Feuer, Mallorca-FĂ€hre

Nach Feuer auf Mallorca-FĂ€hre geht Odyssee fĂŒr viele weiter

10.07.2024 - 16:37:10

Hunderte Passagiere einer FÀhre, die auf dem Weg nach Mallorca in Brand geraten war, warten auch zwei Tage spÀter auf ihre Fahrzeuge und ihr GepÀck. Der KapitÀn rechtfertigt derweil die Evakuierung.

Gut zwei Tage nach dem Brand auf einer FĂ€hre nach Mallorca mĂŒssen viele der 350 betroffenen Passagiere weiter auf ihre Fahrzeuge und ihr GepĂ€ck warten. «Wir hoffen, dass wir im Laufe das Mittwochs neue Informationen diesbezĂŒglich haben», hieß es in einer Pressemitteilung der zustĂ€ndigen Reederei GNV. 

Das Feuer war in der Nacht auf Montag auf der Überfahrt von Valencia nach Mallorca im Maschinenraum der AutofĂ€hre «Tenacia» ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Die meisten Passagiere, darunter auch zahlreiche Lastwagenfahrer, die beruflich unterwegs waren, erreichten aber nie die spanische Ferieninsel. Sie waren am Montag nach Valencia zurĂŒckgebracht worden, weil dorthin auch der Havarist geschleppt wurde, auf dem Autos und GepĂ€ck der Passagiere zurĂŒckgeblieben waren.

Auch nach zwei Tagen noch große Ungewissheit

Und die meisten von ihnen warteten nach zwei Tagen in Valencia inmitten großer Ungewissheit immer noch auf konkrete Nachrichten, wie die Regionalzeitung «Última Hora» und andere mallorquinische Medien berichteten. Man habe ihnen Hotels zur VerfĂŒgung gestellt, versicherte GNV. Laut Medien beschlossen aber einige Passagiere auch, nicht zu warten und auf eigene Faust nach Mallorca zu fliegen oder den Urlaub zu stornieren. 

Man arbeite in Abstimmung mit den zustĂ€ndigen Behörden «unermĂŒdlich daran, alle Bereiche des Schiffes zugĂ€nglich zu machen», teilte die italienische Reederei mit. Eine Anfrage nach der Zahl der in Valencia wartenden Menschen beantwortete sie zunĂ€chst nicht. UrsprĂŒnglich hatte GNV versichert, alle Betroffenen wĂŒrden schon am Dienstag mit ihren Autos und ihrem GepĂ€ck auf einer ErsatzfĂ€hre nach Mallorca gebracht werden.

KapitÀn erklÀrt Evakuierung

In der jĂŒngsten Pressemitteilung meldete sich auch der KapitĂ€n zu Wort. Er erklĂ€rte seine Entscheidung, das Boot am Montag zu evakuieren, obwohl das Feuer schon unter Kontrolle war. Demnach drohte ein AnhĂ€nger auf dem Parkdeck in Flammen aufzugehen. «Das hĂ€tte die Evakuierung erschwert. Zudem klagten die Passagiere, dass die Klimaanlage nicht funktioniert habe und sie nicht in ihre Kabinen durften. Wir konnten zu dem Zeitpunkt nur auf das Notstromaggregat zurĂŒckgreifen, weswegen viele Dinge ausfielen», wurde der KapitĂ€n zitiert. Die Evakuierung wurde von der spanischen Seenotrettung durchgefĂŒhrt.

Die 350 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder waren am Sonntagabend in Valencia mit Kurs auf Mallorca in See gestochen. Der Brand brach kurz nach Mitternacht aus, als sich das Schiff nördlich von Ibiza befand. Per Hubschrauber wurden professionelle Feuerwehrleute eingeflogen. Sowohl der Maschinenraum als auch das Parkdeck standen unter Wasser. Das erschwert laut GNV die Suche nach der Brandursache und verzögerte bislang auch das Entladen der Fahrzeuge und des GepÀcks.

@ dpa.de