. Nach dem Coup im Louvre gab es in der Nacht auf Montag noch einen Diebstahl. Zufall, NachahmungstĂ€ter oder professionelle Netzwerke?

  • Mehrere Goldnuggets im Wert von 1,5 Millionen Euro wurden aus dem Pariser Naturkundemuseum gestohlen. (Archivbild) - Foto: Rachel Sommer/dpa

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  • Nach dem Juwelendiebstahl im Pariser Louvre-Museum gehen die Ermittler von einer gut organisierten Bande aus. - Foto: Emma Da Silva/AP/dpa

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  • Aus dem Porzellanmuseum MusĂ©e National Adrien Dubouche in Limoges wurden drei Objekte gestohlen. (Archivbild) - Foto: Franck Lagier/AFP/dpa

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Mehrere Goldnuggets im Wert von 1,5 Millionen Euro wurden aus dem Pariser Naturkundemuseum gestohlen. (Archivbild) - Foto: Rachel Sommer/dpaNach dem Juwelendiebstahl im Pariser Louvre-Museum gehen die Ermittler von einer gut organisierten Bande aus. - Foto: Emma Da Silva/AP/dpaAus dem Porzellanmuseum Musée National Adrien Dubouche in Limoges wurden drei Objekte gestohlen. (Archivbild) - Foto: Franck Lagier/AFP/dpa

Es sind fast 2.000 Gold- und SilbermĂŒnzen ĂŒber Nacht aus einem französischen Museum verschwunden – und das nur einen Tag nach dem spektakulĂ€ren Diebstahl im Louvre. In der Nacht zum Montag hat es einen Einbruch in ein historisches Museum in Landres im Nordosten Frankreichs gegeben. Betroffen ist das Maison des LumiĂšres Denis Diderot, das Manuskripte, Briefe und historische Objekte des 18. Jahrhunderts beherbergt.

Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, erbeuteten die Einbrecher einen wertvollen MĂŒnzschatz von rund 2.000 Silber- und GoldmĂŒnzen. Die TĂ€ter brachen zunĂ€chst eine AußentĂŒre und dann eine Vitrine auf und wĂ€hlten ihre Beute nach ersten Ermittlungen offenbar gezielt und mit großer Sachkenntnis aus. Wie der Sender France Info berichtete, gehen die Ermittler von einem sorgfĂ€ltig geplanten Einbruch aus. 

Seit Anfang September hĂ€ufen sich EinbrĂŒche in französische Museen offenbar nach einem Ă€hnlichen Muster: Wertvolle Objekte werden gezielt ausgewĂ€hlt, Schmuck, MĂŒnzen oder StĂŒcke von hohem historischem Wert. Zufall? 

Doppelter Einbruch in 48 Stunden

Mitte Oktober geriet das MusĂ©e Jacques-Chirac in Sarran im SĂŒdwesten des Landes gleich zweimal innerhalb von 48 Stunden ins Visier von Dieben. Das Museum beherbergt rund 5.000 diplomatische Geschenke, die Jacques Chirac wĂ€hrend seiner beiden Amtszeiten (1995–2007) erhalten hat. Der Schaden, vor allem durch Uhren und Schmuck, wird derzeit noch bewertet.

Bereits im September schlugen Diebe mehrfach zu – innerhalb von nur zwei Wochen wurden das MusĂ©e national Adrien-DubouchĂ© in Limoges im zentralen Westen des Landes und das Naturkundemuseum in Paris Ziel von EinbrĂŒchen. In Limoges verschwanden drei chinesische Porzellanobjekte, die als «nationaler Schatz» klassifiziert sind, mit einem SchĂ€tzwert von 6,5 Millionen Euro. 

Historische und seltene StĂŒcke

Nur wenige Tage spĂ€ter stahlen TĂ€ter aus dem MusĂ©um national d’histoire naturelle in Paris mehrere Goldnuggets im Wert von 1,5 Millionen Euro – historische und seltene Funde von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung. Bei den Ermittlungen wurde eine 24-jĂ€hrige Chinesin festgenommen, die in Barcelona verhaftet wurde. Ob sie allein oder mit Komplizen handelte, ist bislang unklar.

Angesprochen auf die Festnahme der Frau, erklĂ€rte das chinesische Außenamt, die genauen UmstĂ€nde in dem Fall nicht zu kennen. GrundsĂ€tzlich verlange Chinas Regierung von ihren Landsleuten im Ausland, sich an die dortigen Gesetze zu halten, sagte Sprecher Guo Jiakun in Peking. China hoffe, dass Frankreich ein faires Verfahren im Einklang mit dem Gesetz abhalte, betonte er. 

Dramatischer Höhepunkt im Louvre

Der dramatische Höhepunkt dieser Serie ereignete sich am Wochenende im Louvre: Am helllichten Tag entwendeten maskierte Diebe am Sonntag acht SchmuckstĂŒcke, darunter ein Diadem, ein Collier und ein Armband, die einst NapolĂ©ons Familie gehörten. Einige waren mit Diamanten und Smaragden besetzt und von unschĂ€tzbarem historischem Wert. Der materielle Wert wird auf rund 88 Millionen Euro geschĂ€tzt.

Zufall oder Nachahmer? Eine klare Antwort gibt es noch nicht. Bei den jĂŒngsten EinbrĂŒchen zeichnet sich jedoch ein Muster ab: In mehreren FĂ€llen wurden Objekte von wissenschaftlichem, historischem und symbolischem Wert gezielt ausgesucht. Beim Coup im Louvre gehen die Ermittler von einer gut organisierten Bande aus. Eine Verbindung zu einem auslĂ€ndischen Staat schließen sie aus.

@ dpa.de