Attacke, Dresdner

Attacke auf Dresdner Kunst: 5.500 Euro Schadenersatz

23.09.2024 - 17:13:31 | dpa.de

Im August 2022 kleben sich zwei junge Menschen an den Rahmen eines berĂŒhmten Dresdner GemĂ€ldes. Sie werden verurteilt - und der Freistaat will Schadenersatz.

Das GemÀlde «Die Sixtinische Madonna» von Raffael in der GemÀldegalerie Alte Meister Dresden - Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Das GemÀlde «Die Sixtinische Madonna» von Raffael in der GemÀldegalerie Alte Meister Dresden - Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die beiden wegen der Klebe-Attacke auf die «Sixtinische Madonna» in der GemĂ€ldegalerie Alte Meister Dresden Verurteilten leisten Schadenersatz. Sie stimmten in dem vom Freistaat angestrengten Verfahren bei einer Zivilkammer am Landgericht Dresden ĂŒberraschend einem Vergleich zu. Danach mĂŒssen sie bis zum 1. MĂ€rz 2025 eine Summe von 5.500 Euro zahlen. Zudem akzeptierten sie, dass der Anspruch aus einer «vorsĂ€tzlichen strafbaren Handlung» resultiert und verpflichteten sich, kĂŒnftig an keiner derartigen Aktion teilzunehmen, bei der die staatliche Kunst beschĂ€digt werden könnte. 

Der Freistaat hatte die 23-JĂ€hrige und den 24-JĂ€hrigen ursprĂŒnglich auf die Zahlung von knapp 10.400 Euro wegen der Reparaturkosten sowie entgangene Einnahmen aufgrund der nötigen Schließung des Museums verklagt. Das hielt der Zivilrichter fĂŒr zu hoch - viele der von der Aktion betroffenen Unbeteiligten hĂ€tten den Museumsbesuch sicherlich nachgeholt - und schlug einen Vergleich vor. Die Parteien einigten sich am Ende auf 1.000 Euro mehr. Bis Ende Oktober kann das noch widerrufen werden.

Rahmen des Meisterwerks beschÀdigt

Die beiden Beschuldigten gaben im Strafprozess vor drei Monaten am Amtsgericht Dresden die Tat vom 23. August 2022 zu. Mit der Aktion wollten sie nach eigenen Angaben ein Bewusstsein fĂŒr den Klimawandel und dessen Auswirkungen schaffen. Sie wurden Mitte Juni wegen gemeinschĂ€dlicher SachbeschĂ€digung zu je 600 Euro Geldstrafe verurteilt - bisher nicht rechtskrĂ€ftig.

Die junge Frau und ihr Begleiter befestigten je eine Hand mit Sekundenkleber am Rahmen des berĂŒhmten AltargemĂ€ldes von Raffael aus dem 16. Jahrhundert. Nach der RĂ€umung des Museums der Staatlichen Kunstsammlungen, das fĂŒr den Rest des Tages geschlossen blieb, löste ein Restaurator sie wieder ab. 

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