Tschechien, Giftmord

Giftmord in Tschechien: 48-JÀhriger erhÀlt 24 Jahre Haft

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Kollege starb, ein weiterer erlitt schwere NierenschÀden. Das Gericht wertete auch vorbereitete Giftflaschen gegen Obdachlose und die danach angeordnete Sicherungsverwahrung als Teil des Falls.

Weitere Folgen der GiftanschlÀge

  • Das Landgericht in Olomouc verurteilte den 48-JĂ€hrigen wegen Mordes und versuchten Mordes.
  • Die Vergiftungen ereigneten sich in einer RĂŒstungsfabrik in Sternberk, rund 200 Kilometer östlich von Prag.
  • Nach 24 Jahren Haft soll eine Unterbringung in Sicherungsverwahrung folgen.
Die Göttin Justitia im Gegenlicht auf dem Gerechtigkeitsbrunnen in Frankfurt am Main. (Symbolbild) - Bild: Arne Dedert/dpa

Urteil nach Vergiftungen in Sternberk

Ein Gericht im tschechischen Olomouc hat einen 48-JĂ€hrigen wegen der Vergiftung zweier Arbeitskollegen zu 24 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein Kollege starb nach dem Trinken einer mit Frostschutzmittel vergifteten Limonade, ein weiterer ĂŒberlebte mit schweren NierenschĂ€den.

Gift im gemeinsamen KĂŒhlschrank

Nach Überzeugung des Gerichts stellte der Mann die vergiftete Flasche in einen gemeinsam genutzten KĂŒhlschrank an seinem Arbeitsplatz. Mehrere Monate spĂ€ter tranken zwei Mitarbeiter einer RĂŒstungsfabrik in Sternberk daraus.

Der Angeklagte soll als Motiv angegeben haben, herausfinden zu wollen, wer aus dem KĂŒhlschrank stiehlt. Die Verteidigung erklĂ€rte, er habe niemanden töten wollen, und zweifelte an seiner ZurechnungsfĂ€higkeit zum Tatzeitpunkt in der zweiten HĂ€lfte des Jahres 2023.

Weitere Flaschen in Olomouc

Dem Verurteilten wurde außerdem vorgeworfen, im Mai 2025 GetrĂ€nkeflaschen mit Rattengift, Blei und Morphium an verschiedenen Orten in Olomouc verteilt zu haben. Nach Darstellung der Anklage sollten die Flaschen Obdachlose vergiften.

Die Polizei stellte die GefĂ€ĂŸe sicher, weil der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits als VerdĂ€chtiger beobachtet wurde. Nach der Haft muss er laut Urteil in Sicherungsverwahrung untergebracht werden, also in einer besonderen Therapieeinrichtung zum Schutz der Allgemeinheit.

Der Fall verbindet einen tödlichen Anschlag am Arbeitsplatz mit weiteren vorbereiteten Giftflaschen. Nach dem Urteil platzierte der 48-JĂ€hrige eine mit Frostschutzmittel versehene Limonadenflasche in einem gemeinsam genutzten KĂŒhlschrank einer RĂŒstungsfabrik in Sternberk. Die Tat richtete sich damit gegen Kollegen, die Zugang zu demselben KĂŒhlschrank hatten.

Besondere Bedeutung hat der zweite Tatkomplex aus dem Mai 2025. Der Angeklagte soll damals GetrÀnke mit Rattengift, Blei und Morphium an verschiedenen Orten in Olomouc verteilt haben. Weil die Polizei ihn bereits als VerdÀchtigen beobachtete und die Flaschen sicherstellte, blieb es in diesem Komplex bei einer verhinderten Gefahr.

Urteil und Folgen

Das Landgericht in Olomouc verhĂ€ngte 24 Jahre Haft und ordnete anschließend Sicherungsverwahrung an. Diese Kombination bedeutet, dass der Verurteilte nach der Haft nicht automatisch freikommt, sondern in einer besonderen Therapieeinrichtung untergebracht werden soll, wenn dies zum Schutz der Allgemeinheit erforderlich ist. FĂŒr die Betroffenen stehen neben dem Todesfall die langfristigen Folgen der ĂŒberlebten Vergiftung im Mittelpunkt: Ein Kollege erlitt schwere NierenschĂ€den.

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