Diepholz, Niedersachsen

Tödliche Attacke auf SchĂŒlerin: TatverdĂ€chtiger schweigt

14.09.2023 - 15:55:18

Hat er eine 17 Jahre alte Inlineskaterin getötet und wenige Tage danach erneut eine Frau mit einem Messer angegriffen? Ein 42-JÀhriger, der zunÀchst geflohen war, sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Nach zwei brutalen Angriffen auf Frauen in Niedersachsen sitzt ein 42-JĂ€hriger in Untersuchungshaft. Er soll fĂŒr den Tod einer 17 Jahre alte Inlineskaterin an einem Feldweg und fĂŒr eine Messerattacke auf eine 30-JĂ€hrige vor einem Schnellrestaurant im Landkreis Diepholz westlich von Hannover verantwortlich sein.

Der Deutsche habe sich beim Haftrichter nicht zu den VorwĂŒrfen geĂ€ußert, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Twistringen mit. Der Mann, der zunĂ€chst geflohen war, habe sich am Mittwochabend in der NĂ€he von Schwarmstedt nördlich von Hannover widerstandslos festnehmen lassen. Dabei kam unter anderem ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Der 42-JĂ€hrige hatte sich in einem Heuballenlager versteckt.

Öffentliche Fahndung

Zuvor hatten die Beamten öffentlich nach dem mutmaßlichen Gewaltverbrecher gefahndet - mit Fotos des 42-JĂ€hrigen und seines Autos. Der gesuchte graue Wagen wurde in der NĂ€he der Autobahn 7 entdeckt. ZunĂ€chst war auch das Gehöft des Mannes durchsucht worden. Laut Medienberichten ist er Landwirt. Zum Beruf und zu persönlichen VerhĂ€ltnissen des VerdĂ€chtigen machten die Ermittler keine Angaben.

Die 17-JĂ€hrige war am Sonntagabend mit ihren Inline-Skates unterwegs gewesen. Ein Radfahrer fand die leblose SchĂŒlerin in Barenburg in einem Graben an einem Feld und alarmierte die Polizei. Eine Obduktion bestĂ€tigte, dass die SchĂŒlerin erstochen worden war.

Am Mittwochmorgen hatte ein Mann - laut der Ermittler derselbe TĂ€ter wie im Fall der 17-JĂ€hrigen - nur wenige Kilometer von Barenburg entfernt vor einem Fast-Food-Restaurant in Sulingen eine 30-JĂ€hrige angegriffen. Sie wurde mit einem Messer schwer verletzt.

Zeugen verhinderten Schlimmeres und halfen der Frau. Sie wurde nach dem Angriff mit schweren, aber nicht lebensgefÀhrlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. «Ein ganz besonderes Dankeschön geht an die Menschen, die in der Nacht zum Mittwoch so beherzt eingegriffen haben, und damit vermutlich verhindert haben, dass wir ein weiteres Todesopfer zu beklagen haben», sagte Polizeidirektor Thomas Kues.

Betroffenheit und MitgefĂŒhl

Anhand seines Auto-Kennzeichens, das die Zeugen sich gemerkt hatten, identifizierte die Polizei nach eigenen Angaben den mutmaßlichen TĂ€ter. Das Amtsgericht Verden erließ am Mittwochnachmittag einen Haftbefehl - wegen des Verdachts des vollendeten und des versuchten Totschlags. Ob auch Mordmerkmale in Betracht kommen, werde im Laufe der weiteren Ermittlungen geprĂŒft, hieß es.

Kues sprach im Namen aller Ermittler dem schwer verletzten Opfer und der Familie der Getöteten sein MitgefĂŒhl aus. «Die brutalen Messerangriffen und die schlimmen Folgen haben sehr viel Betroffenheit und auch MitgefĂŒhl in unserer Region ausgelöst», sagte der Polizeidirektor. Die Verunsicherung und auch die Angst seien verstĂ€ndlicherweise sehr groß gewesen.

@ dpa.de