Hurrikan Polo, Mexiko

Hurrikan Polo vor Mexiko: Häfen geschlossen, Schulen fallen aus

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hurrikan «Polo» hat sich vor Mexiko von der höchsten Kategorie 5 auf 4 abgeschwächt, bleibt aber gefährlich. Behörden schließen Häfen und lassen in Küstengebieten teils den Unterricht aus, weil Starkregen Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen kann.

Wirbelsturm «Polo» hat schnell die höchste Hurrikan-Stufe 5 erreicht. - Bild: Uncredited/NOAA/AP/dpa
Wirbelsturm «Polo» hat schnell die höchste Hurrikan-Stufe 5 erreicht. - Bild: Uncredited/NOAA/AP/dpa

Hurrikan «Polo» hat sich vor der mexikanischen Pazifikküste auf Kategorie 4 abgeschwächt, bringt aber weiterhin starke Winde und die Gefahr von Starkregen mit sich.

Behörden treffen Schutzmaßnahmen

In Küstengebieten fällt der Schulunterricht teilweise aus, mehrere Häfen bleiben geschlossen. Dazu zählt Acapulco. An den Stränden zeigen rote Flaggen ein Badeverbot an.

Der mexikanische Wetterdienst warnt vor örtlichem Starkregen, der Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen könnte. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Empfehlungen des Zivilschutzes zu folgen.

Sturm soll Küste nicht direkt erreichen

«Polo» hatte sich erst am Montagmorgen gebildet und am Dienstag bereits die Kategorie 5 erreicht. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC in Miami sind weitere Schwankungen der Windstärke möglich.

«Nach den bisherigen uns vorliegenden Informationen wird er die Küste nicht direkt erreichen», sagte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Heftige Regenfälle werden dennoch in Michoacán, Jalisco und Colima erwartet.

Stärkste Annäherung am Donnerstag

Am Mittwoch befand sich «Polo» rund 255 Kilometer südlich des Urlaubsorts Zihuatanejo. Die anhaltenden Windgeschwindigkeiten lagen bei 240 Kilometern pro Stunde, dazu kamen noch stärkere Böen.

Nach Angaben des NHC soll sich der Sturm in den nächsten Tagen langsam über das Meer und entlang der Küste bewegen. Der mexikanische Wetterdienst erwartete die stärkste Annäherung an die Küste am Donnerstag vor dem Bundesstaat Michoacán in einer Entfernung von rund 200 Kilometern.

Ungewöhnliche Hurrikansaison

Die Hurrikansaison im Pazifik dauert vom 15. Mai bis zum 30. November, im Atlantik vom 1. Juni bis zum 30. November. Im Atlantik hat sich in diesem Jahr bislang kein Hurrikan gebildet.

Nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA ist die außergewöhnliche Ruhe dort auf das besonders stark ausgeprägte Klimaphänomen El Niño zurückzuführen.

Langsame Zugbahn erhöht die Regengefahr

Für die mexikanische Pazifikküste ist bei einem tropischen Wirbelsturm nicht nur die maximale Windstärke entscheidend. Bewegt sich ein Sturm langsam, können Regenbänder länger über denselben Regionen liegen. Dadurch steigt das Risiko für Überflutungen, überlastete Abwassersysteme und Erdrutsche besonders an Berghängen.

Die angekündigten Vorsichtsmaßnahmen betreffen mit Michoacán, Jalisco und Colima mehrere Bundesstaaten. Auch wenn der Sturm nach den vorliegenden Angaben nicht direkt auf Land treffen soll, können seine äußeren Regenfelder und hohen Wellen Strände, Häfen und Verkehrsverbindungen beeinträchtigen. Für Reisende an der Pazifikküste sind deshalb lokale Sperrungen und kurzfristige Änderungen im Schul- und Fährbetrieb möglich.

Extrem starke Entwicklung in kurzer Zeit

Polo hatte sich innerhalb kurzer Zeit von einem neu entstandenen Wirbelsturm zu einem System der Kategorie 5 verstärkt und wurde anschließend auf Kategorie 4 herabgestuft. Solche Schwankungen sind bei intensiven Hurrikanen möglich, weil sich die Windgeschwindigkeit durch Veränderungen im Auge und in der umgebenden Gewitterstruktur rasch ändern kann.

Der Blick auf die Hurrikansaison zeigt zugleich ein ungewöhnliches regionales Muster: Während der Pazifik von einem sehr starken Sturm betroffen ist, blieb der Atlantik bis zu diesem Zeitpunkt außergewöhnlich ruhig. Als mögliche Erklärung werden großräumige atmosphärische Bedingungen im Zusammenhang mit El Niño genannt. Für die konkrete Gefahrenlage an Mexikos Pazifikküste bleibt jedoch die lokale Entwicklung von Polo maßgeblich.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WEB.DE: „Mexiko in Sorge vor Hurrikan: Angst vor neuer Katastrophe“ (23.09.2026)

Der Beitrag bestätige, Polo habe vor der mexikanischen Pazifikküste die höchste Kategorie fünf erreicht und sich der Küste genähert. Anders als die dpa-Meldung setze er einen Schwerpunkt auf die Vorbereitungen in Acapulco und die Erinnerung an die Zerstörungen durch Hurrikan Otis im Jahr 2023.

n-tv: „Der Tag bei ntv.de am Mittwoch, 23. September 2026“ (23.09.2026)

Der Bericht bestätige die Schutzmaßnahmen an der Küste, darunter teilweise Unterrichtsausfälle, Hafenschließungen und Warnungen vor Überschwemmungen und Erdrutschen. Er ordne das Ereignis stärker als seltene Kombination aus einem extrem schnell intensiven Pazifiksturm und der außergewöhnlichen Ruhe im Atlantik ein.

Beide Beiträge stimmten in der unmittelbaren Gefahrenbeschreibung und den behördlichen Vorsichtsmaßnahmen überein; unterschiedliche Akzente lägen bei der lokalen Erinnerung an frühere Schäden und bei der meteorologischen Einordnung. Offen bleibe, wie stark sich Polo bis zur größten Annäherung an die Küste abschwäche oder welche Regionen die stärksten Regenmengen erhielten.

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