Frankreich, Spanien

WaldbrÀnde bei Bordeaux: Feuerwehr kÀmpft gegen neue Flammen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 01:00 Uhr | dpa.de

HĂ€user zerstört und die Landschaft verwĂŒstet: Die BrĂ€nde hinterlassen eine apokalyptische Landschaft. Und eine neue Hitzewelle lĂ€sst die Feuerwehr bangen.

  • Die LöscheinsĂ€tze der Feuerwehr halten ĂŒber Nacht an. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
    Die LöscheinsĂ€tze der Feuerwehr halten ĂŒber Nacht an. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
  • Die Auswirkungen der WaldbrĂ€nde auf Fauna und Flora sind enorm. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa
    Die Auswirkungen der WaldbrÀnde auf Fauna und Flora sind enorm. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa
  • Tausende Menschen mĂŒssen eine weitere Nacht in NotunterkĂŒnften verbringen. - Bild: Eva van Dam/AP/dpa
    Tausende Menschen mĂŒssen eine weitere Nacht in NotunterkĂŒnften verbringen. - Bild: Eva van Dam/AP/dpa
Die LöscheinsĂ€tze der Feuerwehr halten ĂŒber Nacht an. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa Die Auswirkungen der WaldbrĂ€nde auf Fauna und Flora sind enorm. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa Tausende Menschen mĂŒssen eine weitere Nacht in NotunterkĂŒnften verbringen. - Bild: Eva van Dam/AP/dpa

Die Feuerwehr setzt ihren Kampf gegen wiederaufflammende BrĂ€nde in der Region bei Bordeaux an der französischen AtlantikkĂŒste auch in der Nacht fort. Mit Start einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fĂŒrchten die EinsatzkrĂ€fte, dass große Trockenheit und Wind den zwischenzeitlich eingedĂ€mmten Brand wieder unkontrolliert auflodern lassen. Der Wetterdienst MĂ©tĂ©o France warnte vor einem Anstieg des Waldbrandrisikos.

Am Dienstag hatte es tagsĂŒber bereits 14 NeuausbrĂŒche der BrĂ€nde in der Region gegeben, wie die PrĂ€fektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend sagte. Zum Wiederaufflammen der BrĂ€nde kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewĂŒtet hatte. «Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus», sagte die regionale Verwaltungschefin.

Auch in der Nacht lodern die Flammen

Immer wieder wurden auch bis in die Nacht hinein aus verschiedenen Orten neu aufflammende BrÀnde gemeldet, die vor dem dunklen Himmel bedrohlich in den Himmel loderten. Dazwischen war der Lichtschein der Scheinwerfer der FeuerwehrkrÀfte zu sehen.

Dichter Dunst lag in den betroffenen Gebieten in der Luft, es roch verbrannt. Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen BÀume mit angesengten StÀmmen und vertrockneten BlÀttern. Die Auswirkungen der BrÀnde auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch. Ein verirrtes Reh suchte in der apokalyptischen Landschaft seinen Weg.

Verzweifelter Kampf gegen die Flammen

Weiterhin seien 2.750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und ĂŒber 1.400 PolizeikrĂ€fte im Einsatz, sagte die PrĂ€fektin. 110 Feuerwehrleute wurden demnach inzwischen im Einsatz verletzt. In der Gluthitze rennen die Wehrleute beim Wiederaufflammen der BrĂ€nde in den Wald und schießen Wassermassen auf Flammen. Mit erschöpften Gesichtern blicken viele von ihnen auf die mit der Windrichtung drehenden Rauchschwaden der neuen Feuer. Teils wird es dunkel wie in der Nacht.

Den Kampf um die WohnhĂ€user der Menschen haben die EinsatzkrĂ€fte nicht ĂŒberall gewonnen. Manche HĂ€user konnten sie vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört, wie sich bei einer Fahrt durch die niedergebrannte Landschaft zeigte. DĂ€cher sind durch das Feuer eingebrochen, Fensterscheiben geborsten, Hecken und einst wohl schicke VorgĂ€rten komplett verkohlt.

Einige Evakuierte dĂŒrfen zurĂŒck

Dennoch habe sie eine positive Nachricht, sagte die PrĂ€fektin. Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dĂŒrfen zurĂŒck in ihre HĂ€user - unter zwei Bedingungen. Sie mĂŒssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben fĂŒr eine mögliche erneute Evakuierung.

Und auch ihren Aufruf an Touristen vom Sonntag, am besten gar nicht in die Region zu reisen, relativierte die PrĂ€fektin. Im von den BrĂ€nden verschonten Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich. Im SĂŒden mĂŒssten Touristen jedoch die Brandgebiete selbst meiden und sich auf eine mögliche Evakuierung gefasst machen.

Erfolge bei BrandbekÀmpfung in Spanien

Bei der BekÀmpfung mehrerer verheerender WaldbrÀnde feiern die EinsatzkrÀfte in Spanien erhebliche Erfolge. «Wir sehen Licht am Ende des Tunnels», sagte MinisterprÀsident Pedro Sånchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. 

Dabei entwickeln die Löscharbeiten sich zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat fĂŒr heute den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekĂŒndigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren.

GrĂ¶ĂŸter Waldbrand der jĂŒngeren Geschichte Spaniens

Die WaldbrĂ€nde treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwĂŒsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der BrĂ€nde allerdings deutlich verlangsamt. 

In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprĂŒnglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder AusgangsbeschrĂ€nkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekannt. Die Bewohner von 15 Ortschaften durften demnach schon am Dienstagabend in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren. Zudem wurden fĂŒr sechs weitere Ortschaften die AusgangsbeschrĂ€nkungen aufgehoben. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen.

Auch in der Provinz CastellĂłn im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'UixĂł erfassten die Flammen bisher rund 10.000 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, viele konnten inzwischen aber zurĂŒckkehren. 

Allein in Ávila wurde nach vorlĂ€ufigen amtlichen SchĂ€tzungen eine FlĂ€che von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern - fast der FlĂ€che des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das grĂ¶ĂŸte der jĂŒngeren Geschichte Spaniens, das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968.

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