Nach schwerem ZugunglĂŒck in Indien: Suche nach Ursache lĂ€uft
04.06.2023 - 09:12:41Nach einem der schwersten ZugunglĂŒcke in Indien sind mehr als Tausend Menschen unablĂ€ssig mit den RĂ€umungsarbeiten beschĂ€ftigt. Dies teilte das indische Bahnministerium auf Twitter mit. Drohnenaufnahmen im örtlichen Fernsehen am Sonntag zeigten auch Bagger bei der Arbeit der RĂ€umung der Strecke - und sie zeigen mit vielen Wracks und kaputten Gleisen die erschĂŒtternde GröĂe der Katastrophe, bei der nach Behördenangaben mindestens 288 Menschen getötet und Hunderte Menschen verletzt worden sind. Laut RettungskrĂ€ften vor Ort werden in und unter den Wracks inzwischen keine Ăberlebenden mehr erwartet.
Das Ziel sei es, die RĂ€umungsarbeiten bis Mittwoch abzuschlieĂen, sagte Bahnminister Ashwini Vaishnaw der indischen Nachrichtenagentur ANI. Gleichzeitig versuchten Angehörige vor Ort in verschiedenen Leichenhallen teils sehr entstellte Opfer zu identifizieren, wie etwa die «Times of India» berichtete.
Erste Erkenntnisse deuten auf Signalproblem
Der Unfall ereignete sich am Freitagabend in einer lĂ€ndlichen Gegend im Bezirk Balasore, gut 200 Kilometer sĂŒdwestlich von Kolkata. Drei ZĂŒge waren laut Behörden daran beteiligt. Erste Erkenntnisse zur Unfallursache deuten auf ein Signalproblem hin, wie örtliche Medien, darunter die «India Today», berichteten. Die Untersuchungen dauern an. Ărtlichen Berichten zufolge soll ein Passagierzug zuerst entgleist sein, ein anderer Passagierzug soll in dessen liegengebliebene Waggons gerast sein. Auch ein GĂŒterzug soll beteiligt gewesen sei.
Das bevölkerungsreichste Land mit rund 1,4 Milliarden Menschen hat ein historisch gewachsenes und eines der gröĂten Bahnnetze der Welt, in das die Regierung zuletzt deutlich investiert hat. Angesichts vieler alter ZĂŒge und ĂŒberholungsbedĂŒrftiger Gleisanlagen gibt es jedoch hĂ€ufig UnfĂ€lle. Doch derart hohe Opferzahlen sind selten geworden. Der Unfall entfachte auch wieder eine Diskussion um Sicherheit bei der Bahn.
Kondolenzen aus aller Welt
Rund um die Welt kondolierten Politiker und Staatschefs, zuletzt unter anderem auch US-PrĂ€sident Joe Biden. «Jill und ich sind nach der tragischen Nachricht ĂŒber das tödliche ZugunglĂŒck in Indien untröstlich», sagte Biden am Samstag (Ortszeit) laut einer Mitteilung des WeiĂen Hauses in Washington auch im Namen der First Lady. Der PrĂ€sident und seine Frau seien in Gedanken bei den Menschen in Indien. Auch UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigte sich laut seinem Sprecher StĂ©phane Dujarric nach dem UnglĂŒck «zutiefst betrĂŒbt». Der GeneralsekretĂ€r kondoliere sowohl den Angehörigen der Opfer wie auch den Menschen in Indien und ihrer Regierung, hieĂ es in einer Stellungnahme aus New York.











