Mexiko, KriminalitÀt

Liebesnest am Waldrand: Wie «El Mencho» in die Falle ging

23.02.2026 - 20:05:41 | dpa.de

Geheimdienstinformationen, eine Geliebte und eine heftige Schießerei. Die letzten Stunden des mexikanischen Drogenbosses «El Mencho» wirken wie aus einer Narco-Serie.

  • Wegen der hohen Zahl an getöteten Soldaten brach der General auf der Pressekonferenz in TrĂ€nen aus. - Foto: Ginnette Riquelme/AP/dpa
    Wegen der hohen Zahl an getöteten Soldaten brach der General auf der Pressekonferenz in TrÀnen aus. - Foto: Ginnette Riquelme/AP/dpa
  • Der getötete Drogenboss wurde nach Mexiko-Stadt gebracht. - Foto: FĂ©lix MĂĄrquez/dpa
    Der getötete Drogenboss wurde nach Mexiko-Stadt gebracht. - Foto: Félix Mårquez/dpa
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Bei dem MilitĂ€reinsatz gegen den mĂ€chtigsten Drogenboss Mexikos spielen eine Frau, eine HĂŒtte am Waldrand und eine Flucht ins GebĂŒsch eine wichtige Rolle. Einen Tag nach der Tötung von Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» gewĂ€hrte das MilitĂ€r detaillierte Einblicke in sein Vorgehen. 

Mit Hilfe von US-Geheimdienstinformationen und eigener Überwachung war es dem mexikanischen MilitĂ€r gelungen, den AnfĂŒhrer des Drogenkartells Jalisco Nueva GeneraciĂłn (CJNG) aufzuspĂŒren. An dem Einsatz waren nach Angaben von PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum ausschließlich mexikanische SicherheitskrĂ€fte beteiligt.

Ermittler heften sich Geliebter an die Fersen 

Bei den Ermittlungen wurde laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla zunĂ€chst ein Mann als Vertrauensperson einer Geliebten von «El Mencho» identifiziert. Zwei Tage vor dem MilitĂ€reinsatz brachte der Mann die Frau zu dem Drogenboss in einen HĂŒttenkomplex am Wald nahe Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Die Frau verließ den Ort am nĂ€chsten Tag. «El Mencho» blieb in der HĂŒtte. 

Als das MilitĂ€r ihn schließlich festnehmen wollte, leisteten die schwer bewaffneten LeibwĂ€chter des Drogenbosses erbitterten Widerstand und es kam zu heftigen KĂ€mpfen. Mit seinem engsten Kreis an Gefolgsleuten floh «El Mencho» schließlich in den Wald. Er habe sich im GebĂŒsch versteckt, sagte Trevilla. Dort sei es wieder zu einer Schießerei gekommen. Ein MilitĂ€rhubschrauber sei von SchĂŒssen getroffen worden.

Verteidigungsminister bricht in TrÀnen aus

Bei den Gefechten wurden den Angaben zufolge «El Mencho» und zwei seiner LeibwĂ€chter schwer verletzt. Ein Helikopter sollte sie in eine Klinik in Jalisco bringen. Auf dem Weg erlag der Drogenboss allerdings seinen Verletzungen. Der Plan wurde daraufhin geĂ€ndert, wie Trevilla sagte. Das MilitĂ€r flog den toten Drogenboss nun nach Morelia im Bundesstaat MichoacĂĄn. Dort wartete ein Jagdflugzeug der Luftwaffe, das die Leiche schließlich nach Mexiko-Stadt transportierte.

Angesichts der hohen Zahl der getöteten Soldaten brach General Trevilla bei der Pressekonferenz in TrÀnen aus. Mindestens 25 Angehörige der Nationalgarde kamen bei Angriffen von Bandenmitgliedern nach der Festnahme des Drogenbosses ums Leben.

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