Jahrelang isoliertes MĂ€dchen - Anklage nicht in Sicht
08.08.2023 - 05:27:43Im Fall des jahrelang von der AuĂenwelt isolierten MĂ€dchens im nordrhein-westfĂ€lischen Attendorn ist eine Anklage nicht in Sicht. «Das MĂ€dchen dĂŒrfen wir nicht vernehmen und die Beschuldigten schweigen», sagte Sprecher Patrick Baron von Grotthuss von der zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaft in Siegen auf Anfrage. «Das macht die Sache relativ schwierig.»
Der Fall hatte bundesweit fĂŒr Entsetzen gesorgt. Das Kind soll das Haus seiner GroĂeltern bis zu seinem achten Lebensjahr nicht verlassen haben. Die Mutter hatte behauptet, 2015 nach Italien ausgewandert zu sein.
Solange das Ermittlungsverfahren gegen die Mutter und die GroĂeltern des Kindes andauere, wĂŒrden auch keine GeldbuĂen wegen etwaiger Ordnungswidrigkeiten wie der Verletzung der Schulpflicht oder dem VersĂ€umen Ă€rztlicher Vorsorgeuntersuchungen verhĂ€ngt, erklĂ€rte von Grotthuss.
VerjÀhrung droht nicht
Das MĂ€chen war vor elf Monaten aus dem Haus befreit und der Fall vor neun Monaten bekannt geworden. Eine VerjĂ€hrung drohe aber nicht. Das MĂ€dchen könne sich noch nach Erreichen der VolljĂ€hrigkeit zu einer Aussage entschlieĂen und das Verfahren wieder in Gang bringen, sollte es bis dahin noch nicht abgeschlossen sein.
Dem damals achtjĂ€hrigen Kind war das Treppensteigen schwergefallen. Seine körperlichen BeeintrĂ€chtigungen hĂ€tten sich inzwischen gebessert. Zuvor hatte die «Neue Rhein/Ruhr Zeitung» ĂŒber den Stand berichtet.
Die Ermittler dĂŒrfen das Kind nicht nur nicht vernehmen, sondern auch nicht von einem medizinischen SachverstĂ€ndigen begutachten lassen. FĂŒr beides fehle die Zustimmung des ErgĂ€nzungspflegers, sagte der Behördensprecher. Der ErgĂ€nzungspfleger, ein Anwalt, soll das Wohl des Kindes schĂŒtzen.


