Bayern, Deutschland

Ermittler fassen «MarktfĂŒhrer» der GeldfĂ€lscher-Szene

09.12.2025 - 14:09:24 | dpa.de

Im großen Stil soll der Mann Falschgeld produziert haben. Unter seinem Pseudonym hatte er sich bundesweit einen Namen gemacht. Wie kam ihm die Polizei auf die Spur?

Die beiden VerdÀchtigen sollen nach bisherigem Ermittlungsstand mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben.  - Foto: Daniel Karmann/dpa
Die beiden VerdÀchtigen sollen nach bisherigem Ermittlungsstand mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben. - Foto: Daniel Karmann/dpa

Er selbst bezeichnete sich nach Angaben der Polizei als «MarktfĂŒhrer» in der deutschsprachigen GeldfĂ€lscher-Szene. Doch lange war nicht bekannt, wer sich hinter dem Pseudonym versteckte. Nun haben Ermittler in Bayern und Nordrhein-Westfalen den 32-JĂ€hrigen aus Wuppertal identifiziert und gefasst. Zusammen mit seiner LebensgefĂ€hrtin soll er nach bisherigem Ermittlungsstand seit 2023 mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben.

«Der vorliegende Fall ist ein großer Ermittlungserfolg», sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Thomas Lamnek in Ingolstadt. Nach monatelanger, akribischer Spurensuche konnten die Fahnder die FĂ€lscher-Werkstatt demnach im Oktober ausheben und das Paar festnehmen. Im Wagen des Mannes fanden sie etliche falsche 50-Euro-Scheine, die Drucker in der Werkstatt spuckten bei dem Zugriff noch seitenweise Falschgeldbögen aus.

FĂ€lscher-Werkstatt mit 13 Druckern

Auf die Spur sind die Fahnder dem Duo im Zuge von Ermittlungen gegen vier VerdĂ€chtige gekommen, die etwa 31.000 Euro Falschgeld in Bayern - in Ingolstadt, Augsburg, MĂŒnchen und Regensburg - in den Umlauf gebracht haben sollen. Das Landgericht Ingolstadt hatte drei von ihnen im September wegen banden- und gewerbsmĂ€ĂŸiger GeldfĂ€lschung rechtskrĂ€ftig verurteilt. Die BlĂŒten stammten laut Polizei von den nun festgenommenen VerdĂ€chtigen.

Auf der Pressekonferenz hat die Polizei einige Beweismittel aus der FĂ€lscher-Werkstatt aufgebaut, darunter einen von 13 Druckern, ein Schneidebrett und Falschgeld. In seiner Wohnung in Wuppertal habe der VerdĂ€chtige im großen Stil Geldnoten gefĂ€lscht - am meisten die gĂ€ngigen 50-Euro-Scheine - und unter einem Pseudonym ĂŒber das Internet und den Messengerdienst Telegram verkauft, sagte Lamnek.

Geschickter Bastler und Handwerker

Dass die VerdÀchtigen so lange nicht aufflogen, liegt den Ermittlern zufolge auch an deren UnauffÀlligkeit. «Sie haben sich sehr bedeckt gehalten», sagte Lamnek. Der 32-JÀhrige habe als Kfz-Lackierer gearbeitet, die 40-JÀhrige als Verwaltungsangestellte.

Doch woher stammten die Kenntnisse des 32-JĂ€hrigen, Falschgeld anzufertigen? «Wir gehen davon aus, dass er sich das selbst beigebracht hat», erlĂ€uterte OberstaatsanwĂ€ltin Petra Osthoff. Der Mann sei ein geschickter Bastler und Handwerker, die BlĂŒten seien mit der Zeit immer besser geworden.

Gut, aber nicht hervorragend

Wenn man die auf der Pressekonferenz gezeigten BlĂŒten in die Hand nimmt, merkt man aber schon einen Unterschied zu echten Banknoten: Das Papier ist etwas fester, das Wasserzeichen dauerhaft sichtbar. Die Bundesbank habe die QualitĂ€t der gefĂ€lschten Euro-Scheine als gut eingestuft, aber nicht als hervorragend, sagte Osthoff.

Trotz der vielen eingebauten Sicherheitsmerkmale bei den Euro-Scheinen steigen den Ermittlern zufolge die FÀlle von FalschgeldkriminalitÀt. Das GeschÀft scheine sehr lukrativ zu sein, es gebe viele Nachahmer in der Szene, sagte Osthoff. So hat die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben im Jahr 2024 rund 72.400 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen - 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

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